Opel Ascona A Voyage — 24.05.2011
Der längste Manta
Vor 40 Jahren spielte Opel virtuos auf der Marketing-Klaviatur – in Deutschland, aber vor allem in den USA: Dort gab es den Manta als Sport Wagon. Hier hieß der Kombi Ascona Voyage.
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Sportlicher Spießbürger: Opel Ascona B 1.9 L
In alter Größe: Opel Kapitän und Diplomat
Historie
Ende 1970 holte Opel aus zum doppelten Paukenschlag: Im September kam der Manta A, der den seit 1969 erfolgreichen Ford Capri jagen sollte. Im November folgte die Vorstellung des Ascona A. Beide Autos waren sich technisch sehr ähnlich, nutzten baugleiche Fahrwerkkomponenten und Motoren. Neben der Ascona-Limousine mit zwei und vier Türen sowie Normal- und L(uxus)-Ausstattung gab es auch einen Kombi namens Voyage. Dessen Verkauf startete mit 1,6-Liter-Motoren, die 68 (1.6 N) und 80 PS (1.6 S) leisteten. Anfang 1971 folgten ein 1,9-Liter mit 90 PS und die Ausstattungslinie SR, unter anderem mit Sperrdifferenzial. Ein 1,2-Liter mit 60 PS kam 1972, er blieb der Limousine vorbehalten. Im Sommer 1973 bescherte ein Facelift der Baureihe einen schwarzen Kühlergrill und serienmäßiges Holzfurnier im Cockpit. Im Oktober 1973 arbeiteten sich Automatikgurte vom Sonderzubehör zur Serienausstattung vor. Dem Voyage stellte Opel im März 1974 den billigeren Caravan zur Seite. Juli 1975: Produktionsende nach gut 691.000 gebauten Ascona A, davon 50.750 Voyage.Technische Daten
Opel Ascona Voyage 1.6 S: Reihenvierzylinder, vorn längs • eine obenliegende Nockenwelle, über Kette angetrieben • zwei Ventile pro Zylinder • Solex-Fallstromregistervergaser • Hubraum 1584 ccm • Leistung 59 kW (80 PS) bei 5200/min • max. Drehmoment 118 Nm bei 3800/min • Viergangschaltgetriebe • Hinterradantrieb • Einzelradaufhängung vorn an Doppelquerlenkern, hinten Starrachse mit Panhardstab, Stabilisatoren vorne/hinten • Reifen 165 SR 13 • Radstand 2430 mm • L/B/H 4180/1630/1400 mm • Leergewicht 1005 kg • Zuladung 525 kg • 0–100 km/h in 15,5 s • Spitze 155 km/h • Verbrauch 12,0 l S pro 100 km • Neupreis 1974: 11.317 Mark.Plus/Minus
Der Ascona Voyage ist ein durch und durch alltagstauglicher Oldtimer. Ausreichend Leistung (zumindest beim 1.6 S und 1.9 S) paart sich mit guten Fahreigenschaften und hoher Zuverlässigkeit. Den sportlichen Kombi für den dynamischen Familienvater der 1970er- Jahre im aktuellen Verkehr zu bewegen ist eine coole Sache und bringt Sympathien. Vor allem: Die Technik des Ascona A ist gut für ein langes Leben. Die Motoren schaffen locker 250.000 km und mehr; Wasserpumpe und Kardanwellen-Kreuzgelenk, gelegentlich auch die Getriebesynchronisation schwächeln meist früher, lassen sich aber ohne großen Aufwand heilen. Rostschäden im Heck sind bei nicht restaurierten Exemplaren eher Regel als Ausnahme und können mächtig ins Geld gehen.Ersatzteile
Es könnte schlechter sein, aber auch viel besser: Da der Voyage und sein preiswerterer Bruder Caravan viele Teile mit der Limousine gemeinsam hatten, gibt es im Bereich Antriebsstrang und Fahrwerk keine Probleme. Auch Interieur- und Karosserieteile sind in der Regel ohne großes Suchen erhältlich, wenn es sich um Gleichteile mit der Limousine handelt. Viele Ascona wurden ja nach ihrem Rosttod geschlachtet und verwertet. Für kombispezifische Teile gilt dies alles aber nicht. Hintere Seitenscheiben, Heckklappe, Rückleuchten und Rücksitzbank sind selten und sehr teuer.Marktlage
Rostvorsorge war bei der Produktion des Ascona A kein Thema. Entsprechend früh wurden die allermeisten der gut 691.000 gebauten Exemplare ein Fall für den Schlachter und Ausbeiner. Von den 50.750 Voyage überlebten nur ganz wenige Exemplare; in Deutschland dürften noch maximal 200 existieren. Eines zu finden, erfordert daher einen langen Atem – und dann auch die Bereitschaft, etwas tiefer in die Tasche zu langen. Voyage 1.6 S im Zustand 2 werden mit 7000 Euro notiert, 3er-Exemplare liegen bei knapp 4000 Euro.Empfehlung
Technische Mängel müssen beim Kauf nicht abschrecken. Sie lassen sich gut beheben, denn die Opel-Szene ist groß, rührig und hilfsbereit. Fehlen jedoch kombispezifische Teile oder zeigt sich fetter Rost im Heckbereich, sollten die Alarmglocken schrillen. Dann wird es langwierig und mühsam, das Auto in einen dauerhaft guten Zustand zu versetzen. Enthusiasten empfiehlt sich der Blick in US-amerikanische Verkaufsbörsen, Stichwort Opel Station Wagon – oder eben Opel Manta Sport Wagon.Kommentar verfassen
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Das wichtigste am Voyage oder Manta Sportwagon war und ist, dass es ihn nur zweitürig gibt, damit er auch von der Seite ordentlich aussieht und nicht von unzähligen Spalten zerrissen ist, damit er eine ordentlich Tür zum ein- und aussteigen hat und keine Katzentürchen und damit die Spießer die viertürige Kisten wollen ferngehalten werden.