Retrocars sind schon als Entwürfe Kult. Der Designer David Obendorfer lässt Auto-Legenden am PC auferstehen – etwa den VW T1 Adventure Bulli im Offroad-Design!
Joachim Staat
Dieser Mann hat Auto-Träume. Mit denen setzt sich David Obendorfer an den Computer und verwandelt seine Ideen in faszinierende Autos. Diesmal hat er sich den VW Bulli vorgeknöpft, um ihn nach seinem Geschmack umzugestalten: in einen Expeditionsbus im Stil des Urmodells, jedoch mit derben Rädern, Offroadgepäck und der Technik von heute. Der "T1 Adventure", wie der Designer seine Studie nennt, dürfte Bulli-Fans weltweit elektrisieren. Und sie würde wie handgestrickt zur Strategie des VW-Vorausdenkers Michael Jost passen, der gerade eine Linie von rauen, puren Geländewagen angekündigt hat. 2025 soll der erste kommen.
Ein Satz von Anbauteilen aus GFK verwandelt den braven Jumper in ein Retromobil.
2025 könnte der T1 Adventure von David Obendorfer längst auf der Straße fahren. Dass seine Skizzen keine Hirngespinste sind, sondern auch Realität werden können, bewies der Designer 2018: Obendorfer hatte am Computer den legendären Citroën HY reanimiert, als Fabrizio Caselani sich bei ihm meldete. Der italienische Karosseriebauer plante eine Sonderserie zum 70. Geburtstag der legendären "Schweinenase", wie der Wellblechtransporter wegen des aufrechten Grills genannt wurde. Zusammen mit den Blechexperten von Caselani gestaltete Obendorfer einen Satz von Anbauteilen, die am aktuellen Citroën Transporter Jumper montiert werden können. In GFK-Paneelen leben die frei stehenden Scheinwerfer ebenso auf wie die gewellten Seiten. Über 60 Karosseriesätze hat Caselani seitdem produziert, die Montage des Kits erfolgt im Werk. Auf dem Caravan Salon 2018 staunten die Besucher vor einem Citroën-Wohnmobil, das im Stil des HY eingekleidet war. So kam David Obendorfers Idee auf die Straße.
BMW CS Vintage Concept auf 6er-Basis
Saubere Flanken, klare Proportionen: Der CS von David Obendorfer wirkt ganz anders als aktuelle BMW.
Autos haben den studierten Designer nie losgelassen. Eher zufällig landete er bei einem Designbüro, das Boote und Yachten für Riva und Sanlorenzo entwirft. "Die kleinen Boote haben viel mit Autos gemeinsam – sie sind wie Cabrios ohne Räder." Den Schwung seiner Schiffe überträgt Obendorfer auf eine stille Liebe: die schönsten Kreationen wie den legendären BMW CS, dem er nach seinen Vorstellungen neues Leben einhauchte. Sein CS Vintage Concept, auf Basis des damaligen 6er, trägt alle BMW-Insignien wie Doppelniere, Doppelscheinwerfer und Hofmeister-Knick. Das macht er auf so gekonnt reduzierter Blechhaut, dass sie noch mehr ins Auge springen. Im gleichen Stil designte er Neuinterpretationen des Renault R4 oder des Fiat 127. Später folgten Abarth-Versionen des 127 ebenso wie ein Fiat 600 im Stil des 500, jedoch mit Türen hinten. Oder ein 850 als Coupé oder Spider, alle auf Basis des Punto. In der Galerie zeigt AUTO BILD die coolsten Retrocar-Entwürfe von David Obendorfer!
Lügen auf Rädern: Oldtimer, die keine sind
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Sie heißen Retros und Replikas, gelegentlich werden sie auch Fälschung genannt: AUTO BILD zeigt Autos, die aussehen wie Oldtimer, aber keine sind! Es geht los mit diesem Pontiac Trans Am Restomod von 1981. Die Schrauber von Schwartz Performance rüsteten das Muscle Car umfassend mit moderner Technik auf. Herzstück: ein ...
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... LS9-V8 aus dem Chevrolet-Regal mit Doppelturbo. Der leistet gemessene 1318 PS! Ein verstärktes Getriebe sorgt für den Kraftschluss, ein einstellbares Fahrwerk bringt die gewaltige Power auf die Straße.
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Laut Inserent ist der Trans Am seit Umbau 2050 Meilen gefahren, also rund 3300 Kilometer. Bei Ebay stand der Wagen zum Verkauf, fand aber keinen Abnehmer, der die geforderten 160.000 Dollar (rund 140.000 Euro) zahlen wollte.
Bild: ebay/pdm92687
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Das ist der Roadster 2.7 von Käfer-Spezialist Memminger aus Bayern. Gründer Georg Memminger hat nach eigenen Angaben schon lange vom modernen Käfer geträumt. 2018 entstand der Memminger Roadster ...
Bild: Feine-Cabrios & Stahlbau GmbH
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... auf einem Käfer-Chassis mit serienmäßigem Radstand. Der luftgekühlte Vierzylinder-Boxer im Heck holt aus 2,7 Litern Hubraum per Saugrohreinspritzung 210 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 247 Nm.
Bild: Feine-Cabrios & Stahlbau GmbH
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Auch beim Blech ließen sich die Macher viel einfallen: Die verbreiterte Karosse sitzt auf einem Stahlrohrrahmen, der mit dem Chassis verschweißt wurde. Vorne gibt es verstärkte Radträger, hinten eine Schräglenkerachse. Die Bremsen stammen aus dem Porsche-Regal. 278er Scheiben verzögern vorne, hinten 262er.
Bild: Feine-Cabrios & Stahlbau GmbH
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Durch den in Richtung Fahrzeugmitte verrückten Boxer ist der Roadster ein reiner Zweisitzer. Hinter Pilot und Copilot sind Überrollbügel montiert, die in Airdomes auslaufen. Auf der Motorhaube sitzt ein Heckspoiler.
Bild: Feine-Cabrios & Stahlbau GmbH
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Modernes Infotainment gibt es an Bord nicht, dafür überzeugt der Memminger mit 800 Kilogramm Leergewicht. Geschaltet wird manuell, die Höchstgeschwindigkeit soll laut Hersteller bei mehr als 200 km/h liegen.
Bild: Feine-Cabrios & Stahlbau GmbH
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Zurück in die USA: Diese Corvette Restomod, die Factory Hot Rods aus den USA aufbaute basiert auf einem Fahrzeug der Generation C2 (Baujahr 1963).
Bild: Mecum Auctions
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Unter die lange Haube pflanzten die Macher einen brandneuen, 542 PS starken LT1-V8 aus dem Chevy-Regal, der sonst die Corvette C7 auf Trab bringt. Für den Kraftschluss sorgen ein manuelles Sechsgang-Getriebe und eine Doppelscheibenkupplung. ABS und die Bremsanlage einer C7 stoppen die Restomod-Vette.
Bild: Mecum Auctions
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Das rote Leder-Interieur, elektrische Fensterheber, Servolenkung und weitere Helferlein gestalten die Fahrt für Pilot und Copilot so angenehm wie möglich.
Bild: Mecum Auctions
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Achsen und Aufhängung des in Graumetallic lackierten Wagens stammen von der C7-Corvette. Dazu kommen Details wie eine Parkbremse, die aussieht wie das 1967er Original, und ein individuell angepasstes Hi-Fi-System.
Bild: Mecum Auctions
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Was das Einzelstück wert sein könnte? Das verriet das Auktionshaus Mecum nicht, fand aber auch keinen Abnehmer für das Auto.
Bild: Mecum Auctions
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Auch dieser Mercedes-Benz 300 SL Gullwing sieht unterm Blech anders aus als gedacht. Dort steckt ein Mercedes-AMG SLK 32 von 2002. Der pumpt aus seinem V6 ...
Bild: Mecum Auctions
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... gute 354 PS, also knapp 140 PS mehr als das Original. Ganz so preisintensiv wie das ist er nicht, der Preis für einen gut erhaltenen 300 SL liegt bei rund 1,5 Millionen Euro. Kenner wissen, ...
Bild: Mecum Auctions
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... dass dieser Wagen eine "Lüge auf Rädern" ist – aber Laien könnte es auf den ersten Blick schwerfallen, den Wagen zu enttarnen. Die lange Haube, das ansehnliche Heck und auch ...
Bild: Mecum Auctions
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... die Flügeltüren deuten auf 300 SL. Auch der breite Schweller passt. Keinerlei Ähnlichkeit mit dem Original ...
Bild: Mecum Auctions
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... haben die Felgen. Dennoch ist der Umbau keine Arbeit aus der Bastler-Garage. Die Karosserie des redesignten 300 SL besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der graue Lack gepaart mit ...
Bild: Mecum Auctions
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... weinrotem Interieur ist eine stimmige Kombination. Gesteppte Ledersitze und rote Gurte geben dem Wagen Klasse. Das genaue Gegenteil bewirken leider die ...
Bild: Mecum Auctions
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... zum Teil in Carbon-Optik eingefassten Instrumente der Mittelkonsole. Der Wagen ...
Bild: Mecum Auctions
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... sollte Mitte Februar 2017 bei Mecum Auctions versteigert werden, fand aber keinen Käufer.
Bild: Mecum Auctions
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Auch dieser Ultimate Camaro Pro Touring Supercharged begeistert mit neuer Technik, aber alter Optik. Diese Kreation aus dem Hause "Ultimate Auto" in Orlando glänzt mit ...
Bild: RK Motors Charlotte
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... dem Look der ersten und dem Interieur der fünften Camaro-Generation. Die Spezialisten haben an dem Chevy ordentlich Metall, Carbon ...
Bild: RK Motors Charlotte
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... und Leder verbaut. Die Arbeit hat sich gelohnt: 2013 stand der Wagen auf der SEMA in Las Vegas und erhielt 2015 den "Builder's Choice Award", ein Preis für speziell angefertigte Autos. Das moderne Interieur passt farblich ausgezeichnet zu der weinroten Lackierung. Unter der Haube ...
Bild: RK Motors Charlotte
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... schlummert ein 6,2-Liter-V8 mit stolzen 638 PS und über 600 Nm Drehmoment. Zu sehen ist davon allerdings wenig, denn der Motor versteckt sich nicht nur unter einer Haube aus Carbon, sondern auch unter einer silbernen Abdeckung. An der Front ...
Bild: RK Motors Charlotte
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... sorgt ein Splitter aus Carbon für stattliche Optik und ordentlich Abtrieb. Um das Gesamtbild dieser modernen Schöpfung perfekt abzurunden, steht der Camaro ...
Bild: RK Motors Charlotte
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... auf Vellano VKS-Felgen. Stilecht sind es vorne 20 und hinten 21 Zoll. Als Transportmittel eignet sich der Wagen aber nur sporadisch, denn ...
Bild: RK Motors Charlotte
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... unter dem Kofferraumdeckel sitzt eine massive Soundanlage von JL. Allein die Subwoofer nehmen etwa die Hälfte des Platzes ein. Eine kleine Reisetasche würde eventuell noch reinpassen.
Bild: RK Motors Charlotte
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Der ursprüngliche Eigentümer zahlte satte 420.000 Dollar für den Camaro.
Bild: RK Motors Charlotte
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Wie wäre es mit einem nagelneuen Porsche-Klassiker, restauriert von der Singer Vehicle Company? Dieser 911 kommt mit klassischer Form, moderner Technik und standesgemäßer Luftkühlung!
Bild: Isaac Hernandez
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Singer will das Wesen des alten 911 in einem neuen Typ komprimieren. "Restored, reimagined, reborn", lautet der Firmen-Slogan. Restauriert, neu erfunden, wiedergeboren – stimmt schon, es steckt von allem etwas in den kalifornischen Elfern, die für vermögende Liebhaber in Kleinserie gebaut werden.
Bild: Isaac Hernandez
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Das Ergebnis, ein klassisch aussehender 911 mit der ganzen Kompetenz und Kraft der finalen luftgekühlten Baureihen, ist ein harmonisches Ganzes – auch wenn vieles nicht das ist, was es vorgibt zu sein. Am ehesten fällt das bei den Rädern auf: klassisches Design, aber 17 Zoll mit fetten Gummis.
Bild: Isaac Hernandez
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Der Look ist klassisches F-Modell, also bis 1973. Die Karosserie ist aus Kunststoff, Chassis, Fahrwerk und Motoren sind 964 und 993. Bis 8000 Umdrehungen darf so ein Porsche 911 drehen, das gab's früher nur im Rennsport. Und wie immer, wenn Geld keine Rolle zu spielen scheint, herrscht ein unheimlicher Drang zur Perfektion.
Bild: Isaac Hernandez
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Speziell gefertigte Auspuffanlage, modernste Technik, klassisches Innenraum-Ambiente. Es steckt viel Gutes darin, doch ob sich der Charme von früher so neu erleben lässt?
Bild: Isaac Hernandez
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Dieses Auto heißt Carmaxx Bugster, doch es ist kein aufgemotzter VW, sondern ein abgemotzter Porsche Boxster.
Bild: Ronald Sassen
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Siegfried Rudolf von der Firma Carmaxx Automobile baute den Bugster, indem er einem Boxster S aus dem Jahr 2000 eine VW-1303-Karosserie von 1973 überstülpte. Die Kotflügel sind sichtlich breiter als normal ...
Bild: Ronald Sassen
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... die Rücksitzbank musste dem 270 PS Mittelmotor Platz machen, und unter der Motorhaube stecken nur Kühlwasserbehälter und Steuergeräte.
Bild: Ronald Sassen
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Das Armaturenbrett verrät den Boxster. Rudolfs Vorbild: Günter Artz' "Nordstadt-Käfer" auf Basis eines Porsche 914/6 mit Carrera- Motor. Der Box- ... äh, Bugster leistet 270 PS bei nur geringem Tuning: "Ich bin der Meinung, dass ich es nicht besser machen kann als Porsche, also habe ich am Fahrwerk nichts verändert", sagt Rudolf. Reicht ja auch.
Bild: Ronald Sassen
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Raumgefühl, Windgeräusche und Gedröhn würzen den sonst so perfekten Boxster mit Witz, ohne ihn zu einem schlechteren Sportwagen zu machen. Zudem ist der Nicht-Käfer hervorragend verarbeitet, hat ein Leistungsgewicht von 4,4 kg/PS und fährt 241 km/h. Weil für diesen Auto-Surrealismus aber niemand 95.000 Euro zahlen wollte, blieb es beim Einzelstück.
Bild: Ronald Sassen
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Das ist mal ehrlich: "S1 Replik" steht oben auf der Frontscheibe, damit hält niemand diesen Nachbau für einen echten Audi Sport Quattro S1 von 1985. Marc Reis und Reinhold Riemensperger meinten es ernst, als sie 2014 unter dem Firmennamen S1 Sportwagen Manufaktur den Wagen bauten.
Bild: Ronald Sassen
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Sie nahmen die vordere Hälfte eines Audi 80 B2, die hintere eines Coupé Quattro und ließen sich für Spoiler, Kotflügel und Hauben eigene Formen anfertigen. "Wir haben sogar ein paar Kleinigkeiten verbessert", sagt Reis.
Bild: Ronald Sassen
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Den Fünfzylinder bohrten sie von 2100 auf 2220 Kubik auf, er leistet 635 PS, mehr als der Sport Quattro E2 vom Pikes-Peak-Rennen.
Bild: Ronald Sassen
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Rallye-Cockpit wie früher. Unsere Kollegen haben den 250.000-Euro-Neuwagen einem der Entwickler von damals zum Fahren gegeben. Und so urteilte Walter Röhrl ...
Bild: Ronald Sassen
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... nach zwei Runden in der Motorsport Arena Oschersleben: "Viel besser als das Original. Der Motor geht herrlich, das Getriebe ist gut zu schalten. Hätte ich den S1 früher so fahrbar gehabt, dann wären uns die Peugeot und Lancia nicht so davongefahren."
Bild: Ronald Sassen
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Wer hat diese Plastikstoßstange an den alten Jaguar montiert? Der Jaguar-Designchef selbst war es! Ian Callum (61) träumte als Jugendlicher vom Jaguar Mark 2 – fast ein halbes Jahrhundert später ließ sich der Schotte bei Classic Motor Cars (CMC) in Bridgnorth bei Birmingham einen bauen: den Mark 2 by Callum.
Bild: Charlie Magee
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Nach seinen Träumen, optisch glatter und technisch besser. Mit Einzelradaufhängung statt Starrachse hinten und eigens konstruierter Servolenkung. Und mit dem ...
Bild: Charlie Magee
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... klassischen XK-Sechszylinder – weiterentwickelt, 4,3 Liter groß, 260 PS stark und nun auch hitzebeständig.
Bild: Charlie Magee
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Gestepptes Leder und lackierte Eiche umgeben den Fahrer. Das Radio mit Ausklapp-Bildschirm ist schon fast wieder altmodisch.
Bild: Charlie Magee
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Warum diese Mühe? "Er soll mich sicher und zügig rauf nach Schottland befördern können. Und ohne liegen zu bleiben." Der Aufwand ist spürbar: Schon ab 1700 Touren atmet der Langhuber kräftig durch, der Wagen lenkt exakt ein, neigt sich kaum zur Seite, hat reichlich Grip auch auf welliger Straße.
Bild: Charlie Magee
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Zu modern aber fühlt er sich nicht an – es ist kaum Elektronik an Bord. Wer auch einen Mark 2 by Callum will, der kann ihn bei CMC bestellen.
Bild: Charlie Magee
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Mechatronik M-SL: Fällt Ihnen an dieser Pagode etwas auf? Alles scheint perfekt zu passen. Nur die Spur ist etwas breiter, die Räder wirken fülliger.
Bild: Angelika Emmerling
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Ein Blick unter die Motorhaube zeigt einen riesigen Plastikdeckel, der so hoch sitzt, dass man sich nicht vorstellen kann, wie die Haube über diesem Trumm von Motor noch schließen soll. Passt aber haarscharf. Die Tüftler bei Mechatronik im schwäbischen Pleidelsheim leisteten ganze Arbeit.
Bild: Angelika Emmerling
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Auf dem Heck prangt in Chrom die alte Bezeichnung, 280 SL. Bei Mechatronik steht das Modell dagegen als M-SL in den Listen – eine Pagode mit potentem 3,2-Liter-V6 oder 4,3-Liter-V8 aus der Mercedes-Generation bis 2002. Basispreis für den Über-SL: rund 320.000 Euro!
Bild: Angelika Emmerling
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Er fährt sich wie ein Traum. Stark, schnell, souverän. Zum einen, weil der V8 um 35 Kilogramm leichter ausfällt als der einstige Reihensechszylinder, zum anderen, weil die Lage des Motors im Fahrzeug gut austariert ist. Das Unglaubliche dabei: Mechatronik ändert nichts an der Karosserie, nichts an den Achsen, nichts an der Lenkung.
Bild: Angelika Emmerling
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Als Hersteller steht weiterhin Daimler-Benz in den Papieren. Und weil vieles echt bleibt, fühlt sich der M-SL noch nach Pagode an. Und auch wieder nicht, denn das Herz pumpt so viel kräftiger als beim Original. Es verführt zum schnellen Fahren, was kein Problem ist, weil Mechatronik das Fahrwerk auf souveräne Art verfeinert hat.
Bild: Angelika Emmerling
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Zudem haben die Ingenieure in die hauseigene Bremsanlage nicht nur ein Vierkanal-ABS, sondern sogar die Antriebsschlupfregelung ASR integriert. Was Mechatronik nicht anbietet: ESP, Airbag oder Xenon-Licht. Klar, ein H-Kennzeichen ist für diesen modernen Special nicht drin. Dafür gibt's dank Euro 3 die grüne Plakette. Und alles wäre rückrüstbar. Doch danach hat noch nie ein Kunde gefragt.
Bild: Angelika Emmerling
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Mercedes 190 CDI: Der Mercedes-Prototypenbau hat aus Jux und Dollerei einen 190 (W 201) mit einem 250-CDI-Diesel aus C- und E-Klasse bespaßt. Mit 204 PS und 500 Nm. Im Vergleich dazu rollt ein originaler 190 D mit 72 PS und 123 Nm in Slow-Motion.
Bild: Werk
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Er fühlt sich leicht wie eine Feder an. Der neue Diesel ist nicht nur unfassbar viel stärker, er ist im Abgas auch sehr viel sauberer. Und er ist sparsamer – 4,9 statt früher 7,3 Liter Verbrauch.
Bild: Werk
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Aber so eine Transplantation ist heikel, weil moderne Motoren nur noch brummen, wenn ihr Zentralrechner mit den Infos von ESP, Airbags, Precrash-Sensoren, Diebstahl-Codes gefüttert wird. Deshalb simuliert eine Elektronikbox im Kofferraum die Daten.
Bild: Werk
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Mercedes sagt, all die Umbauarbeiten wären so aufwendig gewesen, dass der per Motor-Hopping beflügelte 190er mindestens 60.000 Euro kosten müsste.
Bild: Werk
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Cheetah Mirach 2: Das Auto stammt zwar von Cheetah, sieht aber aus wie ein Lamborghini Miura.
Bild: Charlie Magee
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Das Auto hat eine GFK-Karosserie mit Großserientechnik von Ford und ist heute gelegentlich noch antiquarisch zu erwerben für fünfstellige Beträge.
Bild: Charlie Magee
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Zur Erinnerung: Der echte Miura kam 1966 als zweites Modell von Lamborghini auf den Markt und trug einen Zwölfzylinder quer hinterm Innenraum eingebaut. Er war gut ausbalanciert, aber unfassbar heiß, laut und mit dem Lenkrad zwischen den Knien auch blöd zu fahren.
Bild: Ronald Sassen
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Zurück zum Cheetah. Der wurde ab 1984 in Großbritannien mit Vier-, Sechs- oder Achtzylindermotoren vorn gebaut. Der große objektive Vorteil des Miura, seine gute Balance, hat sich damit erledigt. Ein großer subjektiver Vorteil, sein Zwölfzylinder-Klang, auch.
Bild: Charlie Magee
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Den Fahreindruck nannte ein Kollege schon einmal "eher Murks als Miura". Worin besteht der Reiz des Autos?
Bild: Lena Barthelmess
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Es ist die Form! Flach, breit, spektakulär: Schön anzuschauen ist sie sogar als gefälschtes Plastikteil.
Bild: Charlie Magee
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Gregory's Car Limited Edition: Wer hat den Mut, die Form eines 1956er Wolga M-21 über die Technik eines 2004er Peugeot 407 zu ziehen? Gregory Budny, Autospezialist aus St. Petersburg, hat Mut, besonderen Geschmack, und er kennt hervorragende Karosseriebauer.
Bild: Lena Barthelmess
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Das Niveau des Gregory's Car Limited Edition 01/01 zeigt sich in der Seitenansicht: Die Frontscheibe des Peugeot ist so flach und so weit vorn, der Radstand so kurz, dass die A-Säule, nach unten verlängert, vor die Vorderachse zeigt.
Bild: Lena Barthelmess
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Diese Proportionen mit der aufrechten Breschnew-Pelzmütze-Optik des Wolga zu vereinigen – konventionelle Weisheit würde das als unmöglich abtun. Und doch funktioniert es auf spannende Weise: Die Bleche schmiegen sich elegant über die Türansätze, den Frontscheibenrahmen und ...
Bild: Lena Barthelmess
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... sanft über den weit vorn eingebauten Quermotor. Der Dreiliter-V6 muss seine 211 PS gut in Schwung halten, denn mit 1,8 Tonnen ist das Auto recht schwer.
Bild: Lena Barthelmess
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Innen sieht's aus wie im Peugeot 407: nicht prickelnd. Der Preis dieses Unikats: 250.000 Euro!
Bild: Lena Barthelmess
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David Brown Speedback GT: Die Hutze in der Motorhaube, der Luftauslass hinterm Vorderrad, die Speichenräder, selbst der Ausschnitt der Heckklappe: all das deutet auf Aston Martin DB5! Aber warum trägt der Grill nicht die typische Form? Und wo sind die Aston-Martin-Logos? Nirgends, denn das ist kein Aston Martin, sondern die Schöpfung von David Brown.
Bild: Charlie Magee
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Nicht dem David Brown (1904–1993), der Aston Martin groß machte, sondern dem britischen Baumaschinen-König gleichen Namens. Er tritt in die Fußstapfen der alten Karosseriebauer und bietet seit 2014 sein erstes Modell an: den David Brown Speedback GT. Einige Kunden hat er, höchstens 100 Stück möchte er bauen, bevor er ein zweites Modell auflegt.
Bild: Charlie Magee
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Unterm Retro-Blech ist der Speedback GT ein Jaguar XKR (2009–2014) mit Fünfliter-V8 und 510 PS. 1,8 Tonnen wiegt der Wagen, kaum mehr als der XKR.
Bild: Charlie Magee
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Das Cockpit sieht luxuriös, aber doch sehr nach Jaguar aus.
Bild: Charlie Magee
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Die äußere Form ist hinreißend proportioniert. Nur die modernen Scheinwerfer und die Speichenräder passen nicht zusammen. Hübsches Detail: Aus dem Kofferraum kann man eine Sitzbank herausziehen. In Deutschland kostet der Speedback GT fast 770.000 Euro.
Bild: Charlie Magee
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Die Jahrtausendwende war die große Zeit des Retrodesigns: Jaguar S-Type (1999), VW New Beetle (gestartet im Jahr 2000, der 2019 ausläuft), Mini (2001) und Ford Thunderbird (2002) brachten die alten Namen und die alten Designmotive zurück. Der Chevrolet SSR (2003) feierte die Chevy-Trucks von 1947.
Bild: Auto Bild
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Und Autos wie Porsche 911, Land Rover Defender, Jeep Wrangler? Die fallen nur deshalb nicht als "retro" auf, weil ihre Designs sich ohne Pause weiterentwickelt haben. Aber retro sind sie auch. Hier kommenweitere Retrocars!