Reportage: Alfa Romeo Giulia Super 1.6
Das lange Warten auf Giulia

Die unglaubliche Geschichte einer Giulia, die nie Regen sah, von Michael, der niemals Mercedes fahren würde, und von viel, viel Geduld. Fünf Jahre lang wartete Michael Lauer auf den perfekten Alfa.
- Christian Steiger
Es ist ein gewagter Vergleich, das weiß er, aber trotzdem: "Ein Alfa Romeo ist nicht vollkommen. Und genau das macht ihn reizvoll. Es ist wie mit der perfekten Frau: Die würde mich auch langweilen", sagt Michael Lauer. Der Mann ist trotzdem glücklich liiert. Und an alten Alfa liebt er eine Makellosigkeit der anderen Art: So original wie möglich sollen sie sein, der Lack, die Polster, das Reifenprofil. Tausende von Kilometern hat er auf der Suche nach dem Unberührten zurückgelegt. Und einmal geschlagene fünf Jahre gewartet. Auf ein Auto, das nur ein paar Straßen weiter stand. Unverkäuflich, mit unglaublicher Geschichte.
Zur Markengeschichte: 100 Jahre Alfa Romeo

Bild: Götz von Sternenfels
Aufgewachsen mit Alfa Romeo
"Ich musste dieses Auto haben", sagt Michael Lauer. So wie viele der Alfa, die der Verlagskaufmann aus Ludwigshafen zuvor besessen hat. "Mercedes würde ich nicht fahren wollen", sagt er. Andere Marken auch nicht. Michael Lauer wuchs mit Alfa auf, sein Vater fuhr Giulia, sein Bruder einen 2000 GTV. "Bevor ich 18 wurde, habe ich mir eingeredet, dass er mir den Bertone zum Geburtstag schenkt. Und tatsächlich kam er mit einem Kuvert zum Gratulieren. Ich war sicher, da ist der Fahrzeugbrief drin. Aber es war nur ein Gutschein für zwei Fahrstunden", sagt der 43-Jährige.
Suche nach perfektem Alfa
Michael Lauer begann mit einem gebrauchten Alfasud, kaufte sich für 6000 Mark einen eigenen 2000 GTV, tauschte den ersten Sud gegen einen jüngeren, kam zu einem Spoiler-Spider in modischem Hellgrünmetallic der 80er-Jahre und begann in den 90ern, die frühere Alfa-Romeo-Geschichte aufzurollen. Ein weißer Giulietta 1300 Spider von 1957 war zwar "nicht wirklich gut erhalten", aber der entscheidende Schritt zum richtig alten Alfa. Seitdem war der Pfälzer damit beschäftigt, immer das etwas bessere Auto zu suchen. Oder das beste. Meist fand er die besten Alfa in Italien, wo er bei Alfa-Romeo-Händlern in der Provinz nach raren Stücken forschte.
Fünf Jahre lang becirct Lauer den Verkäufer – mit Erfolg

Bild: Götz von Sternenfels
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