VW T3 Camper im Vergleich

VW T3 Camper im Vergleich

— 13.07.2016

Welcher T3 bietet das beste Paket?

Die dritte Bulli-Generation ist vielseitig und wandlungsfähig. Und während T1 und T2 bald nur noch in Sammlungen stehen, bewährt sie sich nach wie vor tapfer in Alltag und Urlaub. T3-Camper gibt es eine Menge. Welcher ist der beste?

Camping ist wieder Kult, und Bullis sind schwer in Mode. Die ideale Verbindung beider Trends heißt VW T3. Das Erfolgsmodell der 80er- und 90er- Jahre ist das Bulli-Gesicht der späten alten Bundesrepublik. In der Entwicklungsgeschichte des Vielseitigsten aller Volkswagen markiert der T3 den Übergang zwischen Gestern und Heute; er rettet Käfertechnik in die Golfzeit. Als er 1979 auf den Markt kommt, rauschen im Heck noch luftgekühlte Vierzylinder. Als die Produktion 1992 endet, wechseln Motor und Antriebsachse von hinten nach vorn. Dazwischen erscheint der erste wassergekühlte Boxer (1982), bis zu 2,1 Liter groß und 112 PS stark. Einen 1,6-Liter-Diesel gibt es seit 1981, der Turbodiesel folgt 1986.

Gebrauchtwagensuche: VW T3

Der T3 ist langstreckentauglich und bezahlbar

Den Gipfel der eigenen Artenvielfalt erreicht der T3 als Reisemobil und Camper. Sowohl das Werk als auch unabhängige Anbieter liefern eine breite, bunte Palette an Aufbauformen bei nahezu identischen Abmessungen. Den Vorgängern T1 und T2 Westfalia – vielen Besitzern oft schon zu kostbar, um sie auf Langstrecke über Land zu quälen – hat der T3 einiges voraus. Gut verfügbar und noch fast immer bezahlbar ist er, flexibel bei der Frage nach dem idealen Aufbau und vielfältig in der Motorenauswahl. Sieben Typen, vom luftgekühlten Westfalia über den individuellen Dehler bis zum großformatigen Karmann Gipsy, bitten wir zum T3-Camper-Vergleich. Zum Reisen und Schlafen taugen sie alle – aber welcher liefert das stimmigste Gesamtpaket?

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Westfalia Joker: Klassiker mit Luftkühlung

Am fehlenden zweiten Kühlergrill vorn, kaschiert durch einen breiten Zierstreifen, erkennen Fachleute sofort die luftgekühlte Urversion des T3-Campers. Erst 1982 stellte VW auf wassergekühlter Boxermotoren um und beendete damit auf dem Heimatmarkt das Kapitel Luftkühlung. Dem bekannten und bewährten, heute teuren und gesuchten Zweiliter-Boxer im Heck verdankt der selten gewordene "Lufti" einen Großteil seines klassischen Charmes. Er klingt und fährt sich wie ein alter VW, nur versickert leider viel Kraft in der dreistufigen Automatik. Schon ab 100 km/h wird es zäh. Um zügig zu beschleunigen, fehlt irgendwie immer der passende Gang. Wer nicht in Eile ist, hat aber trotzdem Spaß mit dem Joker. "Gazelle" heißt der schöne, mittelbraune Lack. Die hellbraunen Möbel in Eiche- Dekor und die grün-beigen Sitz- und Vorhangstoffe sind nicht retro, sondern original. Passend dazu: das karge Schwarzplastik im Führerstand und die dünn unterfütterten Türverkleidungen. Wer vorn sitzt und lenkt und nach hinten lauscht, erlebt spürbar den Übergang von alter zu neuer VW-Zeit.

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Der Westfalia genügt für zwei

Natürlich kann der Joker auch praktisch, schließlich stecken in ihm rund drei Jahrzehnte Erfahrung im Reisemobil-Ausbau. Hersteller Westfalia wählte als Basis die Kombiversion mit Seitenfenstern ab Werk. Im typischen Hubdach mit Segeltuchwänden, das aufrechtes Stehen am Zweiflammen-Herd erst möglich macht, ist eine zweite Liegefläche untergebracht, sodass insgesamt vier Leute im Westfalia schlafen können. Für Familien mit Kindern wäre der T3 von 1980, der dank zwei Meter Höhe in eine normale Garage passt, der ideale Reisebegleiter und zudem ein bezahlbarer klassischer Camper für Freizeit und Wochenende. Doch leider lassen sich wegen fehlender Dreipunktgurte auf der Rückbank keine Kindersitze montieren. Weil Möbel im Weg sind, ist das Nachrüsten wie bei den meisten anderen Modellen mühsam. Aber entspannter reist es sich im alten Westfalia ohnehin zu zweit.

Nostalgie-VW-Bus Flowcamper

Tischer Doka: Doppelkabine mit Rucksack

Die Tischer-Doka ist flexibel vor Ort. Das Huckepack-System ermöglicht die getrennte Nutzung von Basisfahrzeug und Aufbau.

Das "Huckepack"-System der Firma Tischer Freizeitfahrzeuge aus dem fränkischen Kreuzwertheim hat noch heute seinen Reiz. Küche, Dusche und Toilette sind an Bord, dank des großen Alkovens gibt es vier vollwertige Schlafplätze, und bei Bedarf kann die Aufsatz-Kabine am Ziel abgehoben werden – großer Auftritt. Während der 450 Kilo leichte Pfahlbau auf dem Campingplatz stehen bleibt, geht es mit der ganzen Familie in der Doppelkabine (VW-Fan-Sprech: Doka) in die Stadt zum Einkaufen, zum Sightseeing in die Umgebung oder an den Strand. In den Kofferraum unter der frei gewordenen Ladefläche passen bis zu 1000 Liter Gepäck, Klapprad oder Gummiboot. Genial! Kein Wunder, dass die Doka zu den besonders begehrten Bulli-Varianten gehört.

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Porsche für den T3?

Das liegt auch daran, dass der Motorraum aufgrund seiner gewachsenen Bauhöhe Raum für Änderungen lässt: TDIT-riebwerke von Audi oder Subaru-Boxer gehören zu den gängigen Umbauten, auch Porsche- und V8-Motoren passen rein. Original ist das nicht, garantiert aber flottes Fortkommen. In unserer Doka steckt noch die Ursprungs-Motorisierung. Mit dem überforderten 50-PS-Saugdiesel schleppt sich die T3-Tischer-Kombination mit Tempo 70 durchs Land. Die eingetragene Spitze (87 km/h) wird nur erreicht, wenn Topografie und/oder Gegenwind es nicht verhindern. Was für den Pendelverkehr zwischen Firma und Baustelle mit vier Mann und Material ausreichen mag, vermiest die Urlaubsstimmung: Die Beschleunigung lässt sich mit dem Kalender messen, jede Steigung wird zur Geduldsprobe. Fahrspaß findet nicht statt, doch dafür wohnt es sich gut. Kein Bücken beim Einsteigen, viel Platz in der Küche, eine gut nutzbare Sitzecke und das immer einsatzbereite Doppelbett im ersten Stock sprechen für diese früher teure, heute seltene Camper-Spielart. Achtung! Für Wartungsarbeiten am Motor muss die Kabine runter; das anschließende Einparken der Doka und Verriegeln des Aufbaus ist nichts für Fahrer mit schwachen Nerven.
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Reimo T3: Alternative mit Hochdach

Schön bunt, angenehm bequem: Design und Qualität der Innenausstattung beim Reimo-Hochdach erinnern an das Vorbild Westfalia.

Scharf kalkulieren und dabei auf nichts verzichten wollen oder müssen: Wer so denkt, kann sich bis heute seinen individuellen T3- Camper aus dem Reimo-Katalog zusammenstellen. Möbel für den Innenausbau, lieferbar in zwei Farben, und Dächer gehören nach wie vor zum Sortiment der Firma aus Egelsbach bei Darmstadt. Im Feld der mittlerweile schon klassischen T3-Camper ist das ein einmaliger Vorteil. Dass dem Erstbesitzer vor 30 Jahren ein günstiger Transporter in Kommunal-Orange als Basis für den Umbau diente, ist heute allenfalls am leichten Rost rund um die nachträglich eingesetzten Fenster zu erkennen. Der Rest ist Profi-Arbeit. Die Innenarchitektur, komplett mit kleinen und großen Stauräumen, Kleiderschrank, Küchenblock, variabler, großer Tischplatte und vier Schlafplätzen auf zwei Stockwerken ist durchdacht und solide und könnte auch im Joker stehen. Ein Blick in die Wohnräume der anderen Camper zeigt, dass ein T3-Reisemobil ohne beigebraune Furnier-Möbel damals völlig undenkbar schien.

70 PS reichen völlig aus

Das nützliche Hochdach ermöglicht aufrechtes Stehen, und der zeitgenössische Paulchen-Fahrradträger am Heck beweist, dass hier jemand mit Erfahrung am Werk war. Praktisch, aber nicht reizlos ist der Reimo. Hinten nagelt gedämpft der aufgeladene 1,6-Liter-Diesel. Mit 70 PS fährt er sich ähnlich wie der gleich starke, luftgekühlte Zweiliter-Sauger. Die Leistung genügt für maßvolle Beschleunigung, weder Joker noch Reimo sind Verkehrshindernisse. Das ideale Marschtempo liegt bei beiden knapp über 100 km/h, alles darüber verursacht nur unnötigen Stress. Gangwechsel machen mit dem halbmeterlangen, nur vage auf langen Wegen durch die Kulisse irrenden Schaltmast zwar keinen besonderen Spaß. Sie lohnen sich aber: Bei ruhiger, vorausschauender Gangart begnügt sich der Turbodiesel mit 8,5 Liter auf 100 Kilometer. Ein Hochdach-Bulli mit 70-PS-Turbodiesel vom Ausrüster – hier ist das die goldene Mitte!

Karmann Gipsy: Familienfreund mit Alkoven

Rollender Zweitwohnsitz: Dank Alkoven und XL-Aufbau bietet der Gipsy am meisten Platz.

Ist das noch ein T3 oder schon ein LT? Keine Frage, der Karmann macht was her. Die Front mit den eckigen Leuchten und "Projekt Zwo"-Nebelscheinwerfern am Kühlergrill unterstreicht noch den erwachsenen Auftritt des Gipsy. Der spielt seine Größe gegenüber der Konkurrenz souverän aus. Obwohl in alle Richtungen nur wenige Zentimeter hinzugekommen sind, wirkt er innen dank schlauer Aufteilung, Duschbad und nicht zuletzt aufgrund des Alkovens doppelt so groß wie ein herkömmlicher Reise-T3. Der größte Vorteil des Karmann ist eigentlich kaum messbar: einfach ankommen, parken, Markise rauskurbeln, und der Urlaub beginnt. Während die anderen noch Gepäckumschichten, Vorzelt aufbauen oder Betten beziehen müssen. Herrlich! Zum gediegenen, zeitgeistigen Auftritt trägt die originale Einrichtung aus Echtholz, "Qualitätspolstern in Chesterfield-Rautenverarbeitung", Fransen und Vorhängen bei.

Der Karman ist fett

Das alles atmet vergangene Langzeitqualität, kostete Ende der 80er fast 70.000 Mark und erinnert an Omas Wohnzimmer – fehlt nur das Goldrandgeschirr. Wer diesen Look nicht mit liebevoller Ironie betrachten kann, muss sich eben einen Atlantic oder Dehler kaufen. Dank der vielen Einbau- und Hochschränke und des großen Dachgepäckträgers ist der Gipsy, wie schon der Name suggeriert, für langes Herumreisen ideal. Weil die Maße die eines normalen T3 übersteigen, braucht es für enge Altstadtstraßen aber etwas Training. Der Weg dorthin findet auf der Lkw-Spur oder besser noch auf der Landstraße statt. Der Turbodiesel hat an dem Kasten ordentlich zu schleppen. Das Leergewicht beträgt trotz hohen Alu-Anteils über zwei Tonnen, die Aerodynamik ist verheerend Im Gegensatz zum identisch motorisierten Reimo liegt das ideale Reisetempo beim Karmann unter 100 km/h, und so wendig wie die kleinere Verwandtschaft ist er auch nicht. Kann also gut sein, dass der Karmann zwar ein großartiger Camper ist, aber vielen T3-Liebhabern auch einfach schon eine Nummer zu groß.

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California Atlantic High-End-Bulli mit Allrad

Alles drin und dran: Ein Atlantic Syncro mit Vollausstattung ist ein Auto für jeden Einsatzzweck – und eine Wertanlage.

Dieser T3 ist die Krönung – und nicht nur wegen Hochdach und 20 Millimeter Extra-Federweg ein Höhepunkt der T3-Evolution. Er hat alles und kann alles: California Atlantic mit Allradantrieb, zuschaltbaren Differenzialsperren, ABS, Servolenkung, Klimaanlage, Tempomat, elektrischen Fenstern und Spiegeln sowie einer geschmackvollen Innenausstattung, die auch nach mehr als 200.000 Kilometern noch wie neu aussieht. Und, und, und. Zum Grundpreis von rund 54.000 Mark addierten sich seinerzeit fast 20.000 Mark an Extras hinzu. Mehr Geld war bei VW nicht loszuwerden. Whouff!

Nach 25 Jahren klappert nichts

Jawohl, als Gesamtkunstwerk ist dieser Atlantic ein Luxusgut, doch alles hat hier seinen Sinn. Es gibt Kopfstützen für die Rücksitze, endlich einen dritten Dreipunktgurt ab Werk, drollige kleine Vorhänge im Panoramafenster des Hochdachs und feste, gut passende Sitze in der ersten Reihe. Dazu Möbel, die vielleicht zufällig an Billy und Pax erinnern, aber auch nach über 25 Jahren weder klappern noch knarzen. Der California war ein sparsamerer Joker ab Werk, und der Atlantic Vanagon dessen Edel-Version. Hier steckt noch der seit 1985 erhältliche "Syncro"-Antrieb drin, dessen Visco-Kupplung die Antriebskräfte je nach Bedarf auf die Vorder- und Hinterachse verteilt. Im Geländegang und mit eingelegten Differenzialsperren wühlt sich der Atlantic auch durch richtiges Gelände. Abseits davon gibt er sich komfortabel und verbindlich, er kann Offroad und Langstrecke. Klar, gegen die rund 140 Extra-Kilo des Allradantriebs und gegen das Hochdach hat auch der 112 PS starke Motor ab 120 km/h spürbar zu kämpfen, bleibt dabei aber immer schön leise. Das schlechte Gewissen und die böse Ahnung von Syncro-Ersatzteilpreisen fahren dabei immer mit: Der Premium-Camper ist schon zu kostbar, um ihn im unverzärtelten Urlaubsalltag ranzunehmen. Die Gefahr, dass dem Superhelden etwas zustößt, ist vielen zu groß.

Dehler 2+2: Designerware mit Wasserboxer

Schick in Schale: Jachtbauer Dehler machte den T3
zum Freestyle-Camper. Basis des 2+2 ist ein Multivan.

Dehler! Da denken doch gleich alle an den Profi, das üppige Nobelmodell des Jachtbauers aus dem Sauerland. Der war weniger ein Fall für Profi-Camper als für gewiefte Geschäftsleute, die den mobilen Heim-Arbeitsplatz als "Sonder-Kfz Bürofahrzeug" von der Steuer absetzten und abends im Vier-Sterne-Hotel schliefen. Der Dehler 2+2 – Werbeslogan: "Machen Sie mehr aus Ihrem Multivan" – ist anders. Pragmatischer, bescheidener, günstiger. Aber spannend und fesch! Auch der 2+2 trägt das nach aerodynamischen Gesichtspunkten gestylte Hochdach. Innen kommt dadurch eine Stehhöhe von 1,86 Meter zustande. Wo Joker, Reimo und Atlantic oben zwei weitere Schlafplätze bieten, findet sich bei diesem Dehler Gepäckraum. Platz zum Schlafen gibt es nur unten, auf der umklappbaren Rücksitzbank der Bluestar-Basis.

Camping können andere besser

Kaufberatung VW T3: Diesen Bulli kauf ich mir!

Kaufberatung VW T3: Diesen Bulli kauf ich mir! Kaufberatung VW T3: Diesen Bulli kauf ich mir! Kaufberatung VW T3: Diesen Bulli kauf ich mir!
Deren laufruhiger und drehfreudiger 92-PS-Motor hinterlässt den besten Eindruck im Vergleich. Kein anderer T3 hängt so gut am Gas und fährt sich so agil wie der 2+2. 20 PS weniger als der katlose Atlantic? Kaum zu glauben! Außerdem ist er, gemessen jeweils bei 80 km/h im höchsten Gang, der Leiseste. Die eher knappe Camping-Ausrüstung und die geschmeidige Motorisierung machen den Dehler zum Charakterdarsteller. Wo andere von Fall zu Fall einen fest montierten Holzschrank im Heck tragen, baumelt beim 2+2 hinten links ein übergroßer, abnehmbarer Kleidersack an der Stange. Über den Köpfen der ersten Reihe hängt eine nützliche Ablage, und im Rücken des Fahrers steht ein Hochschrank, aus dem sich Duschwanne, Brause, Spiegel und Zahnputzbecher-Halter ausklappen lassen. Duschen im Wohnzimmer – bizarr! Das klingt alles nützlich, doch im Detail hakt es: Die Kühlbox ist klein, die Nasszelle ein Styling-Gag, und die Einrichtung zeigt Alterserscheinungen. Das Plastik der Designermöbel ist zum Teil verzogen, die Passungen geraten aus den Fugen. Für kurze Zwischenstopps auf dem Weg zum Ferienhaus ist der Dehler ideal. Camping können andere besser.

Redstar T3: Fahrerauto mit Turbodiesel

Multivan ist gleich Multitalent, diese Rechnung geht immer noch auf. Der lässige, mild sportlich auftretende Redstar hat viele Fähigkeiten und genießt zudem den Sonderstatus, zu den wirklich allerletzten T3 aus deutschösterreichischer Produktion zu gehören. Nachdem die "Limited Last Edition" (LLE, 2500 Stück) im Frühjahr 1992 ruck, zuck ausverkauft war, schob VW noch rund 500 Redstar für Mitarbeiter nach: alle in Graz bei Steyr-Puch gebaut, tornadorot lackiert und ausnahmslos mit Turbodiesel ausgerüstet. Zwar würde der 92-PS-Wasserboxer an Ort und Stelle unser Glück perfekt machen, doch mit dem Diesel lässt es sich gut und unaufgeregt leben. Allürenfrei und überraschend leise, passt der 70-PSMotor prima zu den Anforderungen des Alltags. Außerdem tut er sich hier deutlich leichter als in Reimo und Gipsy.

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Multivan heißt praktisch

Modern ist der Redstar mit seinen lackierten Außenspiegeln und breiten Alus, mehr Pkw als Nutzfahrzeug. Darin liegt sein Geheimnis: auf 4,57 Meter Außenlänge Platz für alles Mögliche zu bieten. Im Normalzustand hält der Multivan mit sieben Sitzplätzen und vier Dreipunktgurten ausreichend Kofferraum bereit. Familien lieben ihn dafür. Bleiben die beiden gegen die Fahrtrichtung montierten Einzelsitze daheim, gibt er den Transporter. Aber ist der Multivan auch ein Camper? Jein! Fürs Camping mit Übernachtung heißt es Rückbank umlegen (die Wülste drücken etwas beim Liegen) und zur Verdunkelung mühsam die aufpreispflichtigen Gardinen befestigen. Ankleiden fällt schwer, weil der Multivan als Einziger mit serienmäßiger Dachlinie antritt und aufrechtes Stehen unmöglich ist. Einziges Möbelstück ist der Klapptisch in der Seitenwand, an dem zwei Leute Platz finden Heißt: Zu den vielen Talenten des Multivan gehört auch Camping ein bisschen dazu. Sein eigentliches Können liegt aber darin, als Multivan alles andere zu beherrschen. Praktisch ist er, klassisch – und vor allem klassenlos. Mit diesen Eigenschaften können nicht viele Typen glänzen!

Am Ende liegt der Reimo vorn

Camper kaufen – und ab in den Urlaub? So einfach ist das Modethema T3 nicht zu behandeln. Unsere sieben Bullis sind Multitalente, jeder auf seine Weise. Doch viel Platz bedeutet nicht zwangsläufig hoher Nutzwert. Auch Motorleistung, Verfügbarkeit, Preis und Unterhaltskosten spielen eine Rolle bei der Bewertung des Gesamtpakets. Und der eigene Geschmack natürlich. Fürs schnelle Hin und Her ist etwa der klassische Joker heute schon zu schade. Karmann und Tischer sind lahm, bieten aber viel Raum. Doch braucht es das wirklich? Wer nur einen Kurztrip vorhat, wird wohl eher mit einem Hochdach-Bulli wie Atlantic, Dehler oder Reimo glücklich. Der Multivan ist am wenigsten Camper: Wenn der Bungalow gemietet ist, fährt die ganze Familie im Redstar in den Urlaub. Auch das kann Camping im T3 bedeuten. Die hohen Kosten verhindern, dass Atlantic Syncro oder Dehler den Sieg holen. Am Ende liegt der Reimo vorn, weil er das beste Gesamtpaket bietet: Er ist bezahlbar, schnell genug, wirtschaftlich. Und er kann noch mit Neuteilen bestückt werden. Mit Wasserboxer wäre er perfekt.

VW T3 Camper im Vergleich

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