BMW 524d gegen Mercedes 250 D
Dieselt BMW schon so gut wie Mercedes?

AUTO BILD Archiv-Artikel 52/1986: Seit Mercedes mit Modellen wie dem 190E 2.3-16 die sportlichen (BMW-) Kunden anlockt, versuchen die Münchner, Diesel-Käufer zu finden.
- Andreas Borchmann
Es ist nasskalt. Laut hämmernd und mit einer schwarzen Rußwolke am Auspuff, nimmt der 5er-BMW sein morgendliches Tagewerk auf. "Der ist wohl kaputt", bedauert mich ein Nachbar. Falsch. Der BMW ist schon ok. Nur – der rußende Motor ist bislang noch wenig bekannt. Den 5er gibt es jetzt auch mit dem aus der kompakten 3er-Reihe bekannten Sechszylinder-Diesel mit 86 PS. Der Name dieser Münchner Neuschöpfung: 524d. Sein prominentester Konkurrent ist der Mercedes 250D mit 90 PS. AUTO BILD verglich die beiden noblen Limousinen mit dem D (d). Wer das erste Mal in einen 5er mit Dieselmotor steigt, wird nichts Besonderes entdecken. Sein Innenraum wirkt genauso aufgeräumt wie der seiner Benzin-Kollegen.
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Aber auch genauso altmodisch. Das liegt an den steil stehenden Scheiben, der hohen Sitzposition und dem weit in den Innenraum ragenden Lenkrad. Erst ein Blick auf das Armaturenbrett verrät den Diesel. Der Drehzahlmesser endet bei 6000 Touren. Und dann sind da noch zwei Vorglühkontrollen. Eine rote signalisiert: Nicht starten. Erlischt sie, geht eine grüne an. Dann heißt es: Start frei. Einfaches System – fast wie eine Ampel. Der 250 D begnügt sich mit einer Vorglühkontrollleuchte – und die leuchtet orange. Dass die Karosserie des Stuttgarters im Windkanal geglättet wurde, merkt man auf dem Fahrersitz sofort: Die Frontscheibe steht flacher als im BMW, die Seitenscheiben haben mehr Fläche.
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Nachteile der Daimler-Form: Sie ist unübersichtlicher als die des BMW, und im Sommer heizt sich der Innenraum stärker auf. Vorteile verbucht der Stuttgarter in der Sitzposition. Sie ist flacher und nicht so steif wie im BMW. Mit Hilfe der Sitzhöhenverstellung findet jeder Fahrer schnell die passende Einstellung. Wer diese im BMW finden will, braucht die Mentalität eines Puzzle-Spielers und die Fingerfertigkeit eines Taschenspielers. Der Hebel für die Sitzhöhenverstellung liegt eingeklemmt zwischen Fahrersitz und Mitteltunnel. Mit ihm lässt sich der Sitz nicht komplett anheben. Man muss ihn hochschaukeln: erst ein Stückchen vorne, dann ein Stückchen hinten.
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