Die wilde Autowelt der DDR
Ein Opel für die kleinen Fluchten

So bunt konnte die ostdeutsche Autowelt aussehen: Detlef Mondschein und seine Freunde fuhren schon zu DDR-Zeiten Westwagen. Doch bei Reparaturen an ihren Opel Rekord mussten sie heftig impriovisieren.
- Alex Cohrs
- Gerald Schadendorf
"Das Geheimnis?" Detlef Mondschein macht ein Gesicht, als hätte man nach seinem Geldversteck gefragt. Dann steht der 49-Jährige auf. Er murmelt: "Das Geheimnis ist in der Garage." Ein paar Minuten später kommt der Sanitäter zurück und stellt zwei Dosen auf den Tisch. Die erste trägt die Aufschrift "VEB Aerosol Automat" und enthält eine Graphitlösung. In der anderen ist ein Korrosionsschutzmittel aus dem VEB Elaskonwerk Dresden. Mondschein: "Das ist der Grund, dass viele Autos aus DDR-Zeiten noch in so gutem Zustand sind." Der Beweis steht vor der Garage: ein strahlend blauer Opel Rekord A von 1963 und ein sonnengelber Rekord C von 1966. Sie sind nicht etwa irgendwo im Westen gelaufen – sie waren in der DDR zugelassen. Detlef Mondschein kommt aus der ostdeutschen Opel-Szene. Und die war größer, als man denkt: Im April 1989 fand in Rostock ein Treffen mit 150 Autos (!) statt. Die Opel im Osten waren Autos für die kleinen Fluchten.
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Bild: Harald Almonat
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