Das hätten wir ja selbst nicht gedacht, und es dürfte in der Geschichte des Rover SD1, so nannte sich diese Baureihe, auch ein einmaliges Ereignis sein: Er gewinnt einen Vergleichstest! Ein Rover. Wie kommt das denn? Der SD1 ist allen voran der Klappenkönig in diesem Vergleich. Die Briten haben wie die Deutschen das Schrägheckkonzept kapiert und dem Rover eine riesige Heckklappe spendiert, dazu umklappbare Rücksitze. Überhaupt gibt es wegen des langen Radstands viel Platz, sowohl vorn als auch hinten.
Klassik-Test: Rover 2600
Der Rover 2600 erfreut durch seine gute Straßenlage. Dank Hinterradantrieb ist er erstaunlich beweglich und flink. Auch seine präzise, direkte Lenkung überzeugt.
Da unser Testwagen die Vanden-Plas-Version ist, das ist das De-luxe-Modell, sitzen wir auf Leder und gucken auf echtes Holz, wie das in britischen Oberklassemodellen seit den Rittern der Tafelrunde so Usus ist. 1974 kam die Modulbauweise auf, entsprechend ist der schlicht-elegante Armaturenträger aufgebaut. Er lässt sich einfach auf dem Unterbau nach rechts verschieben, so wird problemlos ein Rechtslenker draus – einfach, preiswert und auch noch gut anzusehen. Genauso wie das ganze Auto. Das Design des Rover stammt von David Bache, einem Briten, der zugab, italienisch inspiriert gewesen zu sein – Ferrari Daytona, natürlich. Der Wagen sieht daher dynamisch aus, seine Proportionen stimmen. Übrigens war die revolutionäre Schrägheckkarosserie, allerdings mit V8-Motor, auch in der Tourenwagen-Europameisterschaft erfolgreich.

Rover 3500 Vanden Plas: Schräger Typ von der Insel

Klassik-Test: Rover 2600
Einziger Nachteil des Testwagens: Die butterweiche Automatik behindert den Sechszylinder, einen 2,6-Liter-Motor mit 132 PS.
Unser Rover hat nur sechs Zylinder, einen 2,6-Liter mit 132 PS mit einem wunderbar sonor-groovigen Klang. Der Motor wurde aber im Testwagen durch eine unsäglich träge Automatik gefesselt. Generell sollte die Nachwelt eigentlich von frühen Automatiken verschont werden. Dennoch fährt sich der Rover sehr vergnüglich. Er hat eine feine, präzise Lenkung, dank Hinterradantrieb wedelt er agil und schnell durch die Pylonengassen. Die zarte Übersteuerneigung bereitet aufmerksamen Fahrern Freude, die Bremsen sind wirkungsvoll und fein dosierbar, und auch der Komfort gefällt. Grundsätzlich ist der Rover mit seiner starren Hinterachse straff abgestimmt, doch war unser Modell wegen des nachträglich verbauten, schweren LPG-Tanks gehandicapt und wippte daher ein wenig hecklastig. Auch hat es beim Test im Regen einen Scheibenwischer abgeworfen. Einfach so. "Das kommt schon vor bei einem Rover", weiß sein Besitzer.
Fazit: Wir sind selbst überrascht, aber der Rover überzeugt durch klares Design innen und außen, echtes Leder, Holz, Riesenkofferraum mit Heckklappe, umklappbare Sitze, feinen Sechszylinder, tolle Straßenlage und Hinterradantrieb.