Und das, obwohl diese beiden japanischen Firmen schon seit Jahren erfolgreich Sportwagen produzieren. Aktuelle Beispiele: Der brandneue Supra von Toyota und der 300 ZX von Nissan. Die Stirn des Fotografen war voller Sorgenfalten: "Die Be­sucher hier im Brühler Phanta­sialand lassen uns wohl kaum die Chance, den neuen Toyota Supra und Nissan 300 ZX in Ruhe zu fotografieren". mutmaßte er. "Die beiden Sportwagen wer­den sicherlich für einen Menschenauf­lauf sorgen." Aber es kam anders, als er dachte. Kaum einer der vielen Freizeit­park-Besucher nahm Notiz von den bei­den schnittigen Coupes. Womit schon viel gesagt ist: Japanische Sportcoupes haben es hierzulande nicht leicht.
Sei es, dass ihnen der Ruf billiger Massenware vorauseilt, oder aber, dass man den Japa­nern schlichtweg keine hochkarätigen Autos zutraut. Auf die zwei AUTO BILD-Testkandidaten trifft beides nicht zu. Denn sie sind weder billig, noch sind sie mit biederer Technik ausgestattet. Toyota verlangt für den neuen Supra beispielsweise stolze 49.200 D-Mark. Sie haben richtig gelesen – fast 50.000 D-Mark.
Der Nissan 300 ZX kostet ebenfalls die stolze Summe von 41.845 D-Mark. Auch kein Pappenstiel, wenngleich rund 7500 D-Mark preiswerter. Diese Preisklasse blieb bislang nur wenigen europäischen Autoherstellern vorbehalten. Lässt man sich als Sportwagenfahrer auf die Verlockungen eines Coupes ein, ist man bereit, im Raumangebot zurück­zustecken.
Es erstaunt dennoch, wie wenig Platz in den äußerlich recht gro­ßen Japan-Coupes bleibt. Zu viert reisen verlangt nicht nur auf der Rückbank Kompromisse. Auch die Transportkapa­zität im Kofferraum lässt bei beiden Kan­didaten Wünsche offen. Es bleibt im Kofferabteil nicht mehr Platz als in einem kleinen Mittelklassewagen. Zum Trost: Im Toyota sitzt man wenig­stens auf den Vordersitzen sehr gut. Das Gestühl ist so vielfach verstellbar, dass je­der die richtige Position und bei zügiger Kurvenfahrt viel Seitenhalt findet. Nis­san-Fahrer haben es nicht ganz so be­quem. Besser gelöst haben die Nissan-Techniker dagegen die Anordnung der Instru­mente, Schalter und Hebel. Es liegt alles gut im Blickfeld und lässt sich problemlos bedienen.