Hamburg-Berlin-Klassik 2015: Tag 1 – die erste Etappe

Hamburg-Berlin-Klassik 2015: der erste Rallyetag

— 27.08.2015

Vorteil für die Stahldachfahrer

Zunächst begleitet strahlender Sonnenschein das Teilnehmerfeld am ersten Tag der Hamburg-Berlin-Klassik von Berlin nach Wolfsburg. Als die Autostadt in Wolfsburg die Rallyefahrer begrüßt, gewinnen die Regenwolken.

Video: Hamburg-Berlin-Klassik 2015

Start - HBK 2015

In welchem Auto will man lieber sitzen an einem schönen Sommertag wie diesem: Im Cabrio in der gleißenden Sonne sitzend oder im Stahldach-Schatten? Die gut 180 teilnehmenden Teams der 8. Hamburg-Berlin-Klassik können es sich nicht aussuchen, die Bauart ihrer Wagen gibt die Belüftung vor. Im Vorfeld des Berliner Olympiastadions funktionieren die Insassen des bildschönen, lindgrünen DS-Cabriolets den Regenschirm zum Sonnenschutz um. Die Uhr schlägt 12.15, endlich kann es losgehen, die Klassiker der Jahrgänge 1931 bis 1993 reihen sich Stoßstange an Stoßstange auf zum Start der Rallye.

Doch bevor es soweit ist, wird es für drei Teams im Schatten des Olympiastadions noch einmal hektisch. AUTO BILD KLASSIK und der Berliner Radiosender STAR  FM ermitteln kurz vor Rallye-Start den Teilnehmer für den letzten freien Startplatz. Die Wertungsprüfung direkt am Stadion gewinnen Hans Joachim Noack (71) und Thomas Baguse (51) aus Berlin. Ihr SimcaChrysler 2 Litre von 1978 passt prima in das bunt gemischte Starterfeld. Deren Fahrer werden am Startmorgen noch von Dr. Hans H. Hamer, dem Verlagsgeschäftsführer Auto, Computer und Sport bei der Axel Springer SE, dem die Rallye veranstaltenden Verlag, und dem Sportlichen Rallyeleiter, Peter Göbel, begrüßt. Deren wichtigster Rat an die Teams: Der Spaß soll nicht zu kurz kommen! Wird er auch nicht, soviel ist jetzt schon sicher.

Promis werden umschwärmt

Im Parc Fermé können Auto-Enthusiasten noch schnell die schönsten Klassiker bestaunen. Besonders zieht die Autoreihe mit den Promis, die in Oldies der Autostadt in Wolfsburg unterwegs sind, die Zuschauer an. Da nimmt "Tatort"-Kommissar Andreas Hoppe alias Mario Kopper kurz Platz auf der Haube seines beigen Audi L von 1967, während Kollegin Sabine Postel (im "Tatort" Inga Lürsen) letzte Utensilien auf der Rückbank verstaut. Michael Brandner startet den silbernen BMW 1500 der VW Autostadt, während Beifahrerin Mimi Fiedler noch schnell die Parole ausgibt, im BMW gegen das Werksteam von BMW Classic  antreten zu wollen: "Die lassen wir hinter uns". Mal sehen, wie die Bayern darauf reagieren. Vielleicht interessiert die Herausforderung Armin Rohde, der im Rolls-Royce Silver Cloud II Drophead Coupé von BMW Classic fährt? 
Alle Infos zur Hamburg-Berlin-Klassik

TV-Star Esther Schweins ist im giftgrünen Ford Capri Baujahr 1972 unterwegs.

Fotografen wie Zuschauer umschwärmen den giftgrünen Ford Capri, in dem TV-Star Esther Schweins und der Schauspieler Michael Roll die gut 800 Kilometer bis Hamburg absolvieren werden. Auch dieser Ford steht sonst in der Autostadt in Wolfsburg, deren Geschäftsführer Otto F. Wachs ein graues 1200er Käfer-Cabriolet pilotiert – und von der Schauspielerin und Moderatorin Saskia Valencia begleitet wird.  Irre lässig lehnt Charakterschauspieler Michael Mendl an seinem Porsche 356 der Autostadt. Sein Fahrer könnte kompetenter kaum sein, Ex-Rallyefahrer Christian Geistdörfer hat auch jede Menge Erfahrung bei Klassiker-Rallyes.

Eine knifflige Prüfung

Die Uhr schlägt 12.15, pünktlich geht es los. Traditionell fährt das älteste teilnehmende Auto vorweg, ein wuchtiger Bentley 8 Litre Le Mans Tourer von 1931. Der Motor erfüllt die Luft mit dumpfem Brummen, der riesige Oldie durchrollt den Torbogen vorm Berliner Olympiastadion, eine Berlin-Fahne dient als Startflagge. Vor dem Mittagshalt am Elbhafen im malerischen Tangermünde stehen einige knifflige Prüfungen auf dem Plan. An einer Allee im ländlichen Bollmannsruh gilt es, vor einem doppelten Blinklicht die richtige Entscheidung zu fällen: Blinkt es gelb, geht's nach rechts, bei blauem Blinken nach links. Nicht jeder Wagen meistert die Herausforderung, doch die meisten fahren durch die richtige Lichtschranke. Ob auch in der vorgegebenen Zeit, das wird die Wertung später ergeben. Im beschaulichen Provinzstädtchen Rathenow begrüßen hunderte Schaulustige eine halbe Stunde später das Oldie-Feld, das Abstempeln der Bordkarte bei der Durchfahrtskontrolle wird von freundlichem Klatschen begleitet.  Dann ist es schon an der Zeit, die Vredestein-Wertungsprüfung in Tangermünde zu absolvieren. Dort müssen 30 Meter in genau 8,5 Sekunden zurückgelegt werden, erst dann können sich die Teilnehmer bei der Rast entspannen.

Willkommen in der Heimat von VW

Später macht das Feld Halt auf dem Flugplatz von Stendal, wo gleich zwei Wertungsprüfungen, eine davon von BMW, auf die Teams warten. Flugzeugfans kommen hier auf ihre Kosten: ein  riesenhafter  Doppeldecker vom Typ Antonov AN-2 wird hier umkreist. Nach dem Überqueren der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Böckwitz samt Durchfahrtskontrolle und dem nötigen Stempel am Wolfsburger Schloss rückt die Autostadt in Wolfsburg näher. Nun zeigt sich, dass die Stahldachautos doch im Vorteil sind: Das am Nachmittag einsetzende Nieseln steigert sich zum handfesten Regen. Die Cabriofahrer schützen sich nach Kräften mit Regenschirmen, die Roadsterfahrer kramen Planen und Folien heraus. Immerhin kommt das Ziel in Sicht: die Heimat von VW heißt das Feld nach 243 Kilometern willkommen und verwöhnt alle Teilnehmer.

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Stichworte:

Oldtimer-Rallye

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