Elektro-Heinkel

Heinkel Heinkel Heinkel

Oldtimer als Elektroauto

— 01.08.2012

Das himmelblaue Strom-Ei

Dieser Heinkel-Kabinenroller fährt mit Strom. Azubis des Energiekonzerns RWE bauten die Renn-Kugel von 1960 auf Elektroantrieb um. Jetzt eiert der E-Oldie auf Promotour durch Rheinland-Pfalz

Ach wie süüüß: Wer diesen RWE-Werbeträger sieht, bekommt ja den Zuckerschock! Dabei ist der Heinkel Kabinenroller nicht nur der elektrische Chefbotschafter für den Ener­giekonzern, er ist angewandter Geschichtsunterricht und vielleicht sogar der Anfang einer wunderbaren Freundschaft zwi­schen jungen Menschen und alten Autos. Die RWE haben in ihrem Ausbildungszen­trum Rauschermühle in Plaidt bei Koblenz die Heinkel-Kabine von Azubis restaurieren und umbauen lassen. Das heißt: weg mit dem Verbrennungsmotor und rein mit einem Elektroantrieb. Und die Nachwuchselektroniker des Kon­zerns, 16 bis 19 Jahre alt, waren mit großer Begeisterung bei der Sache. In anderthalbjähriger Arbeit mutierte der Heinkel vom vergammelten Teileträger zum glänzenden und summenden Hingucker.

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Initiator des Projekts war Albert Heinen, der Leiter des Ausbildungszentrums, der selbst einen Heinkel besitzt. Aufgrund seines geringen Gewichts ist der Kabinenroller ideal für E-Antrieb, befand Heinen. Ernst Heinkel war schließlich Flugzeugbau­er, große Massen waren ihm zuwider. So wiegt seine Rennkugel ganze 290 Kilo, kann aber 220 Kilo zuladen. Das ist für den Elektro-Umbau wegen der schweren Batterien wichtig.

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Genau genommen ist das RWE-Autochen allerdings kein echter Heinkel, denn den gab es nur bis 1958. Heinen besorgte eine britische Li­zenzfertigung mit dem klingenden Namen Trojan Cabin Cruiser, gebaut bis 1966. Spä­ter baute die englische Firma Trojan McLaren- Formel-1-Rennwagen. Das bedeutet nun nicht, dass der Kabinenroller ein auffällig rasantes Auto gewesen wäre, 86 km/h machte er, was er als Elektro-Ei mit seinem Zehn-PS-E-Motor auch gerade so schafft. Die Reichweite beträgt etwa 80 km.

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Seit April ist der RWE-Knuddelroller, inzwischen in der Unternehmensfarbe hellblau lackiert, als sympathischer Werbeträger auf Veranstaltungen quer durch die Republik unterwegs. Experten erläutern seine Technik und erklären, was Elektromobilität so alles kann. Im Mai begann eine Tour durch Rheinland-Pfalz: Das Rollermobil ist mit seinen Azu­bis unterwegs, um Stofftiere zu sammeln. Wie bitte? Ja, die Heinkel-Kuscheltour ist eine PR-Aktion der RWE AG (die nächsten Stationen finden Sie hier). Wer das Wägelchen sieht und ein nicht mehr gebrauchtes Stofftier hineinlegt, tut damit Gutes, denn die RWE spen­det pro Schmuse-Exemplar einen Euro an eine gemeinnützige Einrichtung der besuchten Gemeinde, die (dann gereinigten) Tiere werden an bedürftige Kinder verteilt. Süße Idee. Goldige Bilder vom Elektro-Heinkel gibt's oben in der Galerie!

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