Rallye Bodensee-Klassik 2012, Etappe 2 und 3

Bodensee-Klassik: 2. und 3. Etappe

Der Schuh von Heidi Hetzer

Vom Schenkelklopfer bis zum Hightech-Rechner: So fahren die Profis Oldtimer-Rallye. autobild.de hat einen Blick in die Cockpits geworfen und verr├Ąt, warum Heidi Hetzer mit roten Absatzschuhen schneller ist.
Entgegen aller Regeln und Empfehlungen kann man mit Absatzschuhen sehr wohl Autofahren ÔÇô und noch dazu richtig schnell. Heidi Hetzer machtÔÇśs vor. Den langen Absatz ihrer roten Flitzer-Treter verkeilt sie routiniert im Fu├čraum ihres Hispano-Suiza von 1921. So hat sie mehr Grip und einen besseren Vollgas-Winkel zum Pedal. Extra-Schub durch Hackengas. Und die Zeit? Die hat sie mit Hilfe ihres Oberschenkels im Blick: "21, 22, 23 ÔÇô so z├Ąhlt man die Sekunden am einfachsten", sagt Hetzer. Dabei klopft sie im Takt auf ihr Bein. Modernen Schnickschnack wie eine Stoppuhr-App f├╝rs Smartphone braucht sie nicht. Nur ein Fahrradtacho, der findet sich im Cockpit ihres Autos dann doch.

Auf einen Blick: Alle Fakten zur BKL

Und die anderen Rallyefahrer? Rallye-Profi Matthias Kahle verl├Ąsst sich zum Beispiel auf seinen Wegstreckenz├Ąhler. Mit ihm hat er die Distanzen im Blick und wei├č immer genau, wieviele Meter einer Wertungspr├╝fung er bereits zur├╝ckgelegt hat. Aber wozu das Alles? Es geht um Sekunden, im Zweifel sogar um Zehntel oder Hundertstel. Zumindest f├╝r die, die auf einer Rallye wie der BKL nach vorne fahren oder sogar gewinnen wollen. Da reicht es nicht, wenn der Copilot das Roadbook richtig lesen kann und den Fahrer fehlerfrei durch die Etappen navigiert. Auf jedem Abschnitt warten Wertungspr├╝fungen (WPs). Und die m├╝ssen in einer vorgegebenen Zeit durchfahren werden. Bedeutet: Das Team f├Ąhrt am Eingang in die Pr├╝fung ├╝ber einen Schlauch. Der startet die Zeitnahme. Einige Meter weiter steht dann eine Lichtschranke, die die Zeitnahme beendet. So auch bei der WP im Kloster Magdenau in der Schweiz.

├ťbersicht: Startzeiten und Ergebnisse

Bildergalerie

Wer, wie in Magdenau, die 20 Meter m├Âglichst exakt in 0,1 Minuten durchf├Ąhrt, liegt am Ende der Rallye in der Addition der Zeiten vorne. Aufgaben f├╝r den Beifahrer: Im Kopf haben, dass 0,1 Minuten sechs Sekunden sind. Und dem Fahrer zielen helfen. Warum? Weil der genau wissen muss, wann die Vorderr├Ąder ├╝ber den Schlauch rollen. Und welches Teil am Auto vorne auf einer H├Âhe von 50 Zentimetern am weitesten herausragt. Das l├Âst n├Ąmlich die Lichtschranke aus. Und nat├╝rlich das Einsammeln der Stempel nicht vergessen. Sonst gibtÔÇÖs Strafzeit. Alles nur Stress am zweiten Tag der BKL 2012? Auf keinen Fall. Fr├╝h am Morgen ging es ├╝ber die Grenze in die Schweiz in Richtung Appenzeller Land. Hinauf zur Schw├Ągalp und am Nachmittag mit einem kleinen Schlenker ├╝ber Deutschland wieder zur├╝ck nach Bregenz.

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Die Strecke f├╝hrte die Teilnehmer dabei vorbei an grasenden K├╝hen, bl├╝hendem L├Âwenzahn und ├╝ber winkelige, kleine Bergstra├čen auf ein geradezu atemberaubendes Bergpanorama zu. Postkartenidylle? Mit Sicherheit. Immer dabei: fr├Âhlich winkende Eidgenossen am Stra├čenrand. Viele Kinder, ├Ąltere Herrschaften und Pietro und Erich. Die beiden Oldie-Fans hatten sich mit Pietros rotem Alfa Romeo Giulia und Erichs blauer Ente kurz hinter Ganterswil am Stra├čenrand postiert. Zum "Autos aluege" (Autos angucken), wie die beiden auf Nachfrage von autobild.de zufrieden verk├╝nden. Im Handschuhfach dabei: Die aktuelle Ausgabe der AUTO BILD KLASSIK und der Streckenplan der Bodensee-Klassik 2012.
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