Classic Days 2011
Die schönsten Autos von Schloss Dyck

Feinste Vorkriegs-Oldtimer und feiste Youngtimer, Chromjuwelen und Renndiamanten: So glanzvoll waren die Classic Days 2011 auf Schloss Dyck im nordrhein-westfälischen Jüchen.
Im sechsten Jahr ihres Bestehens haben die Classic Days auf Schloss Dyck im Rheinland ihren Ruf als "deutsches Goodwood" weiter gefestigt. Zwar hält im Park der Wasserburg zwischen Grevenbroich und Mönchengladbach kein leibhaftiger Lord Hof wie beim englischen Original; Gastgeber ist "nur" ein bürgerlicher Verein, der mit dem Veranstaltungs-Erlös den Erhalt des historischen Gemäuers sponsert, das TV-Zuschauer aus der ARD-Serie "Verbotene Liebe" kennen. Millionenteure Blech-Preziosen und die seltene Chance, historische Rennboliden in Aktion zu erleben, adeln die PS-Party jedoch zu einem Hochkaräter-Happening der europäischen Oldtimer-Szene, das mit knapp über 27.000 Schau-Lustigen fast so viele Besucher anlockte wie 2010 – obwohl die Eintrittskarten (ab 22 Euro) diesmal 50 Prozent teurer waren.
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Eine der Attraktionen der Classic Days 2011: Jan Brinksma mit seinem Stanley Steamer Baujahr 1908.
Bild: Martin Puthz
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Edward Summers liebt seinen Rolls-Royce Phantom I von 1927, obwohl er eigentlich einen Bentley haben wollte.
Bild: Martin Puthz
Während die feine Gesellschaft zu Streicherklängen zwischen den "Jewels in the Park" flanierte, vor der Orangerie Kanapees knabberte oder am Schampus nippte, badeten die Motorsportfans vor den Schlossmauern genüsslich im Auspuffqualm und genossen Anblick und Sound historischer Rennboliden, die im Gedenken an den 1961 tödlich verunglückten rheinischen "Renngrafen" Wolfgang Berghe von Trips an den Start gingen. Donnerte der berühmte "Mother Gun"-Bentley von 1927 über den Rundkurs, hieß es Ohren zuhalten – ebenso wie beim 300 SLR, den Mercedes Classic zu Ehren Juan Manuel Fangios, geboren vor 100 Jahren, mit Hans Herrmann am Steuer auf die Piste schickte.
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Bei den Pionieren aus der Frühzeit des Automobils konnten die Fotografen an der Strecke dann die Verschlusszeit etwas länger wählen. Carl Benz' Patent-Motorwagen von 1886 durchmaß die Ahornallee in einem Würde und Alter angemessenen Tempo, kundig gesteuert von des Erfinders Urenkelin Jutta Benz. Mercedes zelebrierte das Jubiläum "125 Jahre Automobil" gebührend und glanzvoll mit überall im Park verteilten Klassikern aus dem Werksmuseum; im Schlosshof konnten Besucher sogar Elvis Presleys Mercedes 600 bestaunen. Etwas bodenständiger, dafür umso vielfältiger ging es auf dem Miscanthus-Feld zwischen Schloss und dem benachbarten Nikolauskloster zu. Dort blühte zwischen karierten Picknickdecken in Form Tausender Autos die ganze bunte Vielfalt der Klassiker-Szene, vom rüstigen Ford A bis zum rostigen Japan-Youngtimer der frühen Achtziger.
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