Mini, R4, Käfer und Ente im Vergleich
Oldies von heute

AUTO BILD-Archiv-Artikel 37/1986: Käfer, Mini, Ente, R4 - mehr als nur Autos. Jedes ein Glaubensbekenntnis. Entstanden vor Jahrzehnten als genialer Konstrukteursstreich, haben sie alle Auto-Geschichte geschrieben.
- Karl-August Almstadt
Er hat den Kleinwagenbau revolutioniert. Er wurde Englands größter Exporthit nach den Beatles – der Mini. Die Fachwelt staunte, als BMC-Chefingenieur Alec Issigonis am 26. August 1959 jenen kleinen roten Knaller präsentierte, der bei knappsten Außenabmessungen tatsächlich ein echter Viersitzer war. Der geniale Kunstgriff hatte darin bestanden, den Motor quer zur Fahrtrichtung zu stellen und die vier Räder an die äußersten Ecken der drei Meter kurzen Karosserie zu bauen. Auch heute noch, nach über sechs Millionen Mini-Einheiten, hat sich daran nichts geändert. Innen ist der Mini maxi, seine Wendigkeit ist kaum zu überbieten. Parkplätze finden sich notfalls in Querstellung, und in Kurven fährt er sich problemlos – fast wie ein Go-Kart. Der Rest ist bescheiden: 42 PS, 986 ccm, 132 km/h, 145er Reifen, 5,9 Liter, 11.800 D-Mark.
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Die einen lieben ihn abgöttisch, die anderen haben nur ein müdes Lächeln für ihn übrig. "Lahm, rostig und unzuverlässig", kritisieren den Renault 4 solche Besitzer, die ihm stundenlanges Vollgas zugemutet haben, die er mit Startschwierigkeiten im Winter, blühendem Rost im Frühjahr und defekter Radaufhängung während der Urlaubsreise geärgert hat. Doch Schwamm drüber. Richtige R4-Fahrer wissen, wie man mit einem Starthilfekabel umgeht, lassen Rost unter phantasiereichen Abziehbildern verschwinden und sparen beim Zusammenbruch des Autos im Urlaub die Hotelkosten: Ein Griff an der Rückbank, und es wird eine gar nicht mal so unbequeme Schlafstätte für zwei Erwachsene draus. Fast achtmillionenmal wurde der kantige Franzose seit seiner Geburt im Jahr 1961 bis heute gebaut – prinzipiell unverändert.
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Am Anfang hatte es für ihn gar nicht gut ausgesehen. Solch ein Schuhkarton neben den chromüberladenen Heckflossenschlitten! Einzig Autotester Glodschey prophezeite dem R4 eine große Karriere – und behielt recht. Viel ist an dem R4 bis heute nicht verändert worden. Er hat im Laufe der Jahre ein paar andere Motoren bekommen, irgendwo mehr Plastikverkleidungen und fast normale Sitze. Geblieben ist die Krückstockschaltung. Die Tatsache, dass er in Kurven dank der langen Federwege schaukelt wie ein Krabben-Kutter. Und erhalten geblieben ist ihm auch seine Sparsamkeit: 6,8 Liter Superbenzin. Welches Arbeitstier macht's billiger? Als R4 GTL steht der französische Kumpel heute mit 12.100 Mark in der Liste, inklusive Schadstoffarmut und 42-monatiger Steuerbefreiung. Keine schlechten Voraussetzungen für den Oldie, auch das Jahr 2000 noch zu erleben.
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