VW Golf I Cabrio

VW Golf 1 Cabrio: Design, gebraucht, Preis, Leistung, Oldtimer

Warum das Golf 1 Cabrio ein problemloser Alltags-Klassiker ist

Das VW Golf 1 Cabrio eignet sich als pflegeleichtes Spaßauto für die Sommersaison. Auf diese Punkte müssen Sie beim Kauf eines "Erdbeerkörbchens" achten!
Als Cabrios in den 80er-Jahren noch angesagte Autos waren, war das "Erdbeerkörchen" der bezahlbare Star unter dem nächtlichen Sternenhimmel. Das VW Golf Cabriolet der ersten Generation war ein Golf 1, der als Limousine eigentlich schon im Jahr 1983 vom Golf 2 abgelöst wurde.
Doch das Golf 1 Cabrio wurde nahezu unverändert bis ins Jahr 1993 gefertigt – beim Cabriolet-Spezialisten Karmann in Osnabrück. Die letzten Modelle verfügten als Rechtslenker sogar über einen spät nachgerüsteten Fahrerairbag, um den immer strengeren Sicherheitsregularien gerecht zu werden. Der Rest blieb, wie er war.

Das VW Golf 1 Cabrio wurde bis ins Jahr 1993 gefertigt

Ab 1984 leuchtete das fünf Jahre zuvor gestartete Golf Cabrio aus Doppelscheinwerfern, die Stoßstangen blieben bis Mai 1987 aber noch schmal.

©Roman Raetzke / AUTO BILD

Es gab während der knapp 15-jährigen Produktionszeit zahlreiche kleinere und größere Modellpflegen, die sich auf das Aussehen des Golf Cabrio jedoch kaum auswirkten. Die größte Unterscheidung gab es zum Modelljahr 1988, als der offene Osnabrücker die verkleideten Stoßstangen bekam, die ihn deutlich moderner erschienen ließen. Beim Antrieb gab es ebenfalls verschiedene Generationen. Angefangen beim allzu schmächtigen 1600er-Vierzylinder mit 70/72 PS, gab es letztlich nur noch 1,8-Liter-Vierzylinder in verschiedenen Leistungsstufen mit 90, 95 und 98 PS. Der Einspritzer war letztlich vom Golf GTI abgeleitet, der in den 90er-Jahren jedoch aus dem gleichen Hubraum 112, 107 und, später als 16-Ventiler, 129 PS holte. Immerhin konnten sich die Fans des VW Golf 1 aussuchen, ob sie manuell schalten oder mit einer Getriebeautomatik der überschaubaren Fahrdynamik des Erdbeerkörbchens jegliche Dynamik rauben wollten.

Der Überrollbügel des Golf I Cabrio war ein Sicherheitsfeature

Wulstig: Verdeckkragen wie beim offenen Käfer.

©Roman Raetzke / AUTO BILD

Für die einen war es der absolute Traumwagen; andere spotteten über das viersitzige Golf Cabrio der Einstiegsklasse, das mit seinem charakteristischen Überrollbügel im Jahre 1979 das technisch allzu betagte VW Käfer Cabrio ablöste. Zugegeben, eine Schönheit war der Überrollbügel, der das Golf Cabrio zum "Erdbeerkörbchen" oder "Henkelmann" abstempelte, nicht. Doch die bei geöffnetem Dach wenig filigrane Konstruktion war in den 1980er-Jahren die einzig bezahlbare Möglichkeit, den neuen Sicherheitsanforderungen Genüge zu tun. Die direkten Wettbewerber Opel Kadett und Ford Escort machten es dem Golf 1 Cabrio nach und trugen bei schönem Wetter ebenfalls ihren schwarzen Henkelmann zur Schau, der sich sonst unter der stramm sitzenden Mütze versteckte. Neben der höheren Sicherheit hatte der Überrollbügel tatsächlich einen weiteren Vorteil: Bei heruntergelassener Seitenscheibe ließ es sich mit entsprechendem Fitnesslevel in den Innenraum hüpfen – bei geschlossener Tür. Mehr als einmal zeigte Schauspieler Sascha Hehn im TV-Massenerfolg "Schwarzwaldklinik" das Manöver, als er so höchst dynamisch in sein einst weißes Golf Cabriolet der CC-Edition sprang.
Nützliches für Oldtimerbesitzer

Owatrol Rostversiegelung (1 Liter)

Preis*: 22,00 Euro

SONAX XTREME MetalPolish

Preis*: 10,99 Euro

FLUID FILM AS-R Hohlraumversiegelung

Preis*: 25,00 Euro

Black+Decker Auto-Werkzeugtasche (76-teilig)

Preis*: 42,00 Euro

GEDORE Drehmomentschlüssel (40 - 200 Nm)

Preis*: 96,58 Euro

Blaupunkt Kugel-Lautsprecher

Preis*: 39,00 Euro

Quixx Schwarze Kunststoff-Farbe

Preis*: 13,75 Euro

*Preise: Stand 21.01.2021

Die Sondermodelle des Golf 1 Cabrio sind besonders begehrt

Funktionales Cockpit, hier schon mit späterem Vierspeichenlenkrad.

©Roman Raetzke / AUTO BILD

Die Komfortausstattung war bis zur großen Modellpflege in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre überschaubar. Doch um den erhöhten Kundenansprüchen auf Märkten wie den USA, Südeuropa oder Australien zu genügen, wurde schrittweise draufgesattelt. So bekamen gerade begehrte Sondermodelle wie "Bel Air", "Acapulco2, "Classic Line" oder der "Etienne Aigner" Details wie beheizbare Ledersitze, ein elektrisches Stoffdach oder elektrische Fensterheber. Die gab es seltsamerweise nur vorne; die hinteren Fenster, die sich ohnehin nur ein Stück nach unten fahren ließen, mussten manuell gekurbelt werden. Die Modelle der Sportline bekamen mit ihren schicken Stoffsportsitzen sogar eine elektrische Sitzhöhenverstellung. Im Laufe der Jahre gab es auch mehrere Dachkonstruktionen. Das bezieht sich nicht darauf, dass es in den späteren Produktionsjahren auch Varianten mit teilelektrischem Dach gab, sondern es gab abhängig vom Baujahr verschiedene Dachgestänge. In den ersten Jahren reckte sich das PVC-Dach hoch im Heck des Fahrzeugs und versperrte die Sicht nach hinten – beinahe ebenso wie beim VW Käfer. Über die Jahre gab es deutlich flachere Gestänge, die das aufgeklappte Dach weniger störend sein ließen. Jedoch musste das zurückgeklappte Dach – egal, ob manuell oder mit Motorkraft – mit einer Persenning abgedeckt werden, die die offenen Haken aus Sicherheitsgründen abdeckte.

Wichtig beim Kauf eines VW Golf 1 Cabrio ist maximale Originalität

Der 75-PS-Vierzylinder lässt sich dank breitschultrigem Drehmoment schön schaltfaul fahren.

©Roman Raetzke / AUTO BILD

Heute ist das VW Golf 1 Cabrio, das erst 1993 mit dem Golf 3 Cabrio einen deutlich weniger charakterstarken Nachfolger bekam, längst ein begehrter Klassiker. Günstige Modelle sind nach wie vor zahlreich auf dem Markt. Chancen auf eine Wertsteigerung haben jedoch nur die sehr gepflegten Fahrzeuge mit einer Laufleistung von nennenswert unter 150.000 Kilometern und einer entsprechenden Ausstattung. Gerade das VW Golf 1 Cabrio Classic Line in der besonders beliebten Farbkombination Dunkelgrün mit beigem Dach und entsprechenden Ledersitzen ist ebenso begehrt wie das gleiche Fahrzeug in Dunkelblau oder Dunkelrot. Das elektrische Dach gilt nicht als anfällig – ist jedoch kein Muss. Es ist nicht schneller, als wenn man das Stoffdach manuell öffnet, und die Persenning muss ohnehin per Hand übergezogen werden. Wichtig ist jedoch die maximale Originalität. Ein als Rollo am Überrollbügel nachgerüstetes Windschott ist zu vertreten – das gab es auch ab Werk. Doch originale Felgen sind ebenso ein Muss wie ein gepflegter Innenraum. Ansonsten ist die Vollausstattung gesetzt.

Die Preise des klassischen Golf Cabriolet ziehen an

Der 1,8 Liter große Vierzylinder-Einspritzer mit 98 PS beschleunigt den offenen Golf zwar nur auf 170 km/h, der Motor gilt jedoch als nahezu unzerstörbar und ist – wie das gesamte Golf Cabriolet – einfach zu reparieren. Obschon es sich in der Basis um einen echten Golf 1 mit jedoch verstärkter Bodengruppe handelt, gelten die Modelle nicht als besonders rostanfällig. Und auch hier ist von Vorteil, dass die Teile Massenware aus dem Konzernregal sind. Selbst das PVC-/Stoffdach lässt sich mit überschaubarem Aufwand von einer Sattlerei wechseln, genau wie die Sitzbezüge. Ein Fahrzeug aus dem Jahr 1991/1992 mit rund 100.000 Kilometern kostet in gepflegtem Zustand schnell 15.000 bis 20.000 Euro – Tendenz steigend. Schlechter ausgestattete Sondermodelle wie "Young Line", "Fashion Line" oder "Sportline" sind deutlich günstiger. Einige unfallfreie Modelle aus erster Hand im Topzustand mit deutlich unter 50.000 Kilometern kosten mittlerweile jedoch 30.000 Euro oder mehr.

Autor: Stefan Grundhoff

Fotos: Roman Raetzke / AUTO BILD

Stichworte:

Oldtimer Cabrio

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.