Mercedes W 123

Pro & Kontra: Mercedes R 129, die letzte SL-Ikone?

Ist der R 129 der letzte SL-Klassiker?

Mercedes-Markenfans streiten darüber, ob die Sportwagenbaureihe des Herstellers noch genügend Strahlkraft hat. Zwei Kollegen debattieren darüber.

"Heute steht die Welt nicht mehr still, wenn ein neuer SL kommt"

Ja, bitte: Martin Puthz sieht den Mythos verblassen.

Ich erinnere mich noch gut an die R-129-Vorstellung vor 30 Jahren. Damals stand für Autofans einen Moment lang die Welt still – so wie immer, wenn Mercedes einen neuen SL herausbrachte. Unvergessen: die stilistische Zäsur und der Technologiesprung im Vergleich zum Vorgänger. Beides hat Tradition in der SL-Baureihe. Oder sagen wir besser: hatte, denn nach dem 129er blieben die Revolutionen aus. Plötzlich verfehlte der SL die Erwartungen, die er selbst immer geweckt hatte. Das Variodach des Nachfolgers R 230? Schon bekannt vom SLK. Active Body Control? Gab's längst im S-Klasse Coupé. Selbst das Design war zum ersten Mal in der SL-Geschichte keine Überraschung mehr: Ineinanderlaufende Rundscheinwerfer trug bereits die C-Klasse. Für mich war der R 230 damit der erste SL ohne angeborenen Klassiker-Status. Übrigens auch der erste, von dem ich mir beim Händler keinen Prospekt mehr geholt habe. Sicher: In der reizüberfluteten Autowelt von heute wird es immer schwieriger, mit einem neuen Modell die Welt anzuhalten. Doch Mercedes hat den SL als Leitstern selber demontiert, als man ihm erst den SLR McLaren vor die Nase setzte, später dann den AMG GT, und ihn mit zunehmender Auffächerung der Produktpalette vollends auf den Reiche-Rentner-Roadster reduzierte. Ich lass mich gern von der Zukunft eines Besseren belehren. Aber bis dahin behaupte ich: Die Klasse, um ein Klassiker zu werden, hatte als letzter SL der R 129.

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"Jeder SL hat das Zeug zum Klassiker!"

Nein, danke: Lars Busemann glaubt an die Mercedes-Ikone.

Der letzte SL-Klassiker ist der R 129 ganz sicher nicht! Schon jetzt ist klar: Der nächste SL mit bauzeitübergreifendem Langzeitpotenzial kommt 2021  – als Transaxle-Roadster in Leichtbauweise mit Carbon-Kardanwelle, elektrifizierten Reihensechsern und V8-Kraftwerken – und mit klassischem Stoffdach. Das S in SL steht ab dann wieder für Super und das L wieder für leicht! Der R 232 teilt sich die Plattform mit dem nächsten AMG GT – und wird eine seit 1963 zugegebenermaßen vernachlässigte SL-Tradition fortführen: den Bau eines echten Sportwagens! Ja: Mit der Pagode hatte sich der SL zunehmend zum komfortorientierten Tourer entwickelt. Jede SL-Generation kultivierte seither das Konzept einer zweisitzigen, offenen S-Klasse mit dezent sportlichem Anstrich. Aber ist es wirklich ein exklusives SL-Merkmal, technische oder optische Neuerungen zuerst im Mercedes-Programm zu etablieren? Nein! So löste nicht der R 129 eine Design-Revolution bei Mercedes aus, sondern der als W 201 bekannte 190er sieben Jahre zuvor. Weitere Technik-Beispiele: Raumlenker-Hinterachse W 201, ABS W 116, Airbag W 126. Okay, der R 129 war so reich an Innovationen wie kein zweiter SL. Das lag aber gewiss auch an der langen Bauzeit des R 107. Für mich sind auch R 230 und R 231 typische SL, die für das technologisch Machbare ihrer Zeit stehen und Klassik-Potenzial haben. Ich freue mich jetzt schon auf den Neuen! Soweit die Meinung der beiden AUTO BILD KLASSIK-Kollegen. Was meinen Sie? Stimmen Sie oben ab!

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