Wenn früher ein Mercedes 200 D vorweg fuhr, war das Urteil über den Fahrer klar: Landwirt oder Droschkenfahrer. Doch 1984, mit Einführung der neuen Mittelklasse-Modelle, mauserte sich der 200 D zum Karrieretyp. Heute ist er das meistverkaufte Modell dieser Baureihe. Wen wundert's da, dass auch die Konkurrenz große Familienlimousinen mit relativ schwachen Dieselmotoren anbietet. Der Neueste im Reigen der Nagler ist Opels Omega. Im AUTO BILD-Vergleich mussten sich Altmeister Mercedes 200 D und Frischling Opel Omega GLS 2.3 D mit den Konkurrenzmodellen Citroën CX RD, Ford Scorpio CL D und Audi 100 CC D messen. Von den fünf Herstellern baut Daimler-Benz am längsten Dieselmotoren.
Deshalb nimmt der 200 D eine Favoritenstellung ein. Und geht's um das wichtigste Verkaufsargument für ein Diesel-Auto, den Verbrauch, wird der Stuttgarter dieser Rolle gerecht. Nur 8,2 1/100 km brauchte er auf der AUTO BILD-Verbrauchsstrecke. Am meisten genehmigte sich der Scorpio mit 10 l/100 km. Audi, Citroën und Opel liegen mit 8,5 Litern, 8,7 Litern und 8,8 Litern dazwischen. Der raue, hämmernde Dieselsound ist nicht jedermanns Geschmack. Der 200 D verheimlicht den Dieselmotor noch am besten. Er ist fast so leise wie ein Benziner, nagelt auch im Leerlauf kaum. Das liegt in erster Linie an der Motorkapsel. Der Motor ist quasi in Dämmmaterial eingepackt.
So eine Kapsel hat auch der Ford. Doch sind seine Umgangstöne alles andere als freundlich. Unter der Motorhaube lärmt es wie bei einem alten Trecker. Noch schlimmer sind die Laufeigenschaften des neuen Opel. Nachdem er morgens sehr unwillig seine Arbeit aufgenommen hat, stößt er schwarze Wolken aus dem Auspuff und schüttelt sich wie ein begossener Pudel. Da er morgens oft fünfmal gestartet werden musste, kam der Opel in die Werkstatt. Befund: alle vier Glühkerzen defekt. Das darf bei so einem jungen Motor (der Omega war erst knapp 3500 Kilometer gelaufen) nicht passieren. CX und Audi 100 nageln nur in der Warmlaufphase, sind später fast so leise wie der Mercedes.