25 Jahre MX-5

Mazda MX-5: 25-jähriges Jubiläum

— 01.10.2014

Roadster fürs große Revival

Der Mazda MX-5 begründete das Revival des klassischen Roadsters in den 90er-Jahren. Der Zweisitzer orientierte sich an britischen und italienischen Sportlern – und wurde ein voller Erfolg.

Die achtziger Jahre waren keine gute Zeit für Roadster-Freunde. Die Klasse der offenen, sportlichen Zweisitzer siechte dahin. Da gab es den Alfa Romeo Spider und den Fiat 124 Spider. Beide waren seit 1966 im Rennen, also in längst in Ehren ergraut. Daran änderte beim Alfa Spider auch dessen jüngste Ausführung "Aerodinamica" nicht viel. Zwei Preisklassen höher bot Mercedes seinen SL R 107 an – seit 1971 auf der Straße, auch ein alter Hut. Die Krone der herrlichen offenen Unvernunft war der Porsche 911 Targa. Exotische Kleinserien-Roadster wie die Modelle des brasilianischen Herstellers Puma spielten nie eine wirklich nennenswerte Rolle.

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Eines der Vorbilder des MX-5: Der Lotus Elan aus den 60er-Jahren.

©Matthias Brügge

Der US-Autojournalist Robert Hall erkannte wohl als erster, wie sehr die Autokäufer auf die Wiedergeburt des Roadsters warteten: Es sei wieder Zeit für jene unpraktischen, viel zu kleinen Autos mit nur zwei Sitzen, ohne festes Dach oder nennenswerten Kofferraum, sagte er. Bei einem Interview mit Mazda-Entwicklungschef Kenichi Yamamoto im Jahr 1979 fragte dieser den Amerikaner, welches Modell in der Mazda-Palette seiner Meinung nach fehlte. "Ein leichter Sportwagen!" antwortete Hall, "nach Art britischer Roadster der sechziger Jahre, aber eben so zuverlässig wie ein Mazda. Und statt enormer Leistung sollte der Fahrspaß im Vordergrund stehen."

Schwere Geburt — Zehn lange Jahre bis zum ersten MX-5

Dieser Entwurf für den Mittelmotor-MX-5 erinnerte zu sehr an den MR2 von Toyota — gestrichen!

Zunächst entwickelten die Mazda-Männer ein Projekt namens LWS (Light Weight Sportscar), daraus entstand das "Projekt P 729" und schließlich der MX-5. Lange verfolgten sie drei Konzepte: Frontmotor mit Heckantrieb, Frontmotor mit Frontantrieb und ein Mittelmotor-Layout. Letztlich setzte sich das von Tsutomo "Tom" Matano bei Mazda North America (MANA) entworfene Konzept durch: Motor vorn, Antrieb hinten. Das entsprechende 1:1-Modell kam dem MX-5 von 1989 schon sehr nahe. Das Mittelmotorlayout lehnten die Mazda-Entscheider ab, weil sie zu große Ähnlichkeiten mit dem Toyota MR 2 sahen. Volle zehn Jahre nach dem Statement von Robert Hall präsentierte Mazda 1989 auf der Chicago Auto Show den Mazda MX-5.

MX-5-Prototyp aus Großbritannien

Nach britischem Vorbild: Hier steht ein Triumph Spitfire Modell für einen potenziellen MX-5-Entwurf.

Mit dem Zuschlag für den MANA-Entwurf lag die Zukunft des Mazda MX-5 dann in amerikanischen Händen, freilich unter japanischer Aufsicht. Die alternative Coupé-Variante, ebenfalls von MANA entworfen, wurde ziemlich schnell beerdigt. Alle Energie floss in das Auto, dass zum erfolgreichsten Roadster aller Zeiten werden solllte. Ende 1984 wurde die britische Firma IAD (International Automotive Design) mit dem Bau des ersten fahrenden Prototypen beauftragt. Die britische Roadster-Expertise schien Tom Matano unerlässlich für den kommenden MX-5. Ein Jahr später, im September 1985, musste sich das Vorserienfahrzeug dem ersten Vergleich mit den gängigen Konkurrenten stellen: Fiat X1/9, Reliant Scimitar und Toyota MR2. Die inzwischen V 705 genannte Studie überzeugte alle Beteiligten.

Feinschliff in Japan

Bei IAD wurde dieser MX-5-Prototyp gebaut. Britisches Roadster-Know-How war für das richtige Gefühl unerlässlich.

V 705 spulte viele Erprobungskilometer ab, auch in den USA. Unterdessen feilte Projekt-Chefdesigner Shunji Tanaka weiter am Design des Tonmodells. Seine Hand gab dem ersten MX-5 die endgültige Form. Die Entwickler bei MANA in Irvine, Kalifornien, warteten gespannt. Sie rechneten mit dem Schlimmsten, weil sie immer wieder Gerüchte aus Japan hörten. Am Ende waren aber auch die Techniker über das Ergebnis hellauf begeistert. Von Tanaka stammt übrigens auch der in den USA gebräuchliche Name Miata – das bedeutet so viel wie "Belohnung".

Marktstart in Japan

Video: Mazda in New York

MX-5 Chassis

1989 kam der MX-5, Typ NA, zunächst in den USA und dann in Japan auf den Markt. Erst ein Jahr später durften auch die Kunden in Europa völlig unbedeckt fahren. Zunächst gab es den Flitzer ausschließlich mit einem 115 PS starken Vierzylinder-Benziner, erst 1993 kam ein 1,8-Liter-Benziner mit 131 PS unter die Haube. Die zweite Generation des MX-5 präsentierten die Japaner als Typ NB 1997 auf der Tokyo Motor Show. Weil sich in den USA die Anforderungen an den Fußgängerschutz änderten, verlor der MX-5 seine Klappscheinwerfer, Innenraum und Karosseriedesign wurden modifiziert. Der Typ NC, die dritte Generation des MX-5, erschien 2005 auf dem Genfer Autosalon. Im September 2014 enthüllte Mazda den neuesten MX-5 – und schreibt die Erfolgsgeschichte fort.
Fotos: Matthias Brügge

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