Porsche 754 T7: Glücklose Prototypen, Teil 4 von 4
Porsche 754 T7: Vorstufe zum 911er

Anfang der 60er-Jahre entsteht die Idee zu einem viersitzen Sportwagen. Der Porsche 754 T7 scheitert, macht aber den Weg frei für den 911er.
Bild: G. von Sternenfels

Aller Elfer Anfang: Die Frontpartie lässt das spätere Design der Porsche-Ikone erkennen.
Bild: Götz von Strenfels
Ein Kampf zwischen Tradition und Fortschritt
Auch intern ist die Entstehung des 356-Nachfolgers ein Kampf zwischen Tradition und Fortschritt, aus dem der junge Gestalter Ferdinand Alexander Porsche, kurz FA oder "Butzi" gerufen, als Sieger hervorgeht. Sein 1959 erstellter Entwurf mit der Typennummer 754 T7 wird gebaut. Weder der altgediente Karosserie Konstrukteur Erwin Komenda, der schon KdF-Wagen und 356 in Blech presste, noch der hauseigene Stilist Heinrich Klie oder der konkurrierende BMW-507-Designer Albrecht Graf Goertz können sich mit ihren Ideen eines viersitzigen Porsche durchsetzen. Am 1. November 1960 geht der 754 T7 in den Testbetrieb, an der Vorderachse arbeiten versuchsweise MacPherson-Federbeine statt Kurbellenker, im Heck ein neuer Motor. Das Urteil von Testchef Helmuth Bott fällt vernichtend aus: "Das können wir vergessen!" Der Zweiliter-Sechszylinder vom Typ 745 ist ein vierfach gelagerter, mit zwei über Keilriemen von der Kurbelwelle angetriebenen Axialgebläsen und Stößelstangen ausgerüsteter Unterflurmotor. Über den auch noch Gepäck passen soll. Er entpuppt sich als drehzahlschwache Sackgasse. Aus Mangel an Alternativen treibt den Prototyp am Ende das bekannte, 130 PS starke Carrera-2-Triebwerk an. Das Technik-Kunstwerk ist teuer, laut und aufwendig zu produzieren. Auch Ferry Porsche erkennt: Es passt vorn und hinten nicht. Am 10. November stoppt er das Projekt und macht den Weg für den neuen Sportwagen 901 mit 2+2 Sitzplätzen und neu zu entwickelndem OHC-Boxermotor frei. Der Zwitter 754 T7 wird weggestellt.
Technische Daten

Mit demTyp 587/1 erreicht der Fuhrmann-Viernockenwellen-Motor die maximale Ausbaustufe.
Bild: Götz von Strenfels
… und was wurde daraus?
Ähnlich und doch anders – der erste 911 von 1964. Aus der Front des 754 T7 formte "Butzi" Porsche das Gesicht der Marke, während aus dem Gesamtprojekt die Erkenntnis stammt, dass Heckmotor Sportwagen, Fließheck und vier Sitzplätze zusammen nicht funktionieren – beim 911-Vorläufer kam das Zusammenwirken von Versuch und Irrtum zum eindeutigen Ergebnis, wie es nicht geht. Deshalb wurden für den 356-Nachfolger unter anderem ein Zweiliter-Boxer mit oben liegender Nockenwelle und 130 PS (Typ 901) und eine moderne Hinterachsaufhängung mit Schräglenkern entwickelt.
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