Damit hatte Jörg Schröpfer nicht gerechnet: Eine wildfremde Frau stieg aus einem quietschgelben Ferrari aus und bot ihm den Beifahrersitz an. "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Hier, willst du mal eine Runde drehen?"
Doch, das ist wirklich so passiert. Jörg Schröpfer aus Freiberg in Sachsen machte gerade Urlaub in Bad Reichenhall an der österreichischen Grenze. An seinem 56. Geburtstag fuhr er mit seiner Frau eine Stunde südlich nach Wagrain in Österreich – denn dort nahm Udo Walter, der Vater seiner Schwiegertochter, gerade an der Oldtimerrallye Salzburger-Land-Klassik teil.
Jörg Schröpfer und Heike Schröpfer an einem gelben Ferrari F355 F1 Spider
Jörg und Heike Schröpfer konnten es kaum glauben: Zu Jörgs 56. Geburtstag gab's eine Spritztour im gelben Ferrari F355 F1 Spider.
Bild: Conrad Walter

Ein Ferrari F355 als Überraschung

Sie trafen sich am Zielbogen, Udo gratulierte Jörg – dann sagte er: "Komm mal mit." So standen sie nun an diesem gelben Ferrari F355 F1 Spider Baujahr 1999, und Jörg glitt staunend und überwältigt in den tief montierten Ledersitz. Der Ferrari-Besitzer ließ den V8 an, schon brüllte die Fuhre mit 381 PS die kurvigen Straßen hinauf.
Ferrari F355 F1 Spider am Zielbogen der Salzburger-Land-Klassik 2025
Am Zielbogen der Salzburger-Land-Klassik 2025 in Wagrain begann die Geburtstagsüberraschung.
Bild: Astrid Götz/B&M Marketing
"Ich konnte es gar nicht glauben!", sagt Jörg Schröpfer danach. "Die Fahrt war schön, das Gelb ist hervorragend, und der Klang des Ferrari ist wunderbar." Etwas anderes hat ihn auch noch geflasht: "die Freundlichkeit, dass die Besitzer da mitmachen! Ich bin ihnen sehr dankbar."
Jörg, Möbelverkäufer, fährt selbst einen BMW 520i und hat mehrere alte DKW-Motorräder – aber in einem Ferrari war er noch nie unterwegs gewesen.
Udo Walter hatte die Geburtstagsüberraschung eingefädelt wie einen Streich für die versteckte Kamera. Er hatte eins der vier Ferrari-Teams im Starterfeld angesprochen, ob die Lust haben, Jörg eine Runde auf dem Beifahrersitz zu spendieren.
Ferrari F355 F1 Spider fahrend schräg von vorn
Die Oldtimerrallye führte über traumhafte Strecken des Bundeslandes Salzburg.
Bild: Lena Willgalis/B&M Marketing
Teilnehmer Stefan Schmitt (ebenfalls 56) und Ehefrau Iris Schöttler (54) aus Remagen bei Bonn nahmen in ihrem gelben Ferrari F355 Spider teil. Vor allem Iris war sofort begeistert von der Idee. So schenkten sie Jörg Schröpfer unvergessliche Minuten.

Hohe Ferrari-Dichte bei der Salzburger-Land-Klassik

Es war nicht der einzige Ferrari bei dieser Rallye. Wer mehr Ferrari-Oldtimer und -Youngtimer auf einmal sehen möchte als hier, muss zu einem Markentreffen gehen: An der Salzburger-Land-Klassik 2025 in Österreich starteten nur rund 75 Autos, aber gleich vier davon waren Ferrari aus den 80er-, 90er- und 2000er-Jahren. Faszinierende Autos mit lustigen Geschichten.

Ein Ferrari 308 GTSi von 1981 mit 8000 Kilometern

Der nach Jahren älteste, aber nach Kilometern jüngste Ferrari im Starterfeld war der silberne Ferrari 308 GTSi: 1981 wurde er gebaut, dann stand er aber 30 Jahre in einem privaten Automuseum im US-Bundesstaat New York, erzählt Besitzer Norbert Arnoldy (62).
Ferrari 308 GTSi stehend schräg von vorn mit Besitzer Norbert Arnoldy
Norbert Arnoldy hat seinem Ferrari 308 GTSi etwas Dekoration im Martini-Stil gegönnt – nur mit "Arnoldy" statt "Martini".
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Der "Magnum"-Ferrari muss an einem Fenster gestanden haben, denn der silberne Lack war matt. "So kam er 2014 mit 5000 Meilen nach Deutschland", sagt Arnoldy, der auf Schloss Temmels bei Trier wohnt.
"Der nächste Besitzer hatte Frau und Hund, auch er fuhr den Ferrari kaum." Umgerechnet 8000 Kilometer in 33 Jahren, da waren einige Standschäden zu beheben.
"Ich habe ihn vor sechs Jahren gekauft, jetzt hat er 18.000 Meilen runter", umgerechnet etwa 29.000 Kilometer.
Einen Gag erlaubte sich Norbert Arnoldy: Er brachte Streifen im Stil der legendären Martini-Sponsoraufkleber auf den 308er auf. Statt des "Martini"-Schriftzugs ließ er in der gleichen Schrifttype seinen Namen "Arnoldy" aufdrucken.

Ein Ferrari 360 Spider mit umgekehrtem Cabrio-Effekt

Auch der rote 360 Spider von Eduard Kolar und Ingrid Steineder aus Linz hat – Ferrari-typisch – erst wenige Kilometer auf dem Zähler: ca. 34.000. Vor sechs Jahren, als Kolar ihn kaufte, waren es sogar erst 20.000 Kilometer. Obwohl ihr Ferrari schon 2001 gebaut wurde. So hat der V8 mutmaßlich selten seine 400 PS bei 8500 Umdrehungen (!) unter Beweis stellen können.
Ferrari 360 Spider stehend schräg von vorn
Bei kühler Witterung öffnen Ingrid Steineder und Eduard Kolar das Verdeck ihres Ferrari 360 Spider besonders gern.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Cabrio-Fahrer in unseren Breitengraden öffnen ja gern das Verdeck, wenn es bei geschlossenem Dach im Wagen zu warm wird. Weil dann die heiße Luft entweichen kann und der Fahrtwind die Genießer kühlt.
Im Ferrari 360 Spider hilft das überhaupt nicht, berichtet Eduard Kolar – im Gegenteil: "Wenn hier das Verdeck offen ist, kann die Hitze vom Motor ungehindert nach vorn strahlen. Deshalb lassen wir vor allem an warmen Tagen das Dach lieber zu."
Ferrari 360 Spider stehend von hinten oben mit offenem Verdeck und Besitzern im Cockpit
Durch die Glasscheibe ist der V8-Motor des Ferrari 360 Spider gut zu sehen – im Cockpit ist er gut zu spüren, und das nicht nur wegen der Beschleunigung in 4,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Eine Kaufberatung für den 360-Nachfolger Ferrari F430 finden Sie hier.
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Ein Ferrari 328 GTS von Boris Beckers Manager

Den Ferrari mit dem wohl prominentesten Vorbesitzer hatte Martin Cohn (59) aus Leonberg bei Stuttgart am Start der Salzburger-Land-Klassik: Sein roter Ferrari 328 GTS gehörte als Neuwagen Ion Tiriac. Der rumänische Sportler, der in Deutschland als Manager von Boris Becker berühmt wurde, kaufte 1989 den 270 PS starken Ferrari und ließ ihn in Deutschland zu.
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Martin Cohn ist stolz auf seinen Ferrari 328 GTS aus prominentem Vorbesitz.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Die ganze Geschichte dieses Traumwagens mit dem schillernden Besitzer lesen Sie hier.