Trabant P 601 S de Luxe Universal  (1985)

Pro & Kontra: Trabant 601, Motorentechnik, Leistung

Kann man mies motorisierte Autos lieben?

Kann man sich auch für Autos mit leistungsschwachen und unzuverlässigen Motoren begeistern, wie den Trabant 601? Zwei Redakteure diskutieren!
Der Motor ist das Herz eines jeden Autos. Doch was ist, wenn dieser besonders reparaturanfällig ist, viel Kraftstoff verbraucht, wenig Leistung hat oder einfach nur keinen guten Sound fabriziert. Kann man ein Auto mit einem unperfekten Motor trotzdem gern haben? Hier diskutieren zwei Redakteure:
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Lars Busemann: "Es gibt keine schlechten Motoren. Sondern nur ungeduldige Menschen"

Lars Busemann begeistert sich auch für leistungsschwache und als unzuverlässig geltende Motoren.

©Stephanie Gehrt

Ich liebe alte Autos. Auch jene, die nicht perfekt sind. Schwache, reparaturanfällige, laute oder unzuverlässige Autos schrecken mich nicht ab, sondern ziehen mich an. Motoren prägen ein Auto wie keine andere Komponente: seinen Klang, seine Fahrleistungen, seine Zuverlässigkeit, seine Unterhaltskosten. Ist ein Motor, der hohe Kosten verursacht, weder Leistung hat noch gut klingt und als unzuverlässig gilt, ein "schlechter" Motor? Die Wahrscheinlichkeit, dass all diese Eigenschaften gemeinsam eintreten, tendiert sowieso gegen null. Ich finde, es gibt vor allem in einem Oldie keine "schlechten" Motoren. Sondern charakterprägende. Der Fahrer sollte die Muße haben, sich auf die Maschine einzulassen. So macht zum Beispiel die geringe Motorleistung, die Notwendigkeit zu vorausschauender Fahrweise, den Reiz eines Trabant aus. Und der alle 20.000 km nötige Zahnriemenwechsel eines Ferrari-V8 ist Anlass, sich mit den konstruktiven Eigenwilligkeiten dieses Aggregats zu beschäftigen. Genauso mit der dienstunwilligen Startautomatik einiger Vergasertypen. Es geht doch darum, sich einzulassen, die Technik zu erfühlen, Schwächen wie Stärken zu erkennen. Es gibt keinen Verbrennungsmotor, der nur "schlecht" ist. Es gibt sehr eigenwillige oder wartungsintensive Verbrennungsmotoren, die den Charakter eines Autos prägen. Genau diese Eigenschaft geht übrigens unter beim Elektroantrieb: Jeder Motor ist gleich. Nur Leistung und Akkugröße machen noch den Unterschied. Mein als Dreckschleuder verschriener Trabi-28-PS-Zweizylinder-Zweitakter, der angeblich nur 80.000 km halten soll, erfreut mich bei jedem Kaltstart mit einem herzerfrischenden Hääääääänmnggg däng däääng denn dängg... Ein "schlechter" Motor, der mich mit einigen Pannen nach Westafrika gebracht hat. Ich liebe ihn!
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Michael Struve: "Einen Motor, der mich mit massiven Mängeln nervt, kann ich nicht lieben"

Michael Struve kann einem Motor nicht alle Schwächen verzeihen.

©Kersten Weichbrodt

Wenn ich im Fiat 2300 durch die Landschaft fahre und dem wunderbaren Klang des Motors lausche, entspannt mich das. Ich kann zufrieden auf die Anzeigen für Wassertemperatur, Öldruck und Tank schauen und die Ausfahrt genießen. Ich liebe diesen Reihensechszylinder. Der Motor ist das Herzstück eines jeden Oldtimers und ruft zusammen mit dem Design die größten Emotionen hervor. Wenn er  technisch gut gemacht ist und auch noch zum Charakter des Autos passt, kann man ihn nur gern haben. Da verzeihe ich auch die eine oder andere Schwäche, denn die Unvollkommenheit alter Motoren hat ihren Reiz. Sie markiert den damaligen Stand der Technik. Anders sieht es aus, wenn wegen konstruktiver Mängel permanent die Angst vor einem Motorschaden mitfährt. Oder wenn ein Motor auch ohne Wartungsstau extrem unzuverlässig ist, übertrieben viel verbraucht oder unkultiviert rumdröhnt. Das nervt auf Dauer. So einen Motor kann ich nicht lieben. Er entspricht einfach nicht meinen Erwartungen. Und die spielen bei der Bewertung eines Motors eine entscheidende Rolle. In meiner Heckflosse liebte ich den temperamentarmen, aber gemütlich brummenden Dieselmotor. Die gleiche Maschine eingebaut in eine Corvette C3 würde mich total enttäuschen, weil ich Power und V8-Bollern erwarte. Das gehört zur Corvette-DNA. Schon die C1 wurde erst richtig geliebt, als ein V8 den Sechszylinder ersetzte. Auch der Diesel von GM konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Er war weder zuverlässig noch pflegeleicht, und im Cadillac schlicht nicht standesgemäß. Interessant wäre so ein Exot trotzdem. Hätte ich einen, würde ich ihn besonders schonend bewegen. Irgendwie könnte ich mich mit diesem schlechten Motor arrangieren – aber lieben könnte ich ihn nicht.

Fotos: Thomas Ruddies / AUTO BILD

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