BMW 1602e als Klassiker des Tages: Der Nullzwo fuhr schon 1972 elektrisch
Mit diesem Nullzwo startete BMW ins elektrische Zeitalter

Ein Dreier-Vorgänger läutete bei BMW die elektrische Ära ein: Zu den Olympischen Spielen 1972 bauten die Bayern zwei 02er zu E-Fahrzeugen mit Tausch-Akku um. Der BMW 1602e ist unser Klassiker des Tages!
Bild: Werk
Umso besser waren emissionsfreie BMW als sportliche Botschafter auf den anstehenden Olympischen Sommerspielen 1972 in München geeignet – so die Idee, die zum BMW 1602e führte. Batterieelektrisch konnten die Fahrzeuge leise und vor allem emissionsfrei das Feld der Geher und Marathonläufer begleiten.
Die elektrische 02er-Serie wurde abseits der Öffentlichkeit in Form von zwei Exemplaren gebaut. Basis war natürlich der Nullzwo, die kleine, 1966 auf den Markt gebrachte Sportlimousine, die den Slogan "Aus Freude am Fahren" in diesen Jahren so wunderbar verkörperte.
Der Nullzwo prägte den Ruf eines Sportwagens in Gestalt einer Limousine. Das konnte die elektrische Version natürlich nicht für sich in Anspruch nehmen, war die Technik des 1602e damals doch eher traditionell.

Unter der Haube sorgen zwölf zusammengeschaltete Autobatterien für Saft (zu sehen sind hier nur acht).
Bild: Werk
Und so stand die Motor- und Batterietechnik wie auch die Fahrzeugtechnik insgesamt auf dem Niveau der frühen 70er. Batteriebetrieben waren damals nur Gabelstapler oder Zugkarren auf dem Bahnhof. Folglich war der experimentelle BMW 1602e mit schwerer, simpler Elektrotechnik versehen.
Leeres Akkupaket konnte gegen ein frisches getauscht werden
Die konventionelle E-Technik sah so aus: Unter der vorderen Haube wurden im ehemaligen Motorraum auf einer speziellen Palette zwölf zusammengeschaltete Blei-Säurebatterien von Varta installiert. Das Batteriepaket wog 350 Kilo. Innovativ: Es war als Ganzes austauschbar und konnte durch einen frischen Akkublock ersetzt werden.

Ein Bosch-Elektromotor bringt knapp 44 elektrische PS auf die Hinterräder.
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Die Akkus gaben das bisschen verfügbaren Saft an einen handelsüblichen, 85 Kilo schweren Bosch-Elektromotor mit gerade mal 32 kW (44 PS) ab. Der wurde anstelle des Getriebes montiert und trieb über Zwischengetriebe und Kardanwelle die Hinterachse an. Das ermöglichte eine Beschleunigung von 0 auf 50 km/h in acht Sekunden.
Bei konstant Tempo 50 waren 60 Kilometer Reichweite drin. Die Regeltechnik bestand aus analoger Elektronik. Auch ein 140-W-Lüfter war zur Kühlung an Bord.
Abgasfreie Fahrt vor Sportlern
Die beiden ersten Null-Emissionen-BMW kamen bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München zum Einsatz. Abgasfrei und leise begleiteten die Elektro-BMWs die Langstreckenrennen der Geher und Marathonläufer und konnten so direkt vor dem Läuferfeld herfahren. Die elektrischen Nullzwoer dienten auch als Kamerafahrzeuge.

2015 drehte BMW ein Video, in dem der Autohistoriker Walter Zeichner den elektrischen Nullzwo erklärt.
Bild: Werk Screenshots Youtube
Immerhin: der BMW 1602e gilt – als erster Elektro-BMW – für die Bayern als Meilenstein im Automobilbau. Ein verbliebenes Exemplar steht in der BMW-Sammlung in München.
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