Kein anderes Auto dieser Welt, von Karts vielleicht einmal abgesehen, lässt flinkes Fahren so zur süßen Versuchung werden. Ampelstart? Ha! The winner is: Mini. Kurven fröhlich quietschend kratzen? Handbrems-Schleuderwende üben? Alles kein Problem, denn ein Ur-Mini weckt Ur-Instinkte. Auch weil es ein hinten fensterloser kleiner Van ist. Spezielle Steuergesetze in England halfen ihm auf die Straße. Nur zwei Sitze und Blechfenster hinten, schon galt er bei seiner Geburt als steuerbegünstigtes Nutzfahrzeug.
Mini Van
Schneller und vergnüglicher transportieren — jede Stadtfahrt mit dem Mini Van ist eine Sonderprüfung.
Ähnlich dachten auch die Skandinavier. So entstanden von 1960 bis 1982 weit über eine halbe Million verblechter Mini-Vans. Einen Linkslenker von 1980 bekamen wir zu fassen. Äußere Kennzeichen: der in Blech gepresste und in Wagenfarbe lackierte Grill, Zehn-Zoll-Rädchen, zehn Zentimeter mehr Radstand als beim Normal-Mini. Innere Werte: Gummiblock-Federung, ein Liter Hubraum und 39 PS. Die Minimal-Ausstattung zum maximalen Expressgut-Vergnügen. Türgriff zum Öffnen nach oben gezogen, Schalensitz in der Länge angepasst (Lehne ist leider starr), Schlüssel über Ignition-Position gedreht – let’s go. Das dank offenem Luftfilter (nein, das war nicht serienmäßig) heisere Ansauggeräusch animiert den rechten Arm rasch zum munteren Hochschalten. Im Stadtverkehr ist der Mini dennoch kaum lauter als der recht leise Kalmar. Unterhaltung ist also möglich. Erst mal kreist sie um die spärlichen Schalter und den klassischen Smiths-Rundtacho.

Der Wildeste unter Tausend: Mini Cooper S

Mini Van
Beim Laderaum gilt das Motto: quadratisch, praktisch, gut. 380 Kilogramm Zuladung sind erlaubt.
Bis 150 reicht seine Skala. Wunschdenken im Van, aber für 126 km/h ist er laut Papieren doch schon gut. Damit hängt er die anderen Eilgutfrachter in diesem Vergleich locker ab. Schnell sind wir bei unserer Holperstrecke, da erstirbt spontan der Dialog. Wir warten auf das Schüttel-Erlebnis der kleinen Räderchen. Von wegen. Die simple Gummiblock-Federung zeigt sich von der besten Seite. Bei einem neuen Kompakten würden die AUTO BILD-Kollegen jetzt urteilen: "Angenehm straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt." Das zeigt wieder einmal, wie weit der Mini schon bei seinem Erscheinen 1959 seiner Zeit voraus war. Wenn die Engländer das nur mal bemerkt und die Baureihe ordentlich modellgepflegt hätten. Doch die süßen kleinen Flitzer blieben anfällig bis zum bitteren Fließband-Ende. Auch das Rostproblem fuhr immer mit. Und der mal als Nachfolger gedachte Mini Metro war schon von Beginn an ein verkorkstes Auto. Was für ein Glück, dass BMW jetzt das Sagen hat.