Alfa-Meister Helmut Hähn
Der Alfa-Mann

Alfa-Fans im Rhein-Neckar-Raum nennen ihn "Papa": Seit 1959 schraubt Helmut Hähn am Mythos Alfa Romeo, 1964 wurde er offizieller Händler. Eine Geschichte über einen Mann, der seine Marke lebt.
- Christian Steiger
Siegerkränze, an jeder Wand Siegerkränze, manche sind braun und welk geworden, auf ihren Schleifen stehen Jahreszahlen wie 1969 und 1971. Die Kränze hängen bis heute in Helmut Hähns Mannheimer Autohaus, das damals auch ein Rennstall war, ein Talentschuppen, in dem der junge Jochen Mass erst Automechaniker lernte und dann im Renn-Alfa um Siege fuhr. "Es war eine tolle Zeit", sagt Helmut Hähn. Deshalb hat er sie in den Räumen seines Autohauses konserviert und energisch gegen die Forderungen der jungen Marketing-Menschen verteidigt. Alles sieht aus wie in den frühen 70er-Jahren, ein Fall für den Denkmalschutz, und auch die Autos im Schauraum sind Oldtimer.
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Bild: Götz von Sternenfels
Sie steckten einander die Adresse des jungen Schraubers zu, der seine Werkstatt in einer ehemaligen Flak-Stellung betrieb. "Den Carburetor Man haben sie mich genannt", sagt er: Vergasermann Hähn war schon eine lokale Größe, bevor Alfa Romeo zur Boom-Marke deutscher Besserverdiener wurde. Als er 1964 seinen ersten Händlervertrag unterschrieb, lud er die Manager aus Mailand zu Kaffee und Kuchen in sein Wohnzimmer ein. Es war der richtige Zeitpunkt, die Marke startete mit Giulia und Duetto durch. Bis zu 450 Autos im Jahr konnte der Familienbetrieb verkaufen, "und an jedem blieben über 1000 Mark hängen".
Vorteil Alfa Romeo
Kunden kamen, machten eine Probefahrt und zahlten bar. Helmut Hähn hat die Erklärung bis heute: "Die Alfa sahen klasse aus, aber das war es nicht allein. Sie fuhren wie kein anderes Auto. Der Vorsprung war spürbar, vor allem beim Fahrwerk, beim Handling. Die Autos selbst waren das wichtigste Argument." Deshalb die Siegerkränze an den Wänden des Verkaufsraums, aber bis heute kein Marmor-Fußboden und keine Designer-Couchgarnitur. "Ich brauche gute Autos und keinen Palast", sagt der Chef. Er hat hart an der Alfa-Legende gearbeitet, jeden Samstag und an Sonntagen bis mittags, nicht länger, weil seine Familie dann doch ein Veto einlegte.
Hähns Alfa Montreal wird nur einmal im Jahr bewegt

Bild: Götz von Sternenfels
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