Triumph Spitfire 1500
Triumph für das Vergnügen

Der Triumph Spitfire: Ein Roadster im Westentaschen-Format, ein spaßiges Spielzeug für Erwachsene. Der brettharte Spitfire ist ein großer Triumph für das unmittelbare Fahrvergnügen.
- Andreas Borchmann
Hoppla, hier komm’ ich. Dieser Typ stürmt rotzfrech ums Eck. Sein Name: Triumph Spitfire. Passt. Spitfire heißt nämlich Feuerkopf oder auch Hitzkopf. Vielleicht steht ihm deshalb der rote Lack so gut. Das ernste Fach wurde dem kleinen Triumph von seinen Schöpfern jedenfalls nicht besonders tief ins 3,78 Meter kurze Blech gepresst. Raum? Haben andere. Komfort? Ist was für Mädels. Eine steife Karosserie? Irgendwas muss doch federn. Verdeck? Vorhanden, bleibt aber meist geöffnet. Schließen ist nämlich extra umständlich. Da müssen so viele Nippel durch die Lasche, dass selbst ein Einser-Abitur für faltenfreies Zusammenlegen nicht ausreicht.
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Bild: Christian Bittmann
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Aber so ist der kleine Wilde – er stapelt gern hoch. Auch im Slalom. Lange klebt er auf der Fahrbahn fest, folgt brav dem Einschlag der exakten Lenkung. Da geht noch mehr, ruft er eben seinem Fahrer zu – und zack, plötzlich steht der Spitfire quer. Ansatzlos, ohne jede Vorwarnung. Die hintere Pendelachse mal wieder, eine 50er-Jahre-Konstruktion, die der Spiti vom älteren Triumph Herald erbte. Könner, die gern schnell und gezielt am Lenkrad kurbeln, ist der Tanz auf dem Vulkan des Grenzbereichs ein großer Spaß. Doch allzu lange sollte man dem englischen Roadster das sportliche Bolzen nicht zumuten.
Motor nicht vollgasfest
Vor allem dem Motor geht die Puste schnell aus – mit etwas Pech für immer. 5000 Touren sind genug, der Vierzylinder ist nicht vollgasfest. Dafür hält er sich beim Tanken zurück. Nur 8,9 Liter lässt er alle 100 Kilometer durch seine beiden SU-Vergaser rinnen – Lohn für die Zurückhaltung am Gaspedal, die gar nicht so schwerfällt, und natürlich auch Folge des Spitfire-Fliegengewichts. Und noch ein Spitfire-Vorzug: Er zeigt seinem Fahrer die Welt aus der Froschperspektive. Das lässt interessante Einblicke zu, gerade im Sommer. Okay, fünf Euro in die Chauvi-Kasse. Aber der Triumph Spitfire kann gar nichts dafür, ehrlich. Der will nämlich nur spielen.
Fazit
Ein Fun-Roadster: offen und hart. Da bleibt kaum Platz für den normalen Alltag. Der Innenraum ist schmal, der Kofferraum ist kleiner als eine Cola-Pfandkiste. Egal: Die kleine Fahrmaschine zeigt, dass es auch mit wenig Motorleistung lustvoll vorangehen kann. Doch Vorsicht: Im Triumph steckt wirklich ein Hitzkopf. Der Grenzbereich seines Fahrwerks ist noch schmaler als die Sitzbreite im Cockpit, und der Motor nimmt Vollgas-Exzesse empfindlich krumm.
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