Mille Miglia 2009
Großer Sport in alten Schätzchen

So spannend wie selten zuvor: Mit zwei Punkten Vorsprung gewannen Bruno und Carlo Ferrari in ihrem Bugatti T 37 von 1927 die Mille Miglia 2009. AUTO BILD war mit zwei Teams am Start. Einmal Himmel, einmal Hölle.
- Bernd Wieland
"In Kurven kommt das Heck sehr schön, wenn du vom Gas gehst" – diesen Tipp gab Mille-Miglia-Legende Sir Stirling Moss als Copilot gleich zu Anfang des Rallye-Klassikers seinem jüngeren Ex-Formel 1-Kollegen David Coulthard. Auf der vom 13. bis 17. Mai gefeierten Mille Miglia 2009 pilotierten die beiden Motorsport-Promis den legendären Mercedes 300 SLR, mit dem Moss 1955 der schnellste Fahrer auf der Mille war. Damals ballerte er mit einem Schnitt von wahnwitzigen 158 km/h durch Italien. Das war 1955. Heute sieht die Mille Miglia ganz anders aus. Das berühmteste Oldie-Rennen der Welt, das getreu dem seit 1927 abgehaltenen Original 1000 Meilen ("Mille Miglia") von Brescia bis nach Rom und zurück führt, ist zu einem regelrechten Straßenfest geworden. Eine Feier zu Ehren des Automobils.
Nach einem schweren Unfall hatte die Mille drei Jahrzehnte Pause
Viele Zuschauer packte die Rührung, als am Samstag kurz vor Mitternacht der Sieger über die Ziellinie rollte – die Brescianer Bruno und Carlo Ferrari mit ihrem Bugatti T37 aus dem ersten Jahr der Mille, die nach einem Unfall von Alfonso de Portago mit zwölf Toten im Jahr 1957 drei Jahrzehnte nicht stattfinden durfte. 2009 wird deshalb mehr denn ja auf Sicherheit geachtet. Motorradpolizisten eskortieren mit blitzenden Blaulichtern die Oldies durch die Innenstädte. Per GPS-Empfänger kann jedes einzelne Auto geortet und bei einem Unfall per Notfall-Taste schnell gefunden werden.
Freud und Leid bei den beiden AUTO BILD-Teams

Nur Originale haben Chancen
Schließlich mussten die Teams mehr Wertungsprüfungen denn je auf die hundertstel Sekunde absolvieren – auch unter den widrigsten Wetterbedingungen. Von sengender Sonne bis hin zu glitschigem Schnee auf dem Pass reichte die Palette. Das ging nicht ganz ohne Blessuren ab – eine Maserati-Barchetta blieb ebenso mit zerbeulter Front auf der Strecke, wie ein Renn-Ferrari. Regen und feine Öltröpfchen aus den vorausfahrenden Autos hatten einen gefährlichen Schmierfilm gebildet. Auf Nummer sicher ging der Veranstalter bei der Auswahl der Autos: Mehr denn je wurde auf Originalität geachtet. Von den 1700 Bewerbern, die sich für je 5775 Euro Startgeld einschreiben konnten, durften nur die Eigner der besten Autos auf eine Zulassung hoffen.

Die Top-10 der Mille Miglia 2009
Das Gesamtergebnis als PDF-Download
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