Mini-Cw-Wert beim Schlörwagen: Test des DLR
Das einst windschlüpfigste Auto der Welt

Der Schlörwagen von 1939 brach alle Rekorde in Sachen Aerodynamik. Zum 75. Jubiläum stellte das DLR ein maßstabsgerechtes Modell des tropfenförmigen, super-windschlüpfigen Autos in den Windkanal. Hier das Ergebnis!
Bild: DLR Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik (IAS)
Im Jahr 1939 machte ein Auto mit dem heute noch sensationellen cw-Wert von 0,186 von sich reden: Der damalige Schlörwagen war so sehr auf Aerodynamik getrimmt, dass er bei Tempo 100 nur acht Liter Sprit verbrauchte – ein gegenüber dem Serienfahrzeug Mercedes 170h, auf dessen Technik das Aerodynamikwunder basierte, um 20 bis 40 Prozent geringerer Wert. Das Auto fusste auf dem Design des genialen Ingenieurs Karl Schlör. Der stellte den Wagen in Form eines halbierten Tropfens auf die Räder .

Der Schlörwagen (hier mit seinem Schöpfer Karl Schlör) konnte eine ganze Familie transportieren.
Bild: DLR Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik (IAS)
Anlässlich des Jubiläums platzierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen ein historisches, maßstabsgerechtes Modell des Schlörwagen in einen modernen Windkanal. Der Test des Luftwiderstands ergab den immer noch sensationellen Luftwiderstandsbeiwert von 0,186. Der wäre auch nach heutigen Maßstäben noch ein super Wert: Aktuelle Autos haben einen Cw-Wert zwischen 0,24 und 0,3.
Die windschlüpfigen experimentellen Fahrzeuge dieser Tage, wie der XL-1 von VW oder das PAC-Car II der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, bieten aber keiner ganzen Familie Platz. Die gute Aerodynamik des Schlörwagen ging zu Lasten anderer Eigenschaften: So war das tropfenförmige Auto recht seitenwindanfällig und mit 2,1 Metern auch ziemlich breit.
DLR löst mehrere Rätsel
Zum 75. Jubiläum räumte das DLR gleich mit einer Reihe Mythen um den Verbleib des historisch so wertvollen Wagens auf. Der keineswegs von den Alliierten nach England gebracht wurde oder in Riga verbrannte. Stattdessen standen die Überreste des Wagens nach dem Krieg bis 1948 in Göttingen. Und wurden dann wohl schnöde entsorgt. Erhalten blieb wenigstens das maßstabsgerechte Modell – immerhin.
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