Porsche 928 Cabrio-Umbau zu verkaufen
Wer hat dem Porsche das Dach abgesägt?

Dieser Porsche 928 wurde zum Cabrio aufgeschnitten und per Kompressor auf fast 300 PS gepusht. Jetzt ist er zu verkaufen – aber nicht für 30.000 Euro!
Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
Porsche selbst hat sich nicht getraut: 1987, erst zehn Jahre nach dem Serienstart des Porsche 928, bauten sie in Stuttgart eine Cabrio-Studie auf Basis des 928. Porsche selbst entwarf das Design, die American Sunroof Company ASC des schillernden Heinz Prechter baute zwei Exemplare fürs Werk. Ästhetisch gelungen, technisch machbar.
Aber Porsche war in Geldnot, und um so ein Auto in Serie zu bauen, hätten sie erst mal einiges an Geld investieren müssen. Als Heinz Branitzki 1988 vom Finanzvorstand zum Porsche-Chef aufgestiegen war, kippte er den 928-Cabrio-Plan. (Hier erzählen wir die ganze Geschichte!)

Das Design des Porsche 928 lässt ein gut aussehendes Cabrio zu. An den Begrenzungsleuchten erkennt man das US-Modell. Auf dem Aufkleber unter der Tür steht "Porsche 928".
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Porsche 928: 1995 zum Cabrio umgebaut
Dabei war Amerika damals Cabrio-verrückt. Derjenige, der 1992 als fünfter Besitzer diesen Porsche 928 aus dem Baujahr 1980 kaufte, war es offenbar auch. Denn er ließ 1995 den damals 15 Jahre alten Gebrauchtwagen zum Cabrio umbauen!

Statt einer Heckklappe mit Glasscheibe hat der Cabrio-Umbau einen flachen Kofferraumdeckel. Typisch US-Modell: Zusatzbremsleuchte, schmales Nummernschild zwischen schwarzen Bumper-Klötzen.
Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
Die Firma Newport Car Conversions in Norwalk im Großraum Los Angeles (Kalifornien) setzte die Flex an, verpasste dem 928 Verstärkungen und ein Verdeck mit großer Kunststoff-Heckscheibe.

Das Cabrio-Verdeck ist innen flauschig gefüttert. Die beiden Schnappverschlüsse sehen nach Mazda MX-5 aus.
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Ein Kompressor bringt den Porsche auf fast 300 PS
Nicht die einzige Investition, die der Besitzer dem "German Autobahn Killer" gönnte: Der 4,5-Liter-V8, in deutscher Spezifikation 240 PS stark, bekam 1997 vom Tuner Lucky Eckman bei DEVEK 928 Performance einen Kompressor samt Ladeluftkühler und Bypassventil.

Auch mit geschlossenem Verdeck sieht der Porsche 928 ganz stimmig aus. Fans originaler Porsche dürften sich daran weniger stören als an den nachgerüsteten Endrohren ...
Bild: triptronic1654/Bring a Trailer

... oder den 17-Zoll-Zubehör-Rädern von Speedline. Immerhin steht der Porsche auf Michelin-Reifen. Hinter den Speichen: Bremsen vom Porsche 944 Turbo.
Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
2010 wurde laut Unterlagen ein Kompressor-Kit von 928 Motorsports eingebaut. Auf dem Prüfstand erreichte er damit 297 PS bei 5500 Umdrehungen.

Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
Ungewöhnlich für die USA: Dieser Porsche 928 hat keine Automatik, sondern das Fünfgang-Schaltgetriebe. Vielleicht nahmen deshalb so wenige potenzielle Kunden an der Versteigerung auf der US-Website "Bring a Trailer" teil.
Spoiler, Turbo-Bremsen, Hi-Fi-Anlage – der Porsche 928 wurde teuer
928-Kenner sehen sofort, dass noch diverse weitere Details verändert wurden: Vorn kam ein dunkler Spoiler dazu, die schwarzen 17-Zoll-Aluräder sind von Speedline. Die Scheibenbremsen sollen vom Porsche 944 Turbo stammen.
Zwischen den Rädern prangt ein schwarzer Aufkleber am Schweller, dahinter ragen die Endrohre einer Auspuffanlage aus dem Zubehör hervor.

Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
Innen wurde laut Quittung für umgerechnet knapp 1400 Euro eine HiFi-Anlage von Alpine nachgerüstet, mit CD-Laufwerk, Bluetooth, separatem Verstärker und vier Zwei-Wege-Koaxial-Lautsprechern.
Auch nachher wurde immer wieder Geld in das Porsche 928 Cabrio investiert – offenbar tat das der Verkäufer, der bei Bring a Trailer unter dem Nutzernamen triptronic1654 auftritt. Denn laut Inserat ist der Porsche seit 33 Jahren, also seit 1992, in derselben Hand.

Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
Verkäufer: "Meine Frau musste weiter arbeiten gehen"
Dass er viel in den Porsche reingesteckt hat, bestätigt triptronic1654 im Chat mit einem anderen User: "Bruder, du machst dir keine Vorstellung. Die meisten wichtigen Teile oder Systeme wurden zum Neupreis ersetzt oder überholt, und das mit vollständiger Dokumentation. Ich habe mit dem Golfen aufgehört, meine Tochter musste aufs öffentliche College, meine Frau musste weiter arbeiten gehen ... aber hey, man muss Prioritäten setzen, oder?"

Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
30.000 Euro sind nicht genug für das 928 Cabrio
Wie es scheint, muss seine Frau erst mal weiterschuften – denn bei der Auktion auf der Website bot der Meistbietende nur 35.000 Dollar, gut 30.000 Euro. Damit wurde der Mindestpreis nicht erreicht, den triptronic1654 sich vorgestellt hat. Schließlich habe allein die Neulackierung in "Indischrot" (Farbcode 027/M3A) 28.000 Dollar gekostet. So bleibt das 928 Cabrio erst mal stehen. Und wartet auf Kunden, die mehr ausgeben würden. Wo der Mindestpreis ist, geht aus dem Inserat nicht hervor.

Bild: triptronic1654/Bring a Trailer
Wer tut ein gutes Werk, schickt die fleißige Frau in Rente und belohnt sich mit einem seltenen Porsche 928 Cabrio?
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