Es ist eine dieser traumhaften Autogeschichten, in denen ein verkannter, einzigartiger Wagen nur mit Glück dem Schrott entgeht – und schließlich für eine große Summe bei einer Auktion den Besitzer wechselt. Solch ein Auto ist der Audi 5000 CS quattro aus dem Jahr 1986, der für satte 120.750 Euro am 6. Februar bei Bonhams im Rahmen der Rétromobile Paris versteigert wurde.
Audi 100 C1 Coupe S
19.900
Audi 100 C1 Coupe S
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Audi 100 *1.Hand* Orig 34´km*H-Kennz* TÜV 4/28
9.999
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85 KW (116 PS)
02/1988
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Rekordträger für Allrad-Autos von 1986

Held der Geschichte ist ein heftig umgebauter Audi 5000 CS quattro, ein Auto, das in Europa als eher biederer Audi 100 bekannt ist. Das Auto stellte auf einer Rennstrecke 1986 den Rekord für allradgetriebene Autos auf. Die Idee dazu entstand, weil Audi mit dem Slogan "Vorsprung durch Technik" bis tief in die 1980er auf dem nordamerikanischen Markt nicht punkten konnte.
Also wollte Audi in den USA mit einer Rekordfahrt für Aufsehen sorgen. Der Rekord sollte unbedingt in Zusammenhang mit Allrad erzielt werden, um den fortschrittlichen quattro-Antrieb bekannt zu machen. Die Idee des seinerzeit schnellsten Allradfahrzeugs war geboren.

Audi 100 wurde in den USA zum Audi 5000

Das Auto der Wahl war ein Audi 100 C3, der in den USA als Audi 5000 (Typ 44) vermarktet wurde. Den Verantwortlichen war von vornherein klar, dass die damalige Topversion mit 2,2-Liter-Fünfzylinder-Turbo und gerade mal 158 PS keinerlei Rekorde aufstellen würde.
Um das zur ändern, wurde die Motorsport-Abteilung von Audi mit einbezogen. Sie machte aus dem 5000 ein wahres Monster, das nur noch wenig mit dem eher biederen Basisfahrzeug gemein hatte. Zwar erinnert der Prototyp optisch noch den Audi 100, er wurde aber aufwendig modifiziert.
Audi 5000 CS Quattro Speed Record Prototype
Trotz einiger optischer Veränderungen ist der Audi 5000 ein Wolf im Schafspelz. Oder hätten Sie gedacht, dass unter der Haube 650 PS schlummern?
Bild: Bonhams Cars
Vor allem die Themen Gewicht und Aerodynamik standen im Fokus der Ingenieure. Da der Audi 100 bereits serienmäßig über einen sehr niedrigen Luftwiderstandswert von 0,30 verfügte, der ihm sogar den Titel Aerodynamik-Weltmeister einbrachte, setzten die Ingenieure genau hier an. Neben neuen Teilen wie der Motorhaube mit Schnellverschlüssen, der Zusatz-Lippe an der Front und den Kreuzspeichenfelgen mit goldenem Stern wurde auch der Fünfzylinder komplett auf links gedreht. Dank der Erfahrungen aus dem Motorsport gelang es, rund 650 PS aus dem 2,2-Liter-Fünfender zu kitzeln, womit die Serienleistung mal eben vervierfacht wurde.

1986 erreichte der Audi 332 km/h Topspeed

Der Audi 5000 CS war gerüstet. Am 24. März 1986 schwang sich der Rennfahrer und dreifache Indy-500-Gewinner Bobby Unser in den nachträglich eingebauten Sportsitz, legte die blauen Schroth-Gurte an und gab Gas. Die Zusatzinstrumente ständig im Blick, erreichte er auf dem Talladega Speedway 206,3 mph, was umgerechnet 332,007 km/h entspricht. Mission geglückt!
Im Nachgang hat Unser laut Bonhams über das Fahrverhalten gesagt, es habe sich angefühlt, als wäre das Auto aufgrund des Allradantriebs mit Superkleber auf die Straße geklebt worden.

Eigentlich sollte der Audi verschrottet werden

Nach der Rekordfahrt hätte der 5000 CS eigentlich verschrottet werden sollen – nicht unüblich bei Prototypen und Vorserienfahrzeugen. Doch es sollte anders kommen!
Wir springen nach Deutschland, wo der Vater des heutigen Besitzers Ende der 80er-Jahre einen Audi V8, das damalige Topmodell der Ingolstädter, kaufte. Wie es sich für einen echten Autofan gehört, holte er das neue automobile Familienmitglied höchstpersönlich im Werk Ingolstadt ab. Vor Ort kam er mit Werner Laurenz, der seinerzeit für die Motorenentwicklung im Rennsport verantwortlich war, ins Gespräch.
Eine schicksalhafte Begegnung, wie sich herausstellen sollte, im Laufe der Jahre entstand eine enge Männerfreundschaft. So jedenfalls beschreibt es das Auktionshaus Bonhams, das den Audi 5000 CS quattro jetzt versteigerte, im Auktionskatalog.
Audi 5000 CS Quattro Speed Record Prototype
Auf den ersten Blick wirkt das Cockpit fast serienmäßig. Mit diesem Auto ist Rennfahrer Bobby Unser 332 km/h gefahren – und das im Jahr 1986!
Bild: Bonhams Cars
Laut des Vorbesitzers (dem Sohn des damaligen V8-Käufers) besuchte Werner Laurenz die Familie eines Tages in Dortmund. Auf einem Trailer brachte er den einzigartigen Audi 5000 CS mit, der kurzerhand für eine Probefahrt abgeladen wurde. Der Vorbesitzer erinnere sich noch heute daran, wie Laurenz den Ladedruck hochschraubte und der schwarze Audi bei Vollgas noch im dritten Gang durchdrehende Räder hatte. Erst im Nachhinein habe ihm sein Vater erklärt, dass das Auto ein Rekordfahrzeug aus den USA sei, das später noch für Reifentests benutzt wurde.
Trotz der eigentlich klaren Vorgabe, dass der Wagen verschrottet werden müsse, gelang dem Vater des heutigen Besitzers der Kauf. Bevor der einzigartige Prototyp in die private Familiensammlung überging, wurde der Lack noch ausgebessert – und vor einigen Jahren soll ein Audi-Spezialist auch den Fünfzylinder revidiert haben, sodass das einstige Rekordauto heute fahrbereit sein soll.
Übrigens: Audis Plan, das Markenimage mit der Rekordfahrt aufzubessern, ist nicht wirklich aufgegangen. Ganz im Gegenteil, denn genau zu dieser Zeit gab es mehrere Unfälle mit Audi 5000 wegen sogenannter "sudden unintended acceleration", also der plötzlichen ungewollten Beschleunigung des Autos ohne Zutun des Fahrers. Wie sich letztendlich herausstellte, gingen diese Unfälle in erster Linie auf Fehlbedienung durch die Fahrer zurück. Aber Audi erhielt eine Mitschuld. Das Ergebnis waren mehrere Rückrufe – und
ein beschädigtes Image.