Er war einer der erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten: Der Ford Sierra RS500 Cosworth. Mit deutlich über 500 PS konnte der Sierra zahlreiche Titel auf der ganzen Welt einfahren. Die nur 500 Mal gebaute Straßenversion ist heute ein gesuchter Klassiker, der immer wieder Höchstpreise erzielt. Jetzt hat ein britisches Unternehmen beschlossen den Sierra RS500 als super limitierte Kleinserie wieder aufzulegen. Nur drei Exemplare sollen entstehen. Stückpreis: Über 200.000 Euro!
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Zu Beginn eine kurze Geschichtsstunde: Der Ford Sierra RS Cosworth wurde zwischen 1986 und 1992 gebaut. Er war eine Kooperation der Ford Motorsport-Abteilung und Motorenpartner Cosworth, die das Hauptziel hatte, eine wettbewerbsfähige Basis für eine Gruppe A-Rennversion zu bilden. Die Straßenversion des Sierra RS Cosworth wurde im Juli 1986 präsentiert, leistete 204 PS und schaffte 240 km/h Topspeed. Etwas mehr als 5500 Stück wurden gebaut. Genau 500 RS Cosworth gingen anschließend zu Aston Martin Tickford und wurden im August 1987 als Evolutionsmodell Sierra RS500 Cosworth enthüllt. Alle 500 Stück waren ausschließlich für den britischen Markt vorgesehen und sollten ursprünglich schwarz lackiert werden. Letztendlich wurden auch 56 weiße RS500 und 52 Exemplare in "Moonstone Blue" produziert.
Ford Sierra RS500 continuation car
Bei der Neuauflage handelt es sich um die Rennversion des Sierra RS500. Eine Straßenzulassung dürfte sich schwierig gestalten.

Neben kleineren optischen Veränderungen wie einer neuen Frontschürze ohne Nebelleuchten und einer zusätzlichen Spoilerlippe unterhalb des legendären XXL-Flügels, der auch heute noch das Erkennungszeichen des RS Cosworth ist, wurden vor allem der Motor noch mal überarbeitet und mit Teilen aus dem Rennsport ausgestattet. Verbaut wurden unter anderem ein größerer Garrett T04-Turbolader, ein größerer Ladeluftkühler, eine modifizierte Spritpumpe und auch das Kühlsystem wurden optimiert. Das Ergebnis waren 227 PS bei 6000 U/min und 277 Nm maximales Drehmoment.

Rennversionen mit deutlich über 500 PS

Noch wilder waren die Tourenwagen-Versionen des RS500, die Ende der 80er-Jahre nicht nur die DTM, sondern auch zahlreiche Tourenwagen-Serien auf der ganzen Welt gewannen. Darunter auch die "British Touring Car Championship" kurz BTCC. Mit dafür verantwortlich war der von Motoren-Spezialist Cosworth entwickelte Sechzehnventiler, der auf Fords T88 Block aufbaute. Im Renntrimm mit XXL-Garrett-Turbolader produzierte der Vierzylinder deutlich über 500 PS. Dadurch war der Sierra so schnell, dass die DTM Luftmengenbegrenzer einführte, um die Leistung zu drosseln.
Und genau diese Rennversion des Ford Sierra RS500 wird über 30 Jahre später mit Originalteilen in einer streng limitierten Kleinserie neu aufgelegt! Verantwortlich für dieses Projekt ist die britische Firma CNC Motorsport AWS . In Kooperation mit dem Rennfahrer Andy Rouse sollen nur drei Ford Sierra RS500 Gruppe A-Neuauflagen entstehen. Besonderen Wert legt CNC dabei auf Originalität.
Ford Sierra RS500 continuation car
Das Erkennungszeichen des Ford Sierra RS Cosworth ist auch heute noch der riesige Heckflügel.

CNC Motorsport-Gründer Alan Strachan arbeitete Ende der 80er- bis Anfang der 90er-Jahre für das Rennteam Andy Rouse Engineering (ARE) und ist daher sehr vertraut mit den Sierra-Tourenwagen. Als sich Strachan die Gelegenheit bot eine nagelneue RS500-Karosserie (909 Motorsport) zu erwerben, zögerte er nicht und kontaktierte Rouse mit der Idee einer Kleinserie von drei Fahrzeugen, sogenannten "continuation cars". Der viermalige BTCC-Meister Rouse stimmte dem Vorhaben sofort zu und so entstehen die RS500 nach ARE-Spezifikation.
Das bedeutet, dass Fahrwerksteile, der Stahlkäfig, zeitgenössische Instrumente und auch die flammenwerfenden Sidepipes nach original Plänen nachgebaut werden. Selbstverständlich werden die drei RS500 mit allen für den historischen Rennsport nötigen Papieren ausgeliefert und sollen "ready to race" sein. Das Herzstück ist natürlich der Cosworth-Motor (YB), der vom damaligen Motorenbauer Vic Drake nach original Vorgaben neu aufgebaut wird. CNC gibt die Leistung mit unglaublichen 583 PS (575 bhp) an. Die Kraftübertragung übernimmt ein Getrag-Fünfganggetriebe, das die Kraft an die Hinterräder abgibt.

Stückpreis der Neuauflage ab 216.500 Euro

Alle drei Fahrzeuge werden in schlichtem Weiß ausgeliefert, wobei Sponsoren-Lackierungen optional erhältlich sein sollen. Das erste Fahrzeug soll bereits im Frühjahr 2022 fertiggestellt werden. Der Stückpreis liegt bei umgerechnet mindestens 216.500 Euro (185.000 Britische Pfund). Zum Vergleich: originale Ford Sierra RS Cosworth kosten inzwischen nicht selten über 50.000 Euro. Die seltenen RS500 Cosworth knacken sogar regelmäßig die 100.000 Euro-Marke.