Einst fuhr Juan Manuel Fangio diesen 290 MM Scaglietti – jetzt kam er unter den Hammer. AUTO BILD verrät, ob er der teuerste Ferrari aller Zeiten geworden ist!
Er hatte das Zeug zum teuersten Ferrari aller Zeiten: Am 10. Dezember 2015 hat RM Sotheby's in New York einen Ferrari 290 MM Scaglietti von 1956 verkauft, den einst der legendäre Rennfahrer Juan Manuel Fangio fuhr. Mit einem Erlös von 28 Millionen US-Dollar (ca. 25,5 Millionen Euro) hat der 290 MM den 2014 für 38 Millionen Dollar verkauften Ferrari 250 GTO allerdings nicht überholt. Technisch ist er aber ein Leckerbissen. V12 mit Trockensumpfschmierung, 3,5 Liter Hubraum, 324 PS, Weber-Dreifachvergaser, Viergang-Schaltgetriebe, Schraubenfedern und Stabilisatoren an der Vorderachse und eine De-Dion-Hinterachse: Der Wagen ist ein präzises Renninstrument.
Die Renngeschichte des Scaglietti ist beeindruckend. Hier startet Fangio bei der Mille Miglia 1956.
Bild: RM Sotheby's Novafoto Sorlini Collection
Historisch hat er ebenfalls einiges zu bieten: Mercedes hatte Ferrari 1955 den Titel in der Sportwagenweltmeisterschaft abgenommen und dann kehrte auch noch der Erzrivale Maserati in diese Rennserie zurück. Das konnte Enzo Ferrari natürlich so nicht stehen lassen und ließ deshalb den 290 MM Scaglietti entwickeln. Das Beste an Technik kam unters Blech und der möglicherweise beste Fahrer aller Zeiten hinters Steuer. Vom "Commendatore" persönlich gewonnen, startete Fangio 1956 mit dem offenen Ferrari bei der Mille Miglia. Obwohl er keinen Beifahrer neben sich hatte und es die gesamten 1000 Kilometer über regnete und stürmte, fuhr der Argentinier am Ende bis auf Platz vier.Der Titel in der Weltmeisterschaft ging 1956 und 1957 wieder an Ferrari. Beeindruckend ist auch die weitere Renngeschichte des roten Boliden mit der markanten blauen Schnauze. Phil Hill, Alfonso de Portago und Wolfgang Berghe von Trips wechselten sich hinter dem Steuer ab, die Reifen des Ferrari brannten Zeiten in den Asphalt von Strecken wie Nürburgring und Spa-Franchorchamps. Sogar am Grand Prix von Kuba nahm er 1958 teil.
34 Jahre verbrachte der Scaglietti nach Ende der aktiven Karriere 1970 in der Sammlung von Pierre Bardinon in Frankreich. Vor dem jüngsten Verkauf bekam der straßentaugliche Wagen neben regelmäßiger Pflege einen Neuaufbau der Maschine und einen herausnehmbaren Beifahrersitz. Damit eignet er sich für die Teilnahme an Klassik-Events aller Art. Die Originalität des 290 MM hat Ferrari zertifiziert. Und dann ist da noch die eine Besonderheit, über die sich der neue Besitzer freuen kann: Trotz vieler Renneinsätze hatte der 290 MM Scaglietti nie einen Unfall!
Mehr als das Dreifache des im Vorhinein geschätzten Wertes hat der Porsche 356C von Janis Joplin bei der RM Sotheby's-Versteigerung am 10. Dezember 2015 in New York gebracht. Erst bei 1,76 Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) fiel der Hammer.
Bild: Getty Images
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Ausgegangen waren die Experten des Auktionshauses von nicht mehr als 500.000 Dollar für das Cabrio aus dem Jahr 1965. In ihrem vielleicht berühmtesten Song flehte Janis Joplin 1970 den Herrn an, ihr doch einen "Mörceydez-Bens" zu kaufen. Dabei fuhr sie damals schon längst dieses Porsche 356C 1600 Cabriolet.
Bild: RM Auction
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Vom Freund und Roadie ihrer Band David Richards ließ sie das für 3500 Dollar gebraucht gekaufte, ursprünglich perlweiße Fahrzeug in psychedelischen Farben bemalen.
Bild: RM Auction
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Die Front ziert eine Kombination aus Schmetterlingen und ...
Bild: RM Auction
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... einem bunten Januskopf, in dessen Mitte ein flammendes Auge prangt.
Bild: RM Auction
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Klappt man den Tankdeckel auf, blickt einen die schreiende Fratze eines grotesken Kopfes an.
Bild: RM Auction
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Die linke Fahrzeugseite ziert eine idealisierte Berglandschaft, die ...
Bild: RM Auction
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... von einer infantil lachenden Sonne auf dem Heck flankiert wird.
Bild: RM Auction
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Auf dem Heck des Porsche-Cabrios sind zwei skizzenhafte Köpfe verewigt, die von einem Regenbogen überspannt werden. Künstler Richards gab seinem Werk den etwas unbescheidenen Titel: "Die Geschichte des Universums".
Bild: RM Auction
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An den Innenseiten der Karosserie ist noch der originale brüchige Weißlack zu erkennen, wie auch die Plakette des Karossiers Reutter.
Bild: RM Auction
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Im Gegensatz zum extrovertierten Äußeren blieb der Innenraum original, in klassischem, schwarzen Leder. Seit Joplins Tod 1970 befand sich der Wagen im Familienbesitz und war mehr als 20 Jahre lang in der Rock'n Roll Hall of Fame in Cleveland ausgestellt. Er ist mehrfach restauriert worden und soll in einem sehr guten Zustand sein.
Bild: RM Auction
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Sein direkter Verwandter Porsche 356 A musste bei AUTO BILD KLASSIK schon im Test antreten. Hier finden Sie mehr Infos dazu, wie er sich geschlagen hat.