VW Golf 2 G60 Rallye: 4x4, Weber/Hiemer, Stuck

Der sportlichste Rallye-Golf ist wieder da

Der vielleicht wichtigste VW Golf 2 G60 Rallye ist wieder auf der Straße. VW hat das Auto der Deutschen Rallyemeister von 1991 nachgebaut. AUTO BILD KLASSIK war mit ihm unterwegs. Mit Video!
Es mag stärkere und schnellere VW Golf 2 G60 Rallye geben. Doch vermutlich ist keiner so wichtig wie dieser! 1991 gewannen Erwin Weber und Manfred Hiemer in einem identischen Wagen die Deutsche Rallye-Meisterschaft. VW hat den Meister-Golf 2015 nachgebaut. Jüngst durfte er zur Oldtimer-Rallye Planai Classic in Österreich als Vorausfahrzeug auf die Straße. Am Steuer: Rennlegende Hans-Joachim Stuck.

Der Fahrzeugschein: ein Traum für jeden Hobbytuner

Der hat Mumm: Die 160 PS des Serienmotors reichen bei 1138 Kilo Fahrzeuggewicht völlig aus.

Zunächst fasziniert das Äußere des wilden Golf 2. Lackiert in den VW-Motorsport-Farben Weiß und Hellblau wirkt der schnelle Kompakte noch angriffslustiger als der G60 Rallye im Serientrimm. Die vier Zusatzscheinwerfer auf der Motorhaube nennen Rallyefahrer "Nachtgesicht". Sie kommen meist auf schlecht beleuchteten Etappen nach Einbruch der Dunkelheit zum Einsatz. Im Innenraum wurde der Golf ausgeräumt. Schalensitze mit Hosenträgergurte sichern Fahrer und Beifahrer, ein Käfig schützt sie bei ungewollten Ausritten in die Botanik vor Kontakt mit Bäumen. Der Fahrzeugschein strotzt nur so vor besonderen Genehmigungen und liest sich daher wie der Traum manches Hobbytuners. Der Wiechers-Käfig ist ebenso eingetragen wie die Schroth-Gurte und das Sportlenkrad. Auch das höhenverstellbare Fahrwerk und der Sportluftfilter haben den TÜV-Segen. All das hat einen besonderen Grund: Der Golf ist nicht einfach nur eine Replik. Auch dieses Auto wurde Anfang der 90er-Jahre zum Rallye-Boliden und hatte mehrere Werkseinsätze für VW. Die vielen Umbauten darf er aufgrund der damals erfolgten Abnahme haben. Unter der Haube verbirgt sich ein Zeugnis des Könnens der VW-Ingenieure: Um bei der Rallye-Meisterschaft in einer für den Golf vorteilhaften Fahrzeugklasse antreten zu können, reduzierten sie den Hubraum des 1800er-Blocks auf 1760 ccm, ein größerer Ladeluftkühler sicherte die Leistung. Inklusive G-Lader kommt der Serien-G60 auf 160 PS, in der Wettbewerbsversion waren es sogar 270.

Unspektakuläres, aber effektives Fahrverhalten

Daumen hoch: Vollgasprofi Hans-Joachim Stuck hat die Fahrt mit dem Meister-Golf offensichtlich gefallen.

Auf der Straße zeigt sich auch das Wettbewerbsauto als typischer VW Golf 2. Der Vierzylinder geht sämig zu Werk, dreht locker hoch und bekommt vom G-Lader ordentlich Drehmoment. Die Bedienung erklärt sich von selbst. Abgesehen von Startknopf und Not-Aus unterscheidet sie sich praktisch nicht vom Serienauto. Die Antriebstechnik stammt vom ab 1986 erhältlichen Golf syncro. Das bedeutet, dass grundsätzlich erst mal die Vorderräder angetrieben werden. Erst wenn die durchdrehen, wird Drehmoment mithilfe der Lamellenkupplung an die Hinterachse weitergegeben. Damit ist der Rallye-Golf vor allem auf Schotter, Eis und Schnee schnell – und bleibt dennoch stets vorhersehbar. Scharf, spitz und zickig geben sich andere, dieser Renner verlangt erst bei hohem Tempo nach der Hand eines Profis, etwa der von Hans-Joachim Stuck. Der war von der Performance des Golf sichtlich angetan: "Das Auto ist erstaunlich leicht zu fahren. Selbst im Grenzbereich lässt sich der Rallye-Golf dank wenig Gewicht und dem kurzen Radstand ohne große Anstrengung steuern. Auch dank des Allradantriebs mit mechanischer Sperre ist der Vortrieb immer gegeben, egal ob auf Eis, Schnee oder Schotter", schwärmte der ehemalige Formel-1-Pilot, Le-Mans-Gewinner und Deutsche Tourenwagen-Meister gegenüber AUTO BILD KLASSIK.
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