Die Enttäuschung war vielen Journalisten ins Gesicht geschrieben. Sie hatten sich einen neuen E-Type erhofft. Aber das, was Jaguar da 1975 enthüllte, war ein zigarrenförmiger GT mit merkwürdigen Flügeln am Heck. Stark war er mit seinem V12, aber nicht gerade sportlich. Und nicht offen. Doch der XJ-S (später XJS) bewies Stehvermögen. Er wurde aufgepeppt, musste im Motorsport antreten, und 1988 – endlich – gab es ihn auch als richtiges Cabriolet. Der Mercedes SL hatte einen Konkurrenten bekommen. Und dass der XJS 20 Jahre durchhielt und erst 1995 aus dem Programm genommen wurde, hätte ihm wohl auch keiner zugetraut.
Jaguar XJS 4.0 Baujahr 1991
1988 gab es den XJS endlich als richtiges Cabriolet.
Bild: Charlie Magee
Inzwischen konnten sich viele Skeptiker mit ihm versöhnen, langsam, aber stetig erobert sich der Langschnäuzer einen geachteten Platz in der Ahnengalerie. Das hier gezeigte Exemplar beherbergt den 1991 präsentierten Sechszylindermotor, Nachfolger der legendären XK-Maschine. Er steht ihm gut, er ist ausreichend kräftig, kultiviert und nicht so durstig wie der V12. Die maximal zwei Passagiere sitzen noch richtig im Freien, die niedrige Frontscheibe stört den Cabriogenuss kaum, die Federung gibt sich gnädig. Sicher, so aufregend wie ein E-Type ist er nicht. Aber schön cruisen, das kann er, der XJS.
Technische Daten Jaguar XJS 4.0

Motor: Reihensechszylinder • Hubraum: 3980 cm³ • kw (PS) bei U/min: 166 (226)/4750 • Beschleunigung 0-100 km/h: 9,0 s • Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h • Zeitwert (in Zustand 2, Stand 1/2010): 23.000 Euro.