Mercedes 300 GD von AMG (1983)
Eine G‑Klasse mit S‑Klasse‑Gesicht

Dieser skurrile 1983er Mercedes 300 GD trägt einen S‑Klasse-Kühlergrill, BBS-Felgen und eine vierfarbige Lackierung. So sahen die Anfänge der AMG-Ära aus!
Bild: Peterson Automotive Museum
Museumsmuffel? Für dieses Auto würde sich ein Besuch lohnen! Denn in der "Totally Awesome!"-Ausstellung des Petersen Automotive Museum in Los Angeles steht ein Fahrzeug, das aussieht, als hätte es sich morgens beim Anziehen vergriffen: ein 1983er Mercedes 300 GD, also eine der ersten AMG‑G‑Klassen überhaupt – und vorne dran prangt die noble Front einer W-116‑S‑Klasse. Der skurrile Mix aus Geländewagen und Luxuslimousine wirkt heute wie ein KI-generiertes Rendering, war damals aber schlicht ein Statement.
Die Geschichte der G‑Klasse beginnt weit entfernt von kalifornischen Museumslichtern. Ende der 1970er entwickelte Mercedes‑Benz den kantigen Geländewagen zunächst für das iranische Militär. Als der Auftrag jedoch wegen politischer Instabilität platzte, entschied man sich, den robusten Allradler in Serie zu bauen – diesmal für ganz normale Kunden.

Was für ein Mix: Militärisches Design trifft auf Individualisierung und S-Klasse-Charme.
Bild: Peterson Automotive Museum
So entstand eine Plattform, die zwar für den militärischen Einsatz gedacht war, aber auch als Lifestyle‑Gefährt taugen sollte. Und damit war die Ikone, wie wir sie heute kennen, geboren.
Frühes Tuning von AMG
In den 80ern griff die tschechische Tennis‑Legende Ivan Lendl zu. Allerdings nicht zur Serienversion, sondern zum modifizierten 300 GD, den der damals noch unabhängige Tuner AMG auf Wunsch mit S‑Klasse‑Front, breiten BBS‑Felgen, blauem Recaro‑Leder, bulligem Bodykit und individueller Lackierung zu einem echten Blickfang verwandelte.

Im Innenraum beherbergt die alte G-Klasse blaue Recaro-Sitze aus Leder.
Bild: Peterson Automotive Museum
Unangetasteter Motor
Wer heute an AMG denkt, der hat Biturbo‑V8‑Maschinen im Kopf. Doch dieser frühe 300 GD war ein eher gelassener Typ, nur optisch laut. Sein Dreiliter‑Reihenfünfzylinder-Diesel mit 87 PS sorgte für 127 km/h Topspeed und galt damals als solide und zuverlässig – aber keineswegs als Kraftmaschine, die jeden an der roten Ampel stehen lässt.
Der Beginn einer Ära
1993 gingen Mercedes‑Benz und AMG eine offizielle Partnerschaft ein. Ab da wurden veredelte Modelle – auch luxuriöse Varianten der G‑Klasse – direkt über Mercedes verkauft. Dieser G markiert damit einen spannenden Übergang: von den militärischen Wurzeln der G‑Klasse hin zu einem Fahrzeug, das Prestige, Komfort und Geländetauglichkeit vereinen sollte. Genau diese Mischung legte den Grundstein für den modernen Luxus‑Offroader, der heute eines der wichtigsten Segmente im Automobilmarkt ist.

An der Front ziert der Grill einer W-116-S-Klasse den ungewöhnlichen G.
Bild: Peterson Automotive Museum
Besonderes Design, besonderer Hintergrund, der die Zukunft prägte und ein prominenter Besitzer – diese G-Klasse bringt wirklich alles mit, um museumswürdig zu sein. Dafür würde sich ein Besuch durchaus lohnen, oder?
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