Mercedes W 123

Die Lieblings-Oldies der Deutschen 2017

Pro & Kontra: Ikone oder Mauerblümchen?

Sind Ikonen die besseren Klassiker?

Entwaffnet der Käfer im Charakter-Vergleich mal wieder alle anderen? Zwei Redakteure streiten, ob Ikonen den Mauerblümchen generell überlegen sind.
Zwei Meinungen!

"Mit den üblichen Verdächtigen lebt es sich bequemer!"

Ja, bitte: Martin Puthz hat keine Lust aus Freizeit-Stress.

Besser - was heißt das schon? Sieht man von teuren Exoten und komplizierten Technik-Wunderwerken ab, sind Ikonen zumindest die bequemeren Klassiker. Die "üblichen Verdächtigen" wie Käfer, 123er, 911 und Co mögen manchem etwas fad erscheinen. Im Vergleich zu raren Randfiguren haben Mainstream-Oldies wie sie aber einen entscheidenden Vorteil: Es gibt fast alle wichtigen Ersatzteile sowie ein engmaschiges Netz an Spezialisten. So sind die Autos bei Defekten zügig wieder auf der Straße, und die lang geplante Ausfahrt scheitert nicht an der fehlenden Nadel im Heuhaufen. Das Klassiker-Hobby dient mir vor allem zur Entspannung. Schrauben gehört auch dazu (im Rahmen meiner Möglichkeiten), doch darf das Ganze nicht zur Geduldsprobe werden. Nach Plan läuft sowieso nicht immer alles - ich fahre alte Engländer, weiß also, wovon ich rede. Stress mit Ansage kann mir aber gestohlen bleiben. Deshalb schätze ich es, wenn Ersatzteile und Szene-Schwarmwissen nur einen Mausklick weit entfernt sind und ich Technikprobleme mit der nahen Werkstatt in meiner Muttersprache klären kann. Zugegeben: Mauerblümchen sind das Salz in der Klassiker-Suppe. Respekt für alle, die sie hegen, pflegen und dafür freiwillig so manche Schwierigkeiten auf sich nehmen. Mein persönlicher Enthusiasmus geht nicht ganz so weit. Ich setze auf Ikonen - einfach, weil’s bequemer ist.

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"Jeden Tag Käfer und Mini ist langweilig!"

Nein, danke: Henning Hinze glaubt, dass die Bandbreite wichtig ist.

Erst mal ein Blick auf die Zulassungszahlen: Wenn fast jeder zehnte Wagen mit H-Kennzeichen ein Käfer ist, dann wird dieser Typ offenbar von vielen Menschen gemocht; genau wie Mercedes’ vollverchromte Mittelklasse-Schlager /8 und 123 oder Porsches ewiger 911. Und auch jenseits dieser Statistik gibt es Klassiker wie Citroën DS oder Jaguar E-Type, die zuverlässig vielen Menschen gefallen. Diese Autos sind aus guten Gründen beliebte Klassiker. Bessere Klassiker sind sie nicht. Was würde das denn bedeuten? Dass jemand, der sich um einen VW Jetta verdient macht, weniger Geschmack hat oder weniger für das Kulturgut Auto tut als einer mit einem Käfer? Dass man mit einem Mercedes 230 E mehr Spaß hat oder wertvollere Erinnerungen weckt als mit einem Opel Rekord? Erst mit weggerosteten Brot-und-Butter-Autos, mit den gefloppten Stilblüten und den seltenen Exoten ergibt sich die technische und gesellschaftliche Breite, die Klassiker für so viele verschiedene Menschen dauerhaft interessant machen. Eine Klassiker-Welt voller Ikonen würde (wie die ebenfalls allseits bekannte und beliebte Speisekarte von McDonald’s) nach kürzester Zeit fad werden. Ohne die Mauerblümchen wäre schnell alles nichts. Und deshalb sind Ikonen auch keine besseren Klassiker. Soweit die Meinung der beiden AUTO BILD KLASSIK-Kollegen. Was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

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Sind Ikonen die besseren Klassiker?

Klassik-Umfrage: Ikone oder Mauerblümchen?

Autoren: Martin G. Puthz, Henning Hinze

Stichworte:

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