Lederpflege im Auto

Lederpflege im Auto

So pflegen Sie das Leder im Auto richtig

Leder bringt Luxus in den Auto-Innenraum und gilt als strapazierfähig. Aber es muss auch gepflegt werden. Worauf Sie dabei achten sollten, verrät AUTO BILD.
Leder besteht neben Haut und Gerbstoffen aus Fett, Flüssigkeit und Farbstoffen. Autoleder ist fast immer Glattleder, dessen Oberfläche mit einer Farbschicht abschließt. Dadurch ist es pflegeleichter als Wild- oder oder Rauleder. Damit die Freude am Leder lange währt, sollte das Leder regelmäßig gepflegt werden. Wildes Draufloswischen und -bürsten ist aber der falsche Ansatz. AUTO BILD zeigt, wie es richtig geht und welche Pflegemittel Sie nutzen sollten.

Richtige Leder-Pflege: Weniger ist mehr

In einem Neuwagen fällt in Sachen Lederpflege kaum Arbeit an. Das Leder kommt frisch vom Gerber und ist noch perfekt präpariert. In den ersten drei Jahren nach Anschaffung reicht es deswegen aus, die Ledersitze (vor allem stark beanspruchte Stellen wie Sitzauflage und Rückenlehne) einmal jährlich nach der Reinigung mit einer leichten Pflegeversiegelung zu behandeln. Häufiges Pflegen ist nicht notwendig. Älteres Leder benötigt eine intensivere Zuwendung, aber auch hier ist die Lederpflege einmal, maximal zweimal pro Jahr ausreichend. Es sei denn, es handelt sich um helle Lederbezüge, dann sollte durchaus alle drei Monate gereinigt und versiegelt werden. Denn Umwelteinflüsse oder Farbrückstände von der Kleidung (z. B. Jeans) sind sehr schnell auf hellem Leder sichtbar.

Leder im Auto richtig reinigen: So geht's

Die Bürstenwahl fällt leicht: Tut sie der Haut nicht weh, richtet sie auch beim Leder keinen Schaden an.

Zunächst sollte man die Ledersitze absaugen oder abbürsten. Danach wird ein milder Lederreiniger mit einem Schwamm aufgetragen. Beim Auftragen sollte man darauf achten, sich immer von Naht zu Naht in eine Richtung vorzuarbeiten. Die Nähte danken es einem. Denn wischt man achtlos über sie drüber, verlieren sie schnell ihren Glanz. Besonders gefährlich wird es für weiße Nähte auf schwarzen Ledersitzen. Bei der Menge der verwendeten Pflege-Produkte gilt sparsames und dafür flächendeckendes Auftragen. Übrigens: Sehr schnell leidet vor allem die linke Seitenwange des Fahrersitzes. Bei jedem Ein- und Aussteigen wird das Material beansprucht, deswegen benötigt es beim Pflegen besondere Zuwendung.
Bei älterem und schmutzigerem Leder darf es auch schon einmal der stärkere Reiniger sein. Für belüftete Autositze ist Reinigungsschaum von Vorteil, da sich die Löcher im Leder nicht mit dem Reiniger zusetzen. Neben den Sitzen lohnt auch die Reinigung von Leder-Lenkrad und -Schaltknüppel, allein schon aus hygienischen Gründen.

Reiniger nur sparsam einsetzen, sonst kann es weiße Verfärbungen auf dem Leder geben.

Nachdem der Lederreiniger aufgetragen ist, wird noch einmal mit einem feuchten Lappen über die Sitze gewischt. Was für den Reiniger gilt, gilt fürs Wasser: weniger ist mehr. Übrigens: Für Kunstleder gibt es spezielle Kunstleder-Reiniger. Die gängigen Anbieter von Lederpflege-Produkten haben auch Mittel für Kunstleder im Sortiment.
Sind die Ledersitze schon deutlich mit Rissen übersät, hilft Flüssigleder. In der richtigen Farbe kann es oberflächlichen Schaden kaschieren. Bei tiefen Rissen stößt aber auch Flüssigleder an seine Grenzen. Schuhcreme eignet sich hingegen nicht zur Leder- und Farbpflege im Auto. Egal, wie aufwendig man sie einarbeitet und danach bürstet, Abfärbungen auf der Kleidung sind programmiert. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Lederpflege im Auto gibt es in der Bildergalerie.
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Vorsicht beim Einsatz von Flüssigkeiten

Auch beim Wasser gilt: Lieber zu wenig, als zu viel. Sie wollen Ihr Leder schützen, nicht ertränken.

Glattes Leder reagiert auf Reiniger und Wasser relativ unempfindlich, anders ist das bei Rauleder oder perforiertem Leder. Diese Ledersorten sind offenporig, die Flüssigkeit kann schnell ins Leder einziehen – Fleckengefahr! Auch bei belüfteten Sitzen ist doppelte Vorsicht geboten. Wer sich nicht sicher ist, kann den Wassertropfen-Test machen. Nimmt die Oberfläche das Wasser auf, ist Vorsicht angesagt. In der Regel reicht ein leicht mit Reiniger und Wasser angefeuchteter Lappen. Nach dem sparsamen Wassergebrauch beim Reinigen, sollte das Leder bei guter Durchlüftung trocknen, damit es nicht anfängt zu gammeln. Wichtig: Ältere Glattleder-Garnituren können über Risse ebenfalls Flüssigkeit aufnehmen.

Bei grobem Dreck hilft nur noch Benzin

Lederreiniger und Pflegemilch haben bei fiesen Flecken versagt? Dann hilft spezielles Reinigungsbenzin.

Wenn sich sämtliche Reiniger an hartnäckigen Flecken die Zähne ausbeißen, bleibt nur noch der Griff zum Waschbenzin. Hier gibt es spezielle Produkte, die auf die Lederpflege abgestimmt sind. Das Benzin wird sparsam auf einen Lappen (Mikrofaser) aufgetragen. Das Benzin braucht ungefähr eine Minute, um in den Lappen einzuziehen. Danach kann die sanfte Benzin-Behandlung losgehen.

Rückfettung mindestens einmal pro Jahr

Bei neuem Leder kommt nach drei Jahren die Rückfettung zur Lederpflege hinzu. Ein- bis zweimal pro Jahr sollte man das Prozedere seinen Ledersitzen gönnen. Passiert das nicht, wird das Leder trocken, rissig und spröde. Pflegemilch mit UV-Filter schützt auch vorm Ausbleichen durch Sonnenlicht. Gerade für Cabrios ist das eine Empfehlung. Auch hier sei wieder erwähnt: weniger ist mehr! Ist man bei der Verwendung der Pflegemilch zu großzügig, kann es zu hässlichen weißen Rändern und Rückständen auf dem Leder kommen. Achten Sie unbedingt darauf, für die Rückfettung das richtige Produkt für Ihre Lederbezüge zu kaufen. Es gibt sie für mattes und glänzendes Leder.

Lederpflege ist günstig und geht schnell

Für ein komplettes Lederpflege-Set mit Reiniger, Versiegelung, Tüchern, Waschbenzin und Pflegemilch für die Rückfettung werden ungefähr 40 bis 50 Euro fällig. Wer auf die High-End Produkte zurückgreift, kann natürlich noch wesentlich mehr ausgeben. Supermärkte oder Drogerien haben meist einen Reiniger und ein Pflegemittel im Angebot. Ist ein breiteres Angebot gefragt, lohnt der Weg zum Spezialisten. Die Pflegemittel reichen für mehrere Anwendungen, also für ein paar Jahre. Je nach Umfang der Pflege, ist sie in ein bis maximal zwei Stunden zu schaffen.

Hausmittel für Fleckenbseitigung: Welche taugen, welche nicht?

• Hund oder Kind haben sich auf den edlen Ledersitzen übergeben? Dann kann Glasreiniger Abhilfe schaffen. Aufsprühen, einwirken lassen, danach abtupfen und das Ganze wiederholen. Bloß nicht rubbeln, sonst gibt es Flecken. Katzenstreu und Shampoo können auch helfen: Das Katzenstreu zieht Feuchtigkeit auf und kann nach kurzer Zeit einfach weggesaugt werden. Das Shampoo sollte man in die Sitze einarbeiten, trocknen lassen und ebenfalls einsaugen.
• Gegen festklebende Kaugummis helfen Kühlakkus: Einfach den Akku in ein Tuch wickeln, drauflegen und warten, bis das Kaugummi hart wird. Danach lässt es sich vorsichtig abbröseln.
• Häufigstes Ärgernis: Farbflecken aller Art. Hier gibt es unzählige Haushaltsmittel, die sofortige Besserung versprechen. Bitte verzichten Sie auf das Auftragen von Hautcremes oder Body-Lotionen. Risiko: Es bilden sich hässliche Ränder auf den Sitzen, die nur schwer zu beseitigen sind. Das Gleiche gilt für Laugen, die können das Leder sogar austrocknen und verhärten.
• Generell gilt: Hände weg von artfremden Reinigern wie Felgenreiniger. Auf gar keinen Fall dürfen verderbliche Fette oder Öle eingesetzt werden. Die oxidieren im und auf dem Leder, gammeln und miefen vor sich hin. Das will wirklich niemand!

Autor: Robin Kittelmann

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