Mazda RX-7 FD: der populärste Japaner überhaupt
Mazda RX-7, der Wankel-Superstar
- Julian Rabe
Bei kaum einem Hersteller spielte der Wankelmotor eine derart große Rolle wie bei Mazda. Als alle anderen Autobauer schon mit dem Kreiskolben-Prinzip abgeschlossen hatten, warfen die Japaner 1991 die vierte Generation des Mazda RX-7 auf den Markt – der FD war das bis dahin stärkste Serien-Fahrzeug mit Wankelmotor.
Heute gibt es keinen japanischen Oldtimer, der auf Google mehr gesucht wird als die RX-7-Reihe: Von März 2024 bis Februar 2025 gab es dort 27.100 Suchanfragen für "mazda rx 7", hat AutoScout24 analysiert. Damit steht der RX-7 auf der AutoScout24-Liste auf Platz 6, gleich auf mit seinem früheren Konkurrenten Porsche 944 und noch vor Audi Quattro und Ferrari Testarossa.
Zum Marktstart wurde der RX-7 für 85.000 Mark angeboten
Die letzte Baureihe (FD3S) vor dem RX-8 leistete dank Doppelturbo aus 1,3 Litern bis zu 280 PS, das Modell für den deutschen Markt kam auf 239 PS. Das reichte aber immer noch für 250 km/h Höchstgeschwindigkeit und den Sprint auf Tempo 100 in 5,3 Sekunden.
Keine Frage, leistungsmäßig lag Mazda mit dem letzten RX-7 nah am Maximum, der FD musste sich vor Konkurrenten wie dem Porsche 928 GTS nicht verstecken. Viel günstiger war er ohnehin: Zum Marktstart in Deutschland 1992 wurde der RX-7 für 85.000 Mark angeboten, während Porsche gleichzeitig einen Grundpreis von 178.000 Mark für den GTS aufrief.
Biss und Durst – der Mazda ist ein "Vampir auf Rädern"
Der RX-7 FD brauchte nicht lange, um zu einem Liebling der deutschen Öffentlichkeit zu werden. So war schnell vom "Porsche-Killer" oder "Wankel-Wunder" die Rede, vor allem die Power des nur 1,3 Tonnen schweren Japaners begeistert noch heute.
Der kleinere der beiden Turbolader sorgt schon bei niedrigen Drehzahlen für beeindruckenden Durchzug. Schaltet sich der zweite ein, werden Kräfte (294 Nm max. Drehmoment) entfaltet, die man dem Wankelmotor nicht unbedingt zugetraut hätte. Der Durchschnittsverbrauch von mehr als 15 l/100 km passt da (leider) ins Bild. Nicht umsonst taufte AUTO BILD den flotten Mazda zum Deutschland-Abschied 1996 einen "Vampir auf Rädern" und spielte damit auf Biss und Durst des RX-7 an.
Auch in Sachen Fahrwerk macht der FD keine Kompromisse, straff und sportlich – vor allem bei Nässe droht leicht der Heck-Ausbruch.

Schnittig: Die Form des RX-7 erinnert etwas an die eines Porsche 928.
Bild: Holger Neu / AUTO BILD
Ebenso kompromisslos ist die Gestaltung des Innenraums: Maximal zwei Personen finden im engen Cockpit Platz, auch der Kofferraum ist eher minimalistisch gestaltet. Cool sind die chromgerahmten Rundinstrumente. Die Serienausstattung ist mit Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und Schiebedach sowie Ledergarnitur recht üppig. Ikonisch: die auch "Schlafaugen" genannten Klappscheinwerfer und der kleine Heckspoiler.
Meistverkauftes Wankelmotor-Auto aller Zeiten
Während neue Abgasvorschriften in Deutschland 1996 das Deutschland-Aus des RX-7 bedeuteten, wurde der FD in Japan noch bis 2002 gebaut. Dann ließ Mazda die Modellreihe auslaufen.
Der RX-7 ist das meistverkaufte Auto aller Zeiten mit Wankelmotor. Exemplare des letzten Modells findet man jedoch nur noch selten. Vor allem unverbastelte Fahrzeuge sind heute fast unmöglich zu bekommen – wenn, dann sind sie sehr teuer (ab 20.000 Euro)!
Das gilt übrigens auch für Ersatzteile des Kult-Mazda. Insgesamt gilt der RX-7 FD aber als zuverlässiger Sportwagen, Laufleistungen von über 200.000 Kilometern sind keine Seltenheit.
Service-Links