Der Lotus Elan, keine 700 Kilo schwer, zierlich wie ein Healey Sprite, aber preislich auf Jaguar E-Type -Niveau (als Bausatz etwas günstiger). Nicht ganz zu Unrecht, denn das Kleinod, als Cabrio und Coupé lieferbar, konnte selbst hochrangigen Sportwagen davoneilen. Vor allem dieser Nummer verdankte der Elan seinen Erfolg – zwischen 1962 und 1974 konnte Lotus 12.200 Stück absetzen. Im Gegensatz zum Vorgänger Elite verfügt er über ein Rückgrat aus Stahlblech. Chassis und Radaufhängung erinnern an damalige Lotus-Renner, und vorn schlürft der legendäre 1,6-Liter-Twin-Cam-Vierzylinder durch zwei stattliche Doppelvergaser.
Lotus Elan S4
Der Lotus Elan wirkt immer noch stark suchtgefährdend.
Bild: Charlie Magee
Unserer Variante vom Typ S4 (1968–1971) reichte das normalerweise für 115 PS, hier sind es aber 126 PS wie beim finalen Elan Sprint. Das langt, um auch heute noch zu begeistern. Der Zwerg, wohlproportioniert, aber 1,42 Meter schmal, erteilt unserer Breitreifen- und PS-verwöhnten Generation eine Lektion zum Thema "weniger ist mehr". Wie er röhrt und bellt, zubeißt und loslegt, wie er reagiert, ganz leicht, aus dem Handgelenk, und um Kurven wedelt, wie die Viergangschaltung extrem kurzwegig und so schön metallisch einrastet, das alles wirkt noch immer stark suchtgefährdend. Wahrscheinlich hatte Dennis Jenkinson, der schreibende Copilot von Mille-Miglia-Sieger Stirling Moss, ja recht: "Verkauft eure Fernseher und die Waschmaschine. Gebt das Rauchen auf, wenn es sein muss auch das Trinken. Aber kauft einen Elan."