Nachrichten: Oldtimer-Schutzverband
Kampf gegen Oldie-Betrüger: Fälschern auf der Spur

– Mit dem Oldtimer-Schutzverband will sich künftig ein gemeinnütziger Verein des Kampfs gegen Betrügereien annehmen. Im Fokus ist zunächst der 300 SL.
Bild: Holger Neu / AUTO BILD
Die 300-SL-Dublette im Hause Kienle ist zwar ein prominentes Beispiel, aber nur eines von vielen: Manipulationen an Oldtimern, deren Fahrgestellnummer und Papieren ist ein kriminelles Geschäft. Um sie aufzudecken, muss die Originalität von Autos fachmännisch überprüft werden. Mit dem Oldtimer-Schutzverband ist nun ein weiterer Akteur mit mutmaßlich hohem Spezialisierungsgrad am Markt.
Der in Gründung begriffene Verein wird sich "dem Erhalt von Young- und Oldtimern mit einwandfreier juristischer Identität und dem Schutz des wahren historischen Kulturguts" widmen, heißt es in der Satzung. Dafür würden "umfangreiche typspezifische Prüfkataloge" erstellt. Den Anfang macht die Mercedes-Baureihe W 198 (300 SL) als Flügeltürer und Roadster. Hiervon seien schon "etliche Autos" begutachtet worden, sagt Ralph Grieser, Mitgründer des Vereins und Oldtimerhändler in Mülheim-Kärlich bei Koblenz (Depot3). Darunter habe es manipulierte Autos gegeben. Konkrete Zahlen nennt er jedoch nicht. Ein erster Check auf Basis der vorhandenen Fahrzeugunterlagen kostet 950 Euro. Als nächste Modelle sollen BMW 328 (1937 bis 1939) und Porsche 911 RS 2.7 folgen.

Viel teurer als ein normaler 911 und darum ebenfalls gern gefälscht: der Porsche 911 RS 2.7.
Bild: Goetz von Sternenfels / AUTO BILD
Aber auch bei Autos im Wert deutlich darunter seien Interessenten nicht vor Betrügern sicher, so Grieser. So diene der Opel Kadett C in der Automatikversion Betrügern als Basis für GT/E-Fälschungen, oder ein gewöhnlicher VW Käfer wird zum "Gelb-Schwarzen Renner" umgemünzt; auch im Zusammenhang mit Citroën 2 CV gebe es fragwürdige Aktivitäten.
Ein weiterer Anbieter auf dem Parkett ist das private Institut für automotive Forensik in Frankfurt/ Main (ifaf.eu), es setzt Methoden wie Röntgen-, Ultraschall- und Spektralanalyse ein, um Fälschungen zu identifizieren. Auch einige Hersteller zertifizieren Klassiker, allerdings nur die aus eigenem Hause.
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