Opel Manta VLN: Nürburgring, 24h, Kissling

Opel Manta VLN: Nürburgring, 24h, Kissling

Dieser Manta ist nicht kleinzukriegen

Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring gehört der Ring-Manta einfach dazu. Seit 25 Jahren ist der Opel dabei. Das macht den Ring-Manta so besonders!
Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring steht der Wettstreit im Vordergrund. Das Glück des Gegners wird dagegen nur in Ausnahmefällen beklatscht. So eine Ausnahme trat ein, als der legendäre Opel Manta VLN von Olaf Beckmann 2019 nach schwerem Crash für eine letzte Runde auf die Strecke zurückkehrte. Die Fans längs der Nordschleife jubelten, einige Gegner standen in der Boxengasse Spalier. Grund: Der Ring-Manta mit dem Fuchsschwanz ist seit 25 Jahren bei den 24 Stunden dabei und steht wie kaum ein zweites Auto für Leidenschaft für den Motorsport.

Bewährte Technik mit modernen Zutaten

Von wegen altes Eisen: Der VLN-Manta fährt in seiner Klasse durchaus um die Platzierungen mit.

Eigentlich war der VLN-Manta mal ein Rallye-Auto. Doch Anfang der 90er-Jahre überredete jemand Besitzer Olaf Beckmann aus Oststeinbek bei Hamburg zum Start bei einem Langstreckenrennen. Klar, dass der Manta dafür umfassend vorbereitet werden musste. Opel-Spezialist Kissling Motorsport half. Daher sitzt unter der Haube ein 1800er-Opel-Vierzylinder, der auf zwei Liter Hubraum aufgebohrt wurde. Der Zylinderkopf mit sechzehn Ventilen stammt vom Opel Kadett E GSI. So leistet der Sauger rund 255 PS. Die treffen auf ein Leergewicht von gerade 930 Kilogramm und ABS.
Das geringe Gewicht macht sich im Grenzbereich bemerkbar. Zusammen mit dem Antiblockiersystem und Bremsen von PFC wird es zum Geheimrezept für besonders spät gesetzte Bremspunkte, gerade auf der Nordschleife ein entscheidender Vorteil. Die Bremsbalance kann eingestellt werden. Das dreifach verstellbare Gewindefahrwerk des Manta VLN stammt von KW, die selbst konstruierte Vorderachse hat einen Negativsturz von 3,5 Grad. Das ist gut für die Seitenführung in der Kurve. Die starre Hinterachse wird gekühlt und lässt sich per Gelenk ebenfalls im Sturz verstellen. Beckmann und seine Piloten-Kollegen schalten sequenziell, das Sechsganggetriebe ist von Drenth. Den Kühler spendete eine Mercedes C-Klasse, der Hauptbremszylinder kommt aus dem Teileregal von Porsche, die Außenspiegel sind von einem Opel Astra DTM, der Heckflügel von einem Porsche GT3. Motorhaube, Kotflügel und Türen sind aus Kohlefaser. Wegen ihrer optimalen Windschnittigkeit wurden Kotflügel vom BMW M3 E30 auf den Manta angepasst und dann nachgeformt. Hier ein Einsatz-Video:

Lebenswerk eines leidenschaftlichen Racers

Spalier: Hier sieht es beinahe so aus, als würden die Cup-Clio dem Senior ehrfürchtig Platz machen.

Neben dem VLN-Manta selbst, ist es der Mensch hinter dem Auto, der die Fans so begeistert. Olaf Beckmann (72) hat sich alle Fähigkeiten eines Kfz-Mechanikers selbst beigebracht. Als Zehnjähriger wusch er Autos, um sein Taschengeld aufzubessern, mit 14 half er bereits bei ersten Motoren-Reparaturen. Als 18-Jähriger baute er für einen Hamburger Autohändler Serienautos zu Rennwagen um und startete in der Tourenwagen-EM. Dann setzten ihm die finanziellen Mittel eine Zeit lang Grenzen. Beckmanns Manta fährt seit 1994 mit derselben Karosserie. Über die Jahre wurde der Manta vom Besitzer Schritt für Schritt optimiert und an die steigenden Anforderungen angepasst. Bis heute richtet Beckmann sämtliche Schäden selbst. 18 Mal trat Olaf Beckmann selbst mit dem Manta beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an, mehr als 100.000 Kilometer legten die beiden auf der Nordschleife zusammen zurück. Bei 59 von 128 Starts in der Klasse H2 der VLN stand Beckmann am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Hier gibt es schöne Opel Manta.

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