Auweia: Da inseriert jemand seinen britischen Klassiker, dass es schmerzt: "Reasing Green" sei der "Triumpf" – die doppelt falsche Schreibweise in Kombination mit der Versicherung, es handele sich bei dem Roadster um einen kompletten Neuaufbau, lässt den inserierten Triumph TR4 in Racing Green sofort auf die Liste unserer Reiseziele rutschen. Zwei Tage später. Limburg an der Lahn, beschauliches Städtchen, gediegenes wilhelminisches Villenviertel. Die Tür öffnet der 75-jährige Triumph-Besitzer, ein bis heute tätiger Architekt. Zum Kaffee gibt es gleich ein dickes Fotoalbum, das die Wiederauferstehung des angebotenen TR4 eindrucksvoll widerspiegelt: Frame-off-Restaurierung, Getriebe, Motor, Hinterachse, Auspuff, Reifen, Armaturen, Inneneinrichtung sind nicht nur überholt – sie sind neu.

Letzter seiner Art: Triumph TR4

Triumph TR4
Bild: Frank Stange
Auf der Motorhaube reißt auf einer Länge von rund zehn Zentimetern die Spachtelmasse auf – das ist ärgerlich, aber letztlich Kosmetik, die den Preis reduziert. Auf knapp 11.000 Euro steht der Ebay-Zähler bei unserem Besuch, am Ende wird auch dieser Triumph den Mindestpreis nicht erreicht haben. 23.000 Euro Verhandlungsbasis ruft der Besitzer auf, die wird der TR4 nicht erzielen. Was nicht am Wagen liegt, der in einer eigens in die Villa eingebauten Garage wohnt, sondern an der Marktsituation. "Eigentlich wollte ich auch nur sehen, was die Leute auf Ebay bieten", sagt der Halter des TR4, der die komfortablen Sitze und das wetterfeste Dach des TR6 verbauen ließ. Ein ehrlicher Typ. Und ein ehrliches Auto.