Saab EX: Einzelstück von Saab

Saab EX: Coupé-Einzelstück auf Saab 9000-Basis

Diesen Saab sollte es nie geben

Wie gut hätte ein Luxuscoupé in die Saab-Modellpalette gepasst! Saab wollte keins – also baute ein Norweger sich aus 900 und 9000 selbst ein Coupé.
Der Karosseriebauer Per Ekstrøm aus Oslo wollte seiner Lieblingsmarke zum 50. Geburtstag im Jahr 1997 ein Geschenk machen: ein Coupé, das Designelemente aus dem Saab-Modellprogramm von 1947 bis 1997 enthalten sollte. Es enstand ein bildschöner Wagen auf Basis des Saab 9000 mit Karosserieteilen des 900, dessen Silhouette an den Saab 93 (1955 bis 1960) erinnern sollte.

Modell im Maßstab 1:10 als Basis

Die Silhouette des Saab EX soll an den Saab 93 (1955 bis 1960) erinnern.

Als Basis diente ein 9000 CC aus dem Jahr 1987, der nach einem Überschlag als Totalschaden abgeschrieben war. Per Ekstrøm kürzte den Radstand auf das Maß des klassischen 900 (1979 bis 1993). Saab spendete die Karosserie eines Saab 900 Baujahr 1992, Ekstrøm nahm Teile des 900 II Dreitürers (1994) dazu. Von einem 1992er Saab 9000 CD stammten Motor, Getriebe, Elektrik und Fahrwerk. Erst mal baute der Norweger ein Modell im Maßstab 1:10, um die Proportionen besser abschätzen zu können. "Um das geneigte Dachprofil der Ur-Saab nachzuahmen, wollte ich das Dach eines Saab 93 einbauen – aber das war für diese Basis einfach zu schmal."

Heckscheibe vom Saab 900 Cabrio

Im belederten Innenraum erkennt man deutlich das Basisfahrzeug – ein Saab 9000 CC.

An manche Teile kam er auf abenteuerlichen Wegen: Die Heckscheibe stammt aus dem 900 Cabrio, wurde aber nur zusammen mit dem Verdeck verkauft. Also suchte Per nach einem Cabrio-Besitzer, der kürzlich das Verdeck erneuert hatte. "Die Scheibe lag im Müllcontainer, war aber zum Glück noch intakt." Pünktlich zum Markengeburtstag 1997 war das Coupé fertig. Per nannte es EXE für Evolution, X für "unbekannt". Und der Lohn von 4000 Arbeitsstunden? Erster Preis für den besten Umbau und erster Preis in der Klasse "People's Choice" bei einem Saab-Festival in Trollhättan.
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Archivartikel von 2016

Autor: Richard Holtz

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