Heinz Macchi, ehemaliger Inhaber eines Autohauses im Schweizer Kanton Luzern, hortete offenbar über Jahrzehnte etwa 240 Youngtimer. Mehr als 100 Stück davon waren im Neuzustand und noch nie zugelassen! Bizarr: Die Sammlung bestand nicht etwa aus teuren Supersportwagen, sondern hauptsächlich aus japanischen Brot-und-Butter-Autos der 1970er, -80er und -90er. Den Löwenanteil machten biedere Mazda 323 und 626 aus. Die Geschichte hat einen tragischen Hintergrund.Heinz Macchi gründete in den 1960er-Jahren seinen Autohandel "Auto Macchi". Er importierte Autos verschiedenster Marken und Konzerne wie British Leyland, Mazda, Saab und Nissan – damit gehörte er zu den größten Schweizer Autoimporteuren. Der Laden lief, und Macchi baute 1972 ein mehrstöckiges Ausstellungsgebäude mit 13.000 Quadratmeter Fläche im luzernischen Root. Im Keller richtete der exzentrische Inhaber eine Kart- und eine Bowlingbahn ein.
Nützliches für Oldtimer-Fans
Aktuelle Angebote
CTEK MXS 5.0
Depstech Endoskopkamera
Sonax Xtreme RichFoam Shampoo
Sonax PremiumClass LederPflegeSet
3M Polierschaum
Presto Rostumwandler
In dieser Halle lagerte Heinz Macchi seine Schätze. Das Gebäude wurde mittlerweile abgerissen.
Bild: Klasyka Gatunku Polen
Autosammlung mit traurigem Hintergrund
Offenbar nebenher begann er, Fahrzeuge aus seinem Inventar zu sammeln. Gerüchten zufolge soll der Tod von Frau und Sohn bei Macchi zu psychischen Problemen und schließlich zur Pleite der Firma geführt haben. Laut "carscoops.com" soll Heinz Macchi noch bis zu seinem Tod im Jahr 2014 in den verlassenen Ausstellungsräumen gehaust haben. Zuletzt soll er auch in den Autos geschlafen und alte Akten und Dokumente verbrannt haben, um sich warmzuhalten.
Der polnische Klassik-Händler Klasyka Gatunku ersteigerte knapp 100 Fahrzeuge bei einer Auktion.
Bild: Klasyka Gatunku Polen
89 Autos gingen nach Polen
Nach Macchis Tod wurden die ca. 240 Youngtimer im Jahr 2015 versteigert. 89 der Autos, darunter 86 noch nie zugelassene Mazda, kaufte der polnischen Autohändler Klasyka Gatunku. Der Inhaber Michael Rozciecha war bei der Liquidation vor Ort und zählte etwa 110 Neuwagen aus den Baujahren 1975 bis 1995. Darunter Schätze wie ein Saab 90 aus den 1980ern mit nur 500 Kilometern auf dem Tacho, der nach Holland verkauft wurde. Laut Rozciecha seien alle von ihm gekauften Autos nach etwas Pflege sofort angesprungen. Das nennt man wohl japanische Zuverlässigkeit. Damals bezahlte der Händler zwischen 1000 und 2000 Schweizer Franken pro Auto, was heute umgerechnet etwa 950 bis 1900 Euro entspricht.
Viele der Autos befanden sich im Auslieferungszustand, mit Folie auf den Sitzen und ausgelegter Zeitung im Fußraum.
Bild: Klasyka Gatunku Polen
Zwei Mazda werden aktuell verkauft
Mit der Versteigerung der Autos fand die Geschichte 2015 ein vorläufiges Ende, wurde aber jetzt erst richtig publik. Zurzeit ist die Story aktueller den je. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden nämlich zwei von Macchis Mazda 626 angeboten. Der eine ist ein 1986er Mazda 626 2.0i GT. Das viertürige Fließheck steht in Polen – mit nur 1500 Kilometern auf dem Tacho und dem Zweiliter-Topbenziner mit 120 PS unter der Haube. Lack und Innenraum sehen noch immer nach Neuzustand aus, am Heck der originale Schweizer CH-Aufkleber. Der zweite Mazda steht in der Schweiz und ist ein 626 2.0 GLX mit 95 PS. Auch er hat erst 1500 Kilometer auf der Uhr. Fans skurriler japanischer Youngtimer dürften bei diesen beiden Autos die Augen übergehen: Mit Preisen von 12.000 bzw. 14.000 Euro haben die guten Stücke allerdings einen beachtlichen Sprung nach vorne gemacht. Heinz Macchi hätte das bestimmt gefreut. Mehr Fotos gibt es in der Bildergalerie!