Welche Autos sind aus deutscher Sicht die ganz großen Klassiker? Dass Sie, liebe Leser und User, das extrem gut beurteilen können, haben Sie nun gerade wieder bewiesen – schon zum 16. Mal.
Denn zum 16. Mal seit 2010 hat AUTO BILD KLASSIK seine Leser und User aufgerufen, die "Klassiker des Jahres" zu wählen. Nominiert waren Oldtimer und Youngtimer in fünf Klassen – jeweils nur Baureihen, die ein rundes Jubiläum feiern, die also vor 20, 25, 30, 40, 50, 60 ... Jahren auf den Markt kamen. Denn so können jedes Jahr andere Autos nominiert werden, und es ist jedes Mal auf Neue spannend.
Zusätzlich bestimmt die Redaktionsjury die Sieger in den Kategorien "Fund des Jahres", "Restaurierung des Jahres" und "Person des Jahres".
Verliehen wurden die Preise bei einem feierlichen Abend in der Autostadt in Wolfsburg. Die Autostadt und die Messe automechanika präsentieren dieses Jahr als Partner den Goldenen Klassiker.

Klassiker des Jahres, Kleinwagen & Kompakte: VW Käfer Typ 51

historisches Schwarzweißfoto, VW Typ 51
VW Typ 51
Bild: Volkswagen Aktiengesellschaft
Er sieht aus wie ein Käfer auf Abwegen – und das ist er auch. Der VW Typ 51 war der Offroad-Käfer der frühen Nachkriegszeit, als man von SUV noch nicht mal träumte. Mit Käfer-Herz und Geländegänger-Seele stapfte er durch das zerstörte Deutschland der Nachkriegszeit.
Kein Komfort, kein Chrom, aber jede Menge Charakter. Wenn's rutschte, half Schwung. Wenn's hakte, half Humor. Heute ist der Typ 51 selten, charmant und authentisch – ein Stück Volkswagen-Geschichte. 10.244 Stück wurden davon gebaut, verreit bei der Verleihung Stefan Voswinkel, Leiter Produkt- und Technikkommunikation bei der Marke Volkswagen Pkw.
Er nahm den Preis auch entgegen. Scherzhaft wies Voswinkel darauf hin, dass VW ein wenig gebraucht hätte, den populärsten VW mit Allradantrieb in größerer Serie zu bauen: als VW Golf II Country.
Auf den Plätzen zwei und drei: Opel Kadett B und BMW Isetta.

Klassiker des Jahres, Limousinen: Citroën DS

Man nannte sie "La Déesse" – die Göttin. Und wer einmal in einer DS gesessen hat, versteht sofort warum. Keine Limousine der 50er-Jahre war so visionär: hydropneumatische Federung, aerodynamische Form, ein Interieur wie aus der Zukunft. 1955 sah die Welt staunend zu, als Frankreich mit dem Citroën DS zeigte, was Automobilkunst bedeutet.
Klassiker des Jahres, Limousinen: Citroën DS
Citroën DS
Bild: Citroën
Während andere noch Blattfedern montierten, schwebte die DS bereits über den Asphalt. Sie war ein Symbol für Fortschritt, Eleganz und französischen Mut – und ist es bis heute geblieben. (Dieser Artikel stellt ihre Schönheit infrage und geht ihr auf den Grund.)
20 Jahre lang wurde die DS gebaut – das so ein Auto "nicht nachahmbar" ist, betonte Dorothea Knell, die als Head of PR Stellantis Premium Brands auch für die aktuelle Marke DS zuständig ist. Sie nahm den Preis von AUTO BILD KLASSIK-Chefredakteur Malte Büttner entgegen.
Auf seine Frage, warum Citroën die Hydropneumatik aufgab, gab Dorothea Knell zu: "Die Hydropneumatik wünschte ich mir auch manchmal. Charles de Gaulle konnte damit vor Hunderten von Schüssen entfliehen. Man hat sich entschieden, eine kamerabasierte Federung einzubauen – wir führen das mit moderner Technik ein bisschen fort."
Auf den Plätzen zwei und drei: Mercedes W 108/109, der Vorgänger der S-Klasse, und der erste BMW Dreier, die Baureihe E21.

Klassiker des Jahres, Sportwagen & Coupés: VW Karmann-Ghia (Typ 14)

"Sie sehen gut aus – und fahren Volkswagen." Kein Satz beschreibt den Karmann-Ghia besser. Technisch ein Käfer, optisch ein italienischer Traum. Die feine Handschrift von Ghia, gewissenhaft montiert bei Karmann in Osnabrück, verband der Typ 14 deutsche Zuverlässigkeit mit italienischer Eleganz.
Klassiker des Jahres, Sportwagen & Coupés: VW Karmann-Ghia (Typ 14)
VW Karmann-Ghia (Typ 14)
Bild: VW
Mit seinem luftgekühlten 1,2-Liter-Boxer war er kein Rennwagen – aber sein Auftritt machte jeden Parkplatz zur Piazza. Ein Auto für Menschen, die Stil über Tempo stellen. Und dafür lieben ihn unsere Leser heute umso mehr.
"Er ist eins der zeitlosesten Autos, die sich kenne", kommentierte Jens Katemann, Leiter Kommunikation der Marke Volkswagen, bei der Verleihung. "Ein außergewöhnliches Auto für relativ wenig Geld – das macht Volkswagen auch aus."
Auf den Plätzen zwei und drei: Porsche 912 und Aston Martin DB6.
AUTO BILD Gebrauchtwagenmarkt
VW Karmann Ghia Typ 14
31.000
VW Karmann Ghia Typ 14
60.000 km
37 KW (50 PS)
03/1975
Zum Angebot
VW Karmann Ghia Cabrio
34.900
VW Karmann Ghia Cabrio
13.950 km
37 KW (50 PS)
07/1974
Zum Angebot
VW Karmann Ghia 1,6 Cabrio
28.800
VW Karmann Ghia 1,6 Cabrio
156.485 km
37 KW (50 PS)
07/1974
Zum Angebot
VW Karmann Ghia Karmann Typ14
59.390
VW Karmann Ghia Karmann Typ14
55.000 km
37 KW (50 PS)
04/1974
Zum Angebot
VW Karmann Ghia Cabriolet 1600 Typ 14 ungeschweißt gut
24.000
VW Karmann Ghia Cabriolet 1600 Typ 14 ungeschweißt gut
119.000 km
37 KW (50 PS)
07/1973
Zum Angebot
VW Karmann Ghia Coupé
17.990
VW Karmann Ghia Coupé
19.000 km
37 KW (50 PS)
03/1973
Zum Angebot
Benzin (WLTP), 12 l/100km (komb.)*
VW Karmann Ghia Sportwagen/Coupe
18.500
VW Karmann Ghia Sportwagen/Coupe
41.961 km
37 KW (50 PS)
02/1973
Zum Angebot
VW Karmann Ghia
19.500
VW Karmann Ghia
20.000 km
37 KW (50 PS)
10/1972
Zum Angebot
VW Karmann Ghia Coupé Teilrestauriert
17.900
VW Karmann Ghia Coupé Teilrestauriert
15.555 km
34 KW (46 PS)
04/1972
Zum Angebot
VW Karmann Ghia Typ 14 Cabriolet
19.800
VW Karmann Ghia Typ 14 Cabriolet
5.000 km
37 KW (50 PS)
02/1972
Zum Angebot
Alle VW Karmann Ghia gebraucht

Ein Service von

Ein Service von AutoScout24
Rechtliche Anmerkungen
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
Autobewertung
ANZEIGE

Wie viel ist mein Auto wert? Kostenlose Autobewertung

Ein Service von

Ein Service von Carwow

Klassiker des Jahres, Cabrios & Roadster: Mercedes 190 SL

Kaum ein Klassiker symbolisiert den Glamour der 50er so schön wie der Mercedes 190 SL. Er war der Gentleman unter den Roadstern. Während der große Bruder 300 SL über Rennstrecken flog, glitt er die Küstenstraßen der Côte d'Azur entlang.
Klassiker des Jahres, Cabrios & Roadster: Mercedes 190 SL
Mercedes 190 SL
Bild: Bonham's
Kein Sportler, aber ein Charmeur. Heute ist er die automobile Definition von "gut gealtert" und beweist: Nicht jede Legende braucht Flügel.
Der berühmte Importeur Max Hoffman in den USA hatte Mercedes darauf gebracht, dass es für so ein Auto eine Nachfrage gab. "Der Stern hat immer am hellsten geleuchtet, wenn wir auf unsere Kunden gehört haben", sagte bei der Verleihung Peter Becker, Sprecher Mercedes-Benz Classic.
Auf den Plätzen zwei und drei: BMW 507 und Porsche 356 Speedster.

Klassiker des Jahres, Geländewagen & Vans: Unimog 404

Manche Autos erobern Herzen, andere ganze Kontinente. Wer ihn jemals gefahren hat, weiß: Hier regiert Drehmoment, nicht Diplomatie. Entwickelt für den Ernstfall, gebaut für die Ewigkeit.
Klassiker des Jahres, Geländewagen & Vans: Unimog 404
Unimog 404
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Der Unimog 404, das Arbeitstier mit Stern, eine Legende auf Rädern. Sein Reihensechszylinder, seine Portalachsen und seine schier unzerstörbare Technik machten ihn schnell zum Inbegriff von Zuverlässigkeit. Ob in der Wüste, im Wald oder auf dem Acker – das Gelände, das den Unimog stoppt, muss erst noch erfunden werden.
Den Preis nahm Rolf Trampert entgegen, bei Daimler Truck zuständig für Verkauf und Geschäftsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er fragte das Publikum, wer bei der Bundeswehr gewesen und dort Unimog gefahren war. Denn: "Ich wollte Boris Pistorius eine Liste geben mit Leuten, die noch Unimog fahren können – er braucht da ja Leute."
Auf den Plätzen zwei und drei: Jeep CJ-2 und Ford Bronco.
Nach einer Rede des Designprofessors Paolo Tumminelli verlieh die Redaktion AUTO BILD KLASSIK die drei Preise, für die sie selbst als Jury die Sieger erkoren hatte.

Fund des Jahres: NSU Prinz Coupé – seit 54 Jahren weggestellt

1971 – lang, lang ist es her. Das ist das Jahr, in dem die Schweiz das Wahlrecht für die Frauen einführt. Und der erste McDonald's in München eröffnet. Borussia Mönchengladbach wird zum zweiten Mal Deutscher Meister und hat einen Titel mehr als die Bayern. Daimler-Benz meldet den Airbag als Patent an.
Verstaubtes NSU Prinz Coupé stehend von schräg vorn
NSU Prinz Coupé
Bild: privat
Und jemand meldet einen NSU Sport-Prinz ab. Zehn Jahre nach seiner Erstzulassung. 2 Mark und 10 Pfennig kostet das damals. Erst in diesem Jahr, also unglaubliche 54 Jahre später, taucht der NSU wieder auf. Das Haus, in dem er steht, soll abgerissen werden.
Reinhard Wex bekam Wind davon und erlöste den Sport-Prinz aus seinem Dornröschenschlaf. Ein Glück, denn sonst könnte die Redaktionsjury den NSU Sport-Prinzen nicht zum Fund des Jahres wählen und Reinhard Wex nicht den Goldenen Klassiker verleihen.
Auf der Bühne erzählte Wex vom Fund – und von der TÜV-Plakette, die 1972 abgelaufen war.

Restaurierung des Jahres: Käfer-Prototyp VW Typ 30 von Traugott Grundmann

Restaurierte Käfer? Gibt es Tausende. So ziemlich jeder Käfer, der heute noch fährt, hat eine Restaurierung hinter sich. Dabei wurde im Idealfall gute Substanz erhalten, schlechte oder fehlende Teile wurden ersetzt.
Käfer-Prototyp VW 30
Den Käfer-Prototyp VW 30 hatte Traugott Grundmann zur Autostadt in Wolfsburg mitgebracht.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Auch Traugott Grundmann hat zusammen mit Christian Große einen alten Volkswagen restauriert. Das Besondere daran: Kein VW hat ältere originale Substanz. Denn sein Fahrgestell gehörte einst der Nummer 26 aus der VW-W30-Serie von 1937. Eine echte Sensation und ein Projekt, das viel Einsatz, großes handwerkliches Können und enorme Geduld erforderte.
Im April 2025 war es vollbracht. Der VW W30 bewegte sich zum ersten Mal aus eigener Kraft. Das Fahrzeug selbst und natürlich seine automobilgeschichtliche Bedeutung haben die Redaktionsjury begeistert. Der Goldene Klassiker für die Restaurierung des Jahres geht an Traugott Grundmann.
Der betonte bei der Verleihung, die Restaurierung sei "ein Projekt einer großen Gemeinschaft gewesen, die mitgeholfen hat".

Person des Jahres: Christian Silberhorn

Nürnberg hält für Oldtimerfans ein paar tolle Ausflugsziele bereit. Zum Beispiel das Ofenwerk und Merks Motor Museum. Seit Mitte des Jahres gibt es noch eine weitere Attraktion, die man gesehen haben muss: die Silberhorn Classics.
Portrait Christian Silberhorn
Christian Silberhorn
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Dahinter verbergen sich gleich zwei Sammlungen: Zum einen etwa 90 Autos, die überwiegend von BMW sind – 98 Prozent davon wären fahrbereit, schätzte Silberhorn bei der Verleihung. Zum anderen etwa 230 Zweiräder, die fast alle aus Nürnberger Produktion stammen.
Jahrzehntelang hat Christian Silberhorn diese Sammlungen zusammengetragen. Während viele Sammler sich lieber allein an ihren Schätzen erfreuen, hat Christian Silberhorn sich entschieden, ein Museum daraus zu machen. Anfangs spendete er die Eintrittsgelder der Besucher.
Das ist nicht nur aller Ehren wert, sondern verdient auch einen Goldenen Klassiker. Die Redaktionsjury kürt Christian Silberhorn zur Person des Jahres.
Gruppenfoto mit den Preisträgern,
Im Kino der Autostadt präsentieren die Preisträger des Goldenen Klassikers 2025 stolz ihre Pokale. Von links: AUTO BILD KLASSIK-Chefredakteur Malte Büttner; Peter Becker, Mercedes-Benz; Autostadt-Chef Armin Maus; Stefan Voswinkel, Volkswagen; Jens Katemann, Volkswagen; Christian Silberhorn, Person des Jahres; Dorothea Knell, Stellantis; Rolf Trampert, Daimler; Reinhard Wex, Fund des Jahres; Traugott Grundmann, Restaurierung des Jahres.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD