Deutschlands populärste Oldies

Test: Deutschlands beliebteste Oldtimer

Warum diese Oldies so populär sind

Als Oldtimer sind Mercedes-Benz W 123, Porsche 911, BMW 02er, VW Käfer und Opel Kadett besonders beliebt. Fünf AUTO BILD KLASSIK-Leser sagen, was diese Autos so populär macht!
Sie gehören zu den Lieblings-Oldies der Deutschen Opel Kadett, Mercedes-Benz 123er, Porsche 911, 02er BMW und VW Käfer. Nur: Warum sind sie so beliebt?  Dazu baten wir fünf Leser um ihre Meinung! Mit Stoppuhr, Maßband und Popometer nahmen sie fünf Publikumslieblinge in die Mangel. Als typische Exemplare ihrer Art dienten: VW Käfer 1303 Cabriolet, Mercedes-Benz 230 E (W 123), Opel Kadett GT/E, Porsche 911 3.0 Coupé und BMW 1602.

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BMW 1602 – geradlinig und sportlich

BMW 1602: Große Glasflächen, dünne Dachpfosten und perfekt einsehbare Karosserieenden.

Der inkarote BMW 1602, Baujahr 1975, weckt bei vielen Lesern Sympathien. Vor allem die gute Rundumsicht fällt positiv auf: "Große Glasflächen, dünne Dachpfosten und perfekt einsehbare Karosserieenden", protokolliert Klaus Reichert aus Karlsdorf. Sören Müller, mit 20 Jahren der Jüngste im Team, schaut vor dem Losfahren erst mal unter die Haube. Die gut zugängliche Technik gefällt dem angehenden Kfz­-Mechatroniker, damit hat der BMW bei ihm bereits den ersten Stein im Brett. Auch das agile Fahrverhalten und die kommunikative Lenkung lobt der junge Oldtimerfan. Die Testkollegen Thilo Zahn und Eike Schlupp vermissen aber Leistung und glauben, dass die Stärken des zierlichen Bayern, der als Urvater der deutschen Sportlimousine gilt und das BMW­ Image bis heute prägt, erst bei den starken 2002­-Typen richtig zur Geltung kommen. 

VW 1303 Cabriolet – Entschleunigung und Platz für die Familie

VW 1303 Cabriolet: Kragenbär - überm Heck türmt sich der Verdeckwulst auf.

Leistung ist beim Käfer am wenigsten Thema. Zwar prasselt im Heck des floridablauen 1303 die stärkste Ausbaustufe des Wolfsburger Luftboxers, mit seinen 50 PS markiert der VW hier trotzdem das Schlusslicht. Beim Sprinttest nimmt das 40 Jahre alte Cabrio beschaulich Fahrt auf. Auch die Schubumkehr ist schwach: Wer bei 100 km/h voll in die Eisen steigt, steht erst nach 65 Metern. Damit verzögert der VW sogar noch schlechter als der BMW 02, was zur Abwertung im Sicherheitskapitel führt. So enttäuschend die Papierform, so sehr geht der VW zu Herzen: "Schnuckelig" findet ihn Rolf Kiepe. Wie Thilo Zahn schätzt er den "Entschleunigungseffekt" des Käfer und das neidfreie Image. Beim Sympathiefaktor liegt der VW zum Schluss auf Augenhöhe mit dem Porsche; seine historische Bedeutung schätzen die Leser von allen Autos am höchsten ein.

Opel Kadett Coupé GT/E – kurze Federwege und direkte Lenkung

Opel Kadett Coupé GT/E: Direkte Lenkreaktionen, kaum Seitenneigung ermöglichen bella figura im Slalom.

Der schwarz­gelbe Opel Kadett (C) lässt keinen der Tester kalt. Vor allem Sören Müller ist schon nach wenigen Kilometern für den GT/E entflammt. Von der spielerisch ­direkten Art, wie das krawallige Coupé mit einem Minimum an Lenkarbeit um die Pylonen tanzt, ist Müller schwer beeindruckt. Selbst der eingefleischte VW­-Fan Eike Schlupp findet lobende Worte: Optisch sei der Kadett "ja schon cooler als ein GTI", räumt der 34-­jährige Erzieher aus Oldenburg in Holstein ein. Nach der Probefahrt staunt er sogar: "Ich hatte einen normalen, stark motorisieren Kompaktwagen erwartet. Aber das hier ist ja ein richtiges Rennauto!" Einhelligen Beifall zollen am Ende allen Leser dem Opel dafür, was der Hersteller aus der wartungsfreundlichen Großserientechnik herausgekitzelt hat. Manchmal ist ein Klassiker eben mehr als die Summe seiner Teile!

Mercedes 230 E (W123) - gelassenes Fahrgefühl und hohe Qualität

Mercedes 230 E: Bei schnellen Richtungswechseln arbeitet er stark in den Federn, bleibt aber spursicher.

Einer, der ganz wesentlich von der Harmonie des Ganzen lebt, ist der Mercedes W 123, hier als 230 E. Das finden auch die Leser, obwohl das Auto, das in Deutschlands Oldtimer-Top-Ten gleich auf den Spitzenreiter VW Käfer folgt, bei ihnen zunächst einen schweren Stand zu haben scheint. "Früher war der Benz ein tolles Alltagsauto", sagt Klaus Reichert. "Bequem, geräumig, solide. Aber bei einem Oldtimer zählen andere Dinge. Einen Klassiker fährt man aus Spaß, und davon bietet mir der 123er zu wenig." Auch die anderen Tester macht der Mercedes nicht so richtig an. Thilo Zahn bescheinigt dem Benz zwar ideale Eigenschaften als Familien-Oldie: "Vorn kann Papa schrauben, hinten haben die Kinder reichlich Platz, und wenn mal eine Capri-Sonne platzt, kannst du die rauskärchern." Er findet aber auch: "Das anfängliche Charisma verfliegt sehr schnell."  Auf der Teststrecke gibt sich der liasgraue 230 E aus dem werkseigenen Fuhrpark keine Blöße. Mit 49,1 Metern liefert er nach dem Porsche den kürzesten Bremsweg ab, wesensfremd-sportliche Fahrmanöver lässt er stoisch über sich ergehen.

Porsche 911 Carrera 3.0 - gutes Handling und keine Diva

Der Porsche 911 Carrera 3.0 in giftigem Speedwaygrün sammelt bei den Lesern die meisten Sympathiepunkte.

Unsere Jury, das hat sich schon herauskristallisiert, mag es eher auffällig und sportlich. Kein Wunder, dass der Porsche 911 in giftigem Speedwaygrün bei ihnen die meisten Sympathiepunkte sammelt. "Ehrfurcht", "Bewunderung" und "Faszination" hören wir. Farbe und Ausstattung im wilden 70er-Jahre-Kolorit wirken als zusätzliche Pulsbeschleuniger. Verblüfft haben die Leser vor allem das breite Drehzahlband und die Elastizität des Sechszylinder-Boxers, der niedertourig Cruisen genauso draufhat wie das Geigen auf der letzten Rille bei 6000/min. Größtes fahrerisches Manko des Porsche ist nach Meinung der Testcrew, dass sich die Vorderachse ab etwa 160 km/h zunehmend leicht anfühlt. "Schnell fahren ist anstrengend, vor allem wenn noch Bodenwellen ins Spiel kommen", meint Thilo Zahn. Während alle anderen den giftgrünen Targa mit sägendem Boxer über die Teststrecke hetzen, widmet sich Sören Müller akribisch dem Innenraum: Zwar faszinieren auch ihn Sound und Handling. Müller verbucht aber als weiteren Pluspunkt, dass auch an den Alltagsnutzen gedacht wurde. Ja, theoretisch taugt er sogar zum Daily Driver.

Deutschlands populärste Oldies

Autor: Martin G. Puthz

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