VW Bulli mit Doppelkabine
Seltener VW T1 Doka: Verkäufer zieht zurück!

Von Deutschland nach Bolivien und zurück: Die VW T1 Doppelkabine aus dem Jahr 1966 mit spezieller Ausstattung steht nicht mehr zum Verkauf. Was macht den Oldie so selten?
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Für viele Oldtimerfans ist das eine traumhafte Kombination: ein populäres Modell, davon eine seltene Variante, und die auch noch gut erhalten in unrestauriertem Originalzustand. Ein Glücksfall, wie Enthusiasten sich ihn wünschen.
So ein Traum rasselte neulich im Boxersound ganz real in die Öffentlichkeit: Auf dem VW-Treffen HO26 in Hessisch Oldendorf im Juni 2026 zeigte Sammler Thomas Kulisch aus Bad Zwischenahn seinen ganz besonderen Bulli. Es ist ein VW T1 Doppelkabine, Baujahr 1966, mit seltener Ausstattung wie Safari-Fenstern und kurzer Übersetzung. Der Wagen hat Patina und Gebrauchsspuren, die von den Jahrzehnten erzählen; ausgetauscht und neu gemacht wurde erfreulich wenig.
Warum ist diese VW T1 Doka auf einmal nicht mehr zu verkaufen?
Kulisch wollte den Doka-T1 verkaufen und nannte auf dem HO26-Treffen auch schon einen Preis. In Gesprächen dort wurde ihm aber klar, wie extrem selten es ist, dass bei so einer Doka die Spriegel über der Ladefläche und die Plane noch im Original erhalten sind.

Der blaue VW T1 Doka trägt weiße Stoßstangen mit Gebrauchsspuren. Die Nummernschilder sind aus Frankreich, denn der Verkäufer möchte nicht die echten Kennzeichen veröffentlichen. VW nahm zum Modelljahr 1959 die T1 Doppelkabine ins Programm.
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Bevor er nun zu wenig verlangt, hat er sich entschieden, den Bulli erst mal nicht mehr zum Verkauf anzubieten. Er erwägt, ihn eines Tages auf einer internationalen Aktion versteigern zu lassen.
Ist der VW T1 Doka generell selten?
Für T1-Verhältnisse ist der Pritschenwagen mit Doppelkabine (Spitzname: "Doka") schon selten: Unter sechs Prozent der insgesamt produzierten VW Typ 2 T1 waren Doppelkabinen, damit ist die Doppelkabine eine der seltensten regulären Werksvarianten des T1. Und: Die meisten wurden im harten Arbeitseinsatz aufgerieben und nicht aufgehoben. Wie viele erhalten sind, ist nicht dokumentiert.
In absoluten Zahlen hat das Volkswagenwerk in Hannover allerdings – je nach Quelle – entweder knapp 58.000 oder rund 90.000 Stück gefertigt. Das gilt in Oldtimerkreisen nicht gerade als selten.
Was macht diesen blauen VW T1 Doka außerdem so selten?
Unser blaues Exemplar entstand 1966. Es hatte also schon den drehmomentstarken 1,5-Liter-Boxermotor und 12-Volt-Elektrik.

Die drei Seitenwände der Pritsche lassen sich herunterklappen. Der Lack im Farbton "Taubenblau" ist großenteils original, der vordere Teil der Kabine wurde aber schon mal neu lackiert. Zum Glück fällt das kaum auf.
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Besitzer Thomas Kulisch bezeichnet ihn als "außergewöhnliche Rarität". Seine Begründung: "Es wurde eine sehr geringe Stückzahl der T1 Doppelkabinen für behördliche und zivile Zwecke für den alpinen Einsatz im Gebirge gefertigt. Originale VW T1 Doppelkabinen mit alpiner Sonderausstattung wie dem M092-Getriebe sind heute äußerst rare und gesuchte Sammlerstücke." Das Getriebe hat eine kürzere Übersetzung, ein typisches Extra fürs Gebirge.

Plane, Holzleisten und Spriegel (Bestellcode M207) sind laut Verkäufer noch die erhaltenen Originalteile.
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Hinzu kommt: Die Neuwagenrechnung von VW liege noch vor, die Historie sei laut Verkäufer vollständig dokumentiert.
Welche seltene Sonderausstattung hat dieser VW T1?
Bestellt wurde die Doka 1966 "mit weiteren Extras wie verstärkten Stoßdämpfern, ausstellbaren Windschutzscheiben, Luftfilter mit größerem Ölinhalt und Plane und Spriegel", listet Kulisch auf.

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Welche Geschichte hat dieser VW T1 Doka?
Direkt vom Werk in Hannover-Stöcken wurde der blaue Doka-Bulli nach Bolivien exportiert. Am 15. Februar 1967 bekam der Erstbesitzer den blauen T1 vom Händler in La Paz.
FAQ: VW T1 Doppelkabine (Doka) – die wichtigsten Fragen und Antworten
Frage | Antwort |
|---|---|
Was ist eine VW T1 Doppelkabine (Doka)? | Eine Bulli-Pritsche mit zwei Sitzreihen und Platz für bis zu sechs Personen. |
Warum ist die VW T1 Doka so selten? | Weniger als sechs Prozent aller VW T1 wurden als Doppelkabine gebaut. Besonders selten bei diesem Exemplar sollen die original erhaltenen Teile über der Pritsche sein: Metallgerüst, Holzspriegel und Plane. |
Was macht das angebotene Exemplar außerdem besonders? | Der Bulli besitzt seltene Extras wie Safari-Fenster und eine Gebirgsübersetzung. |
Was ist die Gebirgsübersetzung M092? | Ein kürzer übersetztes Getriebe für den Einsatz in bergigen Regionen. |
Welche seltene Sonderausstattung hat dieser VW T1 noch? | Safari-Fenster, verstärkte Stoßdämpfer und einen speziellen Luftfilter. |
Wann kam die T1 Doka auf den Markt? | Volkswagen nahm die Doppelkabine zum Modelljahr 1959 ins Programm. |
Woher stammt dieser Bulli? | Er wurde in Hannover gebaut und direkt nach Bolivien exportiert. |
Ist dieser VW T1 restauriert? | Nein. Er ist laut Verkäufer weitgehend im unrestaurierten Originalzustand. |
Welchen Motor hat der VW T1 Doka? | Einen luftgekühlten 1,5-Liter-Boxermotor mit 44 PS. |
Wer erfand die T1 Doppelkabine? | Die ersten Doppelkabinen auf T1-Basis baute ab 1953 der Karosseriebauer Binz – Jahre vor Volkswagen. |
Warum sind erhaltene T1-Dokas heute so gesucht? | Die meisten wurden im harten Arbeitseinsatz verschlissen und später verschrottet. |
Wer hat den VW T1 Doka erfunden?
Erfunden hat den VW T1 Doka nicht etwa Volkswagen selbst, sondern der Karosseriebauer Binz. Und das kam so: 1950 ging der T1-Bulli in Serie – als "VW Transporter" (also mit drei Sitzplätzen vorn und zunächst fensterlosem Laderaum dahinter) und als "VW Bus" (also mit zwei bis drei Sitzreihen und Fenstern rundum).

Alleinstellungsmerkmal der Doppelkabine ist, na ja, die Doppelkabine – mit Dreier-Sitzbank zwischen Vordersitzen und Ladefläche. Die Trennwand begrenzt die Fußfreiheit.
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1951 oder 1952 brachte VW den T1 als Pritschenwagen, mit kleinem Führerhäuschen vorn und langer Ladefläche. Interner Name: VW Typ 2/26. Auf Wunsch gab es auch eine verlängerte Pritsche aus Holz.
Im Karosseriebetrieb Binz in Lorch (östlich von Stuttgart) kam jemand auf die Idee, Bus und Pritsche zu kombinieren: zu einem Nutzfahrzeug mit Platz für sechs Insassen und verkürzter Pritsche.

Die Sitze wurden neu bezogen, aber insgesamt scheint der VW weitgehend original erhalten. Die originalen Sitzbezüge hat der Verkäufer noch, er würde sie zusammen mit dem T1 abgeben.
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Schon 1953 baute Binz die ersten VW T1 Doka in Kleinserie – rund sechs Jahre vor Volkswagen selbst!
Zu erkennen ist die Binz-Doka vor allem daran, dass die hintere Tür (auf der Beifahrerseite) hinten angeschlagen ist.

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Gab es Pick-ups mit Doppelkabine nicht schon früher in den USA?
Jedenfalls nicht in großen Stückzahlen. Erst zum Modelljahr 1957 erschien der International Harvester Travelette: ein Pick-up mit Rücksitzbank, sechs Sitzplätzen und einer dritten Tür auf der Beifahrerseite – also fast genau wie bei der Binz-Doka auf T1-Basis. Mit dem Modelljahr 1961 gab es den International Travelette auch als Viertürer. Die anderen Pick-up-Hersteller imitierten das Konzept.
In den USA werden bei Pick-ups solche Doppelkabinen "Crew Cab" genannt, also Mannschaftskabine.
Technische Daten VW Typ 2 T1 Doppelkabine

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- Motor Vierzylinder-Boxermotor hinten längs, luftgekühlt, zentrale Nockenwelle, über Stirnräder angetrieben, Fallstromvergaser (Solex 30 PICT)
- Hubraum 1493 cm3
- Leistung 32 kW (44 PS) bei 4000/min
- max. Drehmoment ca. 100 Nm bei 2000/min
- Antrieb Viergang-Schaltgetriebe, Heckantrieb
- Leergewicht 1140 kg
- Höchstgeschwindigkeit ca. 105 km/h
- Verbrauch 9,2 Liter Normal/100 km
- Tankinhalt 40 Liter
- Fahrwerk vorn Kurbellenkerachse, hinten Einzelradaufhängung mit Pendelachse und Längslenkern, Drehstabfederung
- Bremsen vorn und hinten Trommel
- Reifen 6.40-15
- Länge/Breite/Höhe 4280/1750/1920 mm
- Radstand 2400 mm
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