Hamburg-Berlin-Klassik 2015: der erste Rallyetag
Vorteil für die Stahldachfahrer

Zunächst begleitet strahlender Sonnenschein das Teilnehmerfeld am ersten Tag der Hamburg-Berlin-Klassik von Berlin nach Wolfsburg. Als die Autostadt in Wolfsburg die Rallyefahrer begrüßt, gewinnen die Regenwolken.
- Matthias Brügge
- Christopher Clausen
Video: Hamburg-Berlin-Klassik 2015
Start - HBK 2015
Doch bevor es soweit ist, wird es für drei Teams im Schatten des Olympiastadions noch einmal hektisch. AUTO BILD KLASSIK und der Berliner Radiosender STAR FM ermitteln kurz vor Rallye-Start den Teilnehmer für den letzten freien Startplatz. Die Wertungsprüfung direkt am Stadion gewinnen Hans Joachim Noack (71) und Thomas Baguse (51) aus Berlin. Ihr SimcaChrysler 2 Litre von 1978 passt prima in das bunt gemischte Starterfeld. Deren Fahrer werden am Startmorgen noch von Dr. Hans H. Hamer, dem Verlagsgeschäftsführer Auto, Computer und Sport bei der Axel Springer SE, dem die Rallye veranstaltenden Verlag, und dem Sportlichen Rallyeleiter, Peter Göbel, begrüßt. Deren wichtigster Rat an die Teams: Der Spaß soll nicht zu kurz kommen! Wird er auch nicht, soviel ist jetzt schon sicher.
Promis werden umschwärmt
Im Parc Fermé können Auto-Enthusiasten noch schnell die schönsten Klassiker bestaunen. Besonders zieht die Autoreihe mit den Promis, die in Oldies der Autostadt in Wolfsburg unterwegs sind, die Zuschauer an. Da nimmt "Tatort"-Kommissar Andreas Hoppe alias Mario Kopper kurz Platz auf der Haube seines beigen Audi L von 1967, während Kollegin Sabine Postel (im "Tatort" Inga Lürsen) letzte Utensilien auf der Rückbank verstaut. Michael Brandner startet den silbernen BMW 1500 der VW Autostadt, während Beifahrerin Mimi Fiedler noch schnell die Parole ausgibt, im BMW gegen das Werksteam von BMW Classic antreten zu wollen: "Die lassen wir hinter uns". Mal sehen, wie die Bayern darauf reagieren. Vielleicht interessiert die Herausforderung Armin Rohde, der im Rolls-Royce Silver Cloud II Drophead Coupé von BMW Classic fährt?
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TV-Star Esther Schweins ist im giftgrünen Ford Capri Baujahr 1972 unterwegs.
Eine knifflige Prüfung
Die Uhr schlägt 12.15, pünktlich geht es los. Traditionell fährt das älteste teilnehmende Auto vorweg, ein wuchtiger Bentley 8 Litre Le Mans Tourer von 1931. Der Motor erfüllt die Luft mit dumpfem Brummen, der riesige Oldie durchrollt den Torbogen vorm Berliner Olympiastadion, eine Berlin-Fahne dient als Startflagge. Vor dem Mittagshalt am Elbhafen im malerischen Tangermünde stehen einige knifflige Prüfungen auf dem Plan. An einer Allee im ländlichen Bollmannsruh gilt es, vor einem doppelten Blinklicht die richtige Entscheidung zu fällen: Blinkt es gelb, geht's nach rechts, bei blauem Blinken nach links. Nicht jeder Wagen meistert die Herausforderung, doch die meisten fahren durch die richtige Lichtschranke. Ob auch in der vorgegebenen Zeit, das wird die Wertung später ergeben. Im beschaulichen Provinzstädtchen Rathenow begrüßen hunderte Schaulustige eine halbe Stunde später das Oldie-Feld, das Abstempeln der Bordkarte bei der Durchfahrtskontrolle wird von freundlichem Klatschen begleitet. Dann ist es schon an der Zeit, die Vredestein-Wertungsprüfung in Tangermünde zu absolvieren. Dort müssen 30 Meter in genau 8,5 Sekunden zurückgelegt werden, erst dann können sich die Teilnehmer bei der Rast entspannen.
Willkommen in der Heimat von VW
Später macht das Feld Halt auf dem Flugplatz von Stendal, wo gleich zwei Wertungsprüfungen, eine davon von BMW, auf die Teams warten. Flugzeugfans kommen hier auf ihre Kosten: ein riesenhafter Doppeldecker vom Typ Antonov AN-2 wird hier umkreist. Nach dem Überqueren der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Böckwitz samt Durchfahrtskontrolle und dem nötigen Stempel am Wolfsburger Schloss rückt die Autostadt in Wolfsburg näher. Nun zeigt sich, dass die Stahldachautos doch im Vorteil sind: Das am Nachmittag einsetzende Nieseln steigert sich zum handfesten Regen. Die Cabriofahrer schützen sich nach Kräften mit Regenschirmen, die Roadsterfahrer kramen Planen und Folien heraus. Immerhin kommt das Ziel in Sicht: die Heimat von VW heißt das Feld nach 243 Kilometern willkommen und verwöhnt alle Teilnehmer.
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