Mercedes 300 SLR Uhlenhaut: teuerstes Auto, Auktion, Achtzylinder
Teuerstes Auto der Welt: 135 Millionen Euro für Mercedes 300 SLR!

Dieser Mercedes 300 SLR Rennsportwagen ist das allerteuerste Auto der Welt. 135 Millionen Euro brachte das "Uhlenhaut-Coupé" bei einer Auktion in Stuttgart. AUTO BILD hat alle Infos!
Bild: Daimler AG
- Raphael Schuderer
Es ist offiziell: Ein Mercedes ist das teuerste Auto der Welt. Am 5. Mai 2022 wurde im Auftrag von Mercedes das legendäre "Uhlenhaut-Coupé", ein Mercedes-Benz 300 SLR, versteigert. Der Preis: 135 Millionen Euro! Den Deal hat Mercedes-Boss Ola Källenius am 18. Mai dem Wirtschaftsportal "Bloomberg" bestätigt.
Nützliches für Oldtimer-Fans
Damit ist der Wagen mehr als dreimal so teuer wie der bisherige Rekordhalter, ein Ferrari 250 GTO aus dem Jahr 1963, Dieser wechselte vor wenigen Jahren für über 40 Millionen Euro den Besitzer. Der Super-Mercedes kostete nun fast so viel wie ein kürzlich versteigertes Bild von Andy Warhol.
Geheim-Auktion in Stuttgart
Alle Details zur Auktion sind streng geheim. Nur der Preis von 135 Millionen Euro ist mittlerweile bekannt. Etwa ein Dutzend handverlesene und superreiche Autosammler seien teils per Privatjet eingeflogen worden. Der Deal ging am 5. Mai im Mercedes-Museum in Stuttgart über die Bühne.

Mercedes-Rennsportleiter Rudolf Uhlenhaut (1906-1989) nutzte den Flitzer jahrelang als persönlichen Dienstwagen.
Bild: Daimler AG
Der Käufer? Bleibt auch geheim. Gerüchtehalber soll es sich um ein hohes Tier aus der britischen Automobilwirtschaft handeln – bestätigt wurde das bisher aber nicht. Mercedes schweigt, ebenso das beteiligte Auktionshaus.
Wie kann ein Auto so teuer sein? Es gibt nur zwei Stück. Die beiden unterscheiden sich nur durch die Farbe der Innenausstattung: Rot und Blau. Der Mercedes-Flügeltürer 300 SL, mit dem der Uhlenhaut-SLR eng verwandt ist, zählt ohnehin zu den begehrtesten Sammlerstücken, Exemplare in perfektem Zustand werden mit 1,4 Millionen Euro bewertet.

Das Uhlenhaut-Coupé wurde ausschließlich für den Rennsport gebaut. Es war schneller und lauter als der 300 SL.
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Doch das "Uhlenhaut-Coupé" hat unter der Haube keinen Reihensechser, sondern einen Reihenachtzylinder! Dass die seltene Uhlenhaut-Spezialausführung fast den hundertfachen Preis eines Flügeltürers erzielt hat, ist für sich schon sensationell.
Källenius: "Mercedes nun auf einem anderen Planeten"
Mercedes-Chef Ola Källenius sagte gegenüber Bloomberg, er sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis, man befinde sich nun "auf einem anderen Planeten" im Vergleich zu Ferrari. Neben dieser Sensation in der Sammlerwelt will Mercedes auch im Motorsport damit ein Zeichen setzen. Die Ferrari-Moral dürfte durch diesen Mega-Deal gesunken sein.

Die Uhlenhaut-Millionen finanzieren künftig Bildungsstipendien für junge und finanziell benachteiligte Menschen.
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Mercedes indes hat die Auktions-Millionen schon verplant: Es bildet das Startkapital des "Mercedes-Benz Fonds", wie Mercedes-Vorständin Renata Jungo Brüngger – zuständig für Unternehmenskultur – Bloomberg sagte.
Die Stuttgarter wollen damit weltweit Bildungsstipendien ermöglichen. Der Fokus liegt auf Umwelt und Nachhaltigkeit und richtet sich an junge Menschen, die finanziell benachteiligt leben.
Spitzentempo damals atemberaubend
Als der Wagen 1956 gebaut wurde, zählte er zu den absoluten Übersportwagen seiner Zeit und fuhr – für damalige Verhältnisse atemberaubend – 286 km/h Spitze.
Technische Daten Mercedes 300 SLR
Motor | 2,5-Liter-Achtzylinder-Benziner (Reihenmotor) |
|---|---|
Baujahr | 1955 |
Stückzahl | 2 |
Spitze | 286 km/h |
Getriebe | 5-Gang-Handschaltung |
Antrieb | Hinterachse |
Länge/Breite/Höhe | 4300/1740/1210 mm |
Gewicht | ca. 1117 kg |
Drehmoment | 310 Newtonmeter |
Leistung | 302 PS |
Zu seinem Namen kam der spezielle 300 SLR, weil Rudolf Uhlenhaut, damaliger Leiter der Rennsportabteilung, den Sportwagen einst als Dienstwagen nutzte.
Ursprünglich sollte das Coupé bei Autorennen zum Einsatz kommen, allerdings zog sich Mercedes nach der Saison 1955 für viele Jahre aus dem Rennsport zurück.
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