Diese Zwölfzylinder-Oldtimer sind jetzt günstig in der Anschaffung!
Zwölfzylinder gelten als kompliziert und teuer. Die Furcht vor hohen Wartungs- und Folgekosten drückt die Preise. Das macht einige V12 günstig. Andere werden immer teurer. Eine Marktanalyse.
Konstruktiv sind Zwölfzylinder die Krone des Motorenbaus. Doch schon mittelgroße Reparaturen können den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten. "Die Furcht vor hohen Folgekosten übersteigt bei vielen Interessenten die Faszination", sagt Marius Brune vom Marktbeobachter Classic Data. "Das drückt auf die Preise."
Mit 5300 Euro markiert der BMW 750i (E32) der späten 80er die Eintrittskarte in den elitären Club der Zylinder-Multis. Deutschlands ersten Nachkriegs-V12 (5,0 Liter/300 PS) verramscht heute der Kiesplatzhändler. Wartungsstau und Unterhaltskosten lassen aber die Schnäppchen-Träume platzen. Gute Autos steigen im Wert. Kosten-Kalkül dämpft auch die Lust der Käufer beim Mercedes 600 SL, der Baureihe R 129. Als teuerstes Modell der Baureihe hat der achtzylindrige 500er den 600 SL inzwischen überholt. Bei vergleichbarem Zustand sind die 394 PS starken Zwölfzylinder ein paar Hunderter günstiger – kein Vergleich mehr zum Debütjahr 1992, als sie die Preisliste mit großem Abstand anführten. Liebhaber wägen heute ab: Das Mehr an Prestige steht in keinem Verhältnis zum höheren Folgekosten-Risiko, zudem sind die V8-Modelle gut 200 Kilo leichter, im Handling daher agiler und trotz ihrer "nur" 320 PS praktisch genauso schnell.
V12-Jaguar sind zwar preiswert, aber haben meist Wartungsstau
Lange unterbewertet steigen frühe Jaguar XJ-S in der Liebhabergunst (20.200 Euro im Zustand 2).
Bild: Christian Bittmann
Verlockend billig sind auch die V12-Limousinen der britischen Marke Jaguar (ab 6500 Euro). Nicht wenige dieser einstigen Prestigeautos haben in den vergangenen Jahrzehnten allerdings beträchtlichen Wartungsstau aufgebaut. Lange unterbewertet, steigen allerdings frühe Jaguar XJ-S in der Liebhabergunst. Gute Exemplare sind inzwischen rar und werden jenseits von 20.000 Euro gehandelt. Gleichbleibender Wertzuwachs ist hier wahrscheinlich, der Abstand zu Durchschnittsautos wird sich vergrößern. Im Sinkflug sind die Preise für den Rolls-Royce Silver Seraph, mit aktuell 47.000 Euro im Zustand 2. Der "Silberne Engel" war der erste Rolls-Royce mit V12-Motor seit dem Phantom der 1930er-Jahre. Die BMW-Abstammung lässt anglophile Enthusiasten fremdeln, noch ist der Klassiker-Status nicht in Sicht.
Bildergalerie
Marktanalyse: Zwölfzylinder
Lamborghini LM002 – ein begehrter Exot
Der Teuerste: Ferrari 250 GTO (1964), 42,1 Millionen Euro (Auktionsergebnis inklusive Aufgeld).
Bild: Courtesy of RM Sotheby's
Bei hochpreisigen Sammlerstücken spielt die Angst vor technischer Komplexität dagegen keine Rolle. Mit 42,1 Millionen Euro stellte der Ferrari 250 GTO 2018 einen Preisrekord auf. Dabei gilt: Wo Ferrari oder Lamborghini draufsteht, werden teure Werkstattrechnungen meist aus der Portokasse bezahlt; entsprechend locker sitzt das Geld auch beim Fahrzeugkauf. Vor allem Raritäten haben derzeit Konjunktur. Zu den renditestärksten Klassikern der letzten Jahre gehört der Lamborghini LM002. Der für die Scheichs in Nahost gedachte Lamborghini LM002 war mit 301 Exemplaren kein Verkaufshit für Lamborghini, profitierte zuletzt aber von der wachsenden Lust auf Exoten und dem Trend zu historischen SUV. Heute kostet der Lambo im Zustand 2 ganze 260.000 Euro. Eine Wertsteigerung von 75 Prozent im Vergleich zu 2015. Hier sind weitere Gewinner und Verlierer bei den Sammlerautos.
Marktanalyse: Zwölfzylinder
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Konstruktiv sind Zwöfzylinder die Krone des Motorenbaus.Doch schon mittelgroße Reparaturen können den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten. "Die Furcht vor hohen Folgekosten übersteigt bei vielen Interessenten die Faszination", sagt Marius Brune vom Marktbeobachter Classic Data. "Das drückt auf die Preise."
Mit 5300 Euro im Zustand 3 markiert der BMW 750i der späten 80er die Eintrittskarte in den elitären Club der Zylinder-Multis. Deutschlands ersten Nachkriegs-V12 (5,0 Liter/300 PS) verramscht heute der Kiesplatzhändler.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Wartungsstau und Unterhaltskosten lassen aber Schnäppchen-Träume platzen, gute Autos steigen im Wert.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Mercedes 600 SL (R 129): Der R 129 erhält 1992, drei Jahre nach seinem Debüt, als erster SL der Mercedes-Geschichte einen V12-Motor. Mit 217.740 Mark ist er 64.011 Mark teurer als der achtzylindrige 500er; das entspricht dem Gegenwert einer 300-E-Limousine! Bei vergleichbarem Zustand sind die 394 PS starken Zwölfender aber heute ein paar Hunderter günstiger.
Liebhaber wägen ab: Das Mehr an Prestige steht in keinem Verhältnis zum höheren Folgekosten-Risiko, zudem sind die V8-Modelle gut 200 Kilo leichter, im Handling daher agiler und trotz ihrer "nur" 320 PS praktisch genauso schnell. Preis laut Classic Data für 600 SL (1992-93 mit 394 PS) im Zustand 2: 22.200 Euro und im Zustand 3: 14.800 Euro.
Bild: autobild.de
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Der Silver Seraph („Silberner Engel“) war der erste Rolls-Royce mit V12-Motor seit dem Phantom der 1930er-Jahre. Die BMW-Abstammung lässt anglophile Enthusiasten fremdeln, noch ist der Klassiker-Status nicht in Sicht. Die Preise befinden sich weiter im Sinkflug. Preis laut Classic Data für Rolls-Royce Silver Seraph (1998-99 mit 326 PS) im Zustand 2: 47.000 Euro und im Zustand 3: 36.000 Euro.
Bild: autobild.de
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Lange unterbewertet, steigen frühe Jaguar XJ-S in der Liebhabergunst. Gute Exemplare sind inzwischen rar und werden jenseits von 20.000 Euro gehandelt. Gleichbleibender Wertzuwachs ist wahrscheinlich, der Abstand zu Durchschnittsautos wird sich vergrößern. Preis laut Classic Data für Jaguar XJ-S (1975-81 mit 287 PS) im Zustand 2: 20.200 Euro und im Zustand 3: 12.200 Euro.
Bild: autobild.de
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Der für die Scheichs in Nahost gedachte Lamborghini LM002 war mit 301 Exemplaren kein Verkaufshit, profitierte zuletzt aber von der wachsenden Lust auf Exoten und dem Trend zu historischen SUV. Mit 75 Prozent Wertsteigerung zählt er zu den renditestärksten Klassikern der letzten Jahre, Tendenz: weiter steigend. Preis laut Classic Data für Lamborghini LM002 (1982-93 mit 375 PS) im Zustand 2: 260.000 Euro und im Zustand 3: 162.000 Euro.
Bild: autobild.de
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Bugatti-Reanimateur Romano Artioli war mit dem EB 110 wenig Erfolg beschieden: 1995 ging die Firma in Konkurs. Wachsendes Interesse an Supersportlern hebelte die Preise für den Mittelmotor-Boliden (Käufer Michael Schumacher, Sultan von Brunei) seit 2015 um gut 30 Prozent. Preis laut Classic Data für Bugatti EB 110 GT (1991-95 mit 560 PS) im Zustand 2: 800.000 Euro und im Zustand 3: 520.000 Euro.
Bild: autobild.de
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Der Teuerste: 2018 fiel bei einer RM-Sotheby’s-Auktion in Pebble Beach (USA) der Hammer bei umgerechnet 42,1 Millionen Euro. Damit ist dieser 64er Ferrari 250 GTO der teuerste jemals verkaufte Zwölfzylinder. Hier geht es weiter zur Marktanalyse von Sammlerautos.