Opel Olympia Rekord
Goldstück zum Blechpreis

Erstaunlich, wie locker so ein Opel Olympia Rekord von damals durchs Hier und Heute fährt. Das liebste Mittelklasse-Auto der Deutschen musste in den Fünzigern so sein wie sie: sparsam, fleißig und längst nicht zu fett.
Bild: A. Perkovic
- Christian Steiger

Im 55er Rekord saßen die kleinen Chefs, die den Käfer hinter sich gelassen hatten.
Bild: Aleksander Perkovic

Nein, kein 53er Chevrolet, aber auch kein deutsches Design: Die Opel-Linien kamen von den GM-Zeichenbrettern. Typisch: füllige Kotflügel-Hüften.
Bild: Aleksander Perkovic
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"Im Opel Rekord ist alles so zweckmäßig angeordnet wie beim Gasherd", dichteten die Opel-Werber. Sie hofften auf die Gunst früher Karrierefrauen.
Bild: Aleksander Perkovic
50. Geburtstag: Mit dem Opel Kadett durch Wolfsburg

Die Dreiecksfenster waren die schwache Seite des Rekord, er galt als meistgestohlenes Auto seiner Zeit.
Bild: Aleksander Perkovic
Technische Daten
Opel Olympia Rekord: Motor: Reihenvierzylinder, vorn längs • seitliche Nockenwelle, über Stirnräder angetrieben • ein Fallstromvergaser Opel/Carter • Hubraum 1488 ccm • Leistung 40 PS bei 3600/min • max. Drehmoment 98 Nm bei 2300/min Antrieb/Fahrwerk: Dreigang-Schaltgetriebe (erster Gang unsynchronisiert), Lenkradschaltung • Hinterradantrieb • vorn Doppel-Querlenker, Schraubenfedern, Stabilisator, hinten Starrachse an Blattfedern • Trommelbremsen vorn und hinten • Reifen 5,60-13 Maße: Radstand 2487 mm • Länge/Breite/Höhe 4240/1625/1550 mm • Leergewicht 895 kg • Zuladung 340 kg Fahrleistungen/Verbrauch: 0–100 km/h in 35 s • Spitze 120 km/h • Verbrauch 8–9 Liter Normal pro 100 km • Neupreis: 6250 Mark zzgl. 160 Mark für Heizung (Sommer 1954).
Historie

"Einfahren ohne Geschwindigkeitsbegrenzung!", verspricht das Handbuch. Der schmale 1,5-Liter mit 40 PS hielt es aus.
Bild: Aleksander Perkovic
Plus/Minus

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Ersatzteile

Bild: Aleksander Perkovic
Marktlage
Etwa 450 Rekord-Modelle der Jahre 1953 bis 1957 sind in Deutschland zugelassen, meist Limousinen. Ein solides Exemplar in Zustand 3 kostet zwischen 6000 und 8000 Euro, feine Stücke notieren fünfstellig. Seltener, gesuchter und teurer: Kombis (bis 20.000 Euro in Zustand 2) und Cabrio-Limousinen (über 20.000 Euro).
Empfehlung
Ausprobieren! Und feststellen, dass ein Auto der frühen 50er viel besser fährt als gedacht. Wer’s zeitgeistig mag, der sucht sich keinen ganz frühen Ponton-Rekord, sondern einen 56/57er mit mehr Chrom, verfeinerter Innenausstattung und meist fröhlicheren Außenfarben (die gab es auch schon zuvor, nur seltener). Oder gleich den Nachfolger P1. Aber dieser deutsche Buick-Verschnitt ist gefragter und teurer.
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