BMW M3 Sport Evo (E30) erzielt Rekordpreis
Ein BMW Dreier für 325.000 Euro!

In München wurde jetzt ein seltener BMW M3 Sport Evolution von 1990 versteigert: Der Bieter muss 325.625 Euro bezahlen – viel mehr als erwartet.
Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Liebe Freunde des BMW E30, es ist Zeit, den Bereich unterm Kinn freizuräumen. Denn wenn Sie jetzt aufmerksam lesen, für wie viel Geld ein Bieter einen BMW Dreier der Baureihe E30 ersteigert hat, dürfte Ihnen die Kinnlade herunterklappen: 325.625 Euro!

BMW M3 Sport Evolution, Baujahr 1990, in "Brillantrot". Spoiler mit Extralippe.
Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Doch, wirklich. Klar, es geht hier nicht um einen gebrauchten 318i, sondern um einen BMW M3 Sport Evolution. Mit 2,5 Litern und 238 PS war der M3 Sport Evo der stärkste Basis-3er für Tourenwagensport in der Gruppe A. Er wurde nur von Januar bis März 1990 gebaut, die Serie war auf 600 Stück limitiert.
Der Gruppe-A-Rennwagen: BMW M3 Sport Evo, Baureihe E30
Dieses rote Exemplar, für das der Käufer nun fast 326.000 Euro hinblättern darf, wurde zunächst in Burgdorf im Schweizer Kanton Bern ausgeliefert und von 1993 bis 2005 in Norwegen gehalten.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Der irre Preis ist das Ergebnis eines Bietergefechts bei der Versteigerung einer Sammlung von 22 BMW, darunter 19 M-Modellen, am 18. Oktober 2025 in der Motorworld München.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Der Schätzpreis des Auktionshauses RM Sotheby's war schon sehr hoch gewesen: 200.000 bis 250.000 Euro. Das Bietergefecht trieb den Preis aber auf ein Niveau, bei dem E30-Fans schwindlig werden kann.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Der Hammer fiel schon bei gut 289.000 Euro, dann kommt aber noch das Aufgeld hinzu, praktisch die Provision für das Auktionshaus – bei Hammerpreisen ab 200.001 Euro sind das 12,5 Prozent (darunter sogar 15 Prozent), in diesem Fall also 36.181 Euro.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Marius Brune von der Sachverständigenorganisation Classic Data bestätigt gegenüber AUTO BILD: "Nach meinen Infos ist das ein Rekordpreis für den M3 Sport Evo." Die Latte hätte bisher bei rund 230.000 Euro gelegen. "Wir haben den M3 Sport Evo in Zustand 1 bei 300.000 Euro Marktwert notiert und bei 350.000 Euro Wiederbeschaffungswert – in Zustand 2 mit 190.000 bzw. 220.000 Euro." Und: "Bin überrascht, dass wir schon über 40 davon bewertet haben."
Die anderen Autos der BMW-M-Auktion und die heftigen Ergebnisse
Es war bei Weitem nicht das einzige Ergebnis bei dieser Auktion, das die Erwartungen übertraf. Am 18. Oktober 2025 wurden 19 BMW mit dem berühmten M-Logo unter dem Namen "Best of M Collection" von RM Sotheby's in der Motorworld München versteigert.
Beim schwarzen BMW M3 der Baureihe F80, dem Sondermodell "30 Jahre Edition", stehen sogar nur 15 Kilometer auf dem Zähler! Sieben der jüngeren Autos haben extrem niedrige, zwei- bis dreistellige Kilometerstände.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Alle diese Autos plus drei weitere berühmte BMW stammen aus einer atemberaubenden Sammlung in Dänemark. Ein Mann im Raum Haderslev an Jütlands Ostseeküste fing 1992 an, Autos zu sammeln. Erst 2014 kaufte er seinen ersten BMW – und von da an kannte er kein Halten mehr. Er kaufte rund um die Welt M-Modelle ein, alle mit niedrigem Kilometerstand, erst gebraucht, zuletzt auch neu.
Da hat man fast Sorge, ob der gute Mann vor lauter Freude am Sammeln auch mal Freude am Fahren hatte.
Hier stellen wir Ihnen die Autos und die Ergebnisse vor – Träumen ausdrücklich erlaubt!
Der Urknall: BMW M1, Baureihe E26

BMW M1, Baujahr 1980, in Weiß, später um die Streifen in den Farben von BMW-Motorsport ergänzt. 277 PS.
Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Fahrgestellnummer WBS59910004301265, also Nummer 265 von 3999 Straßen-M1. Der Kilometerzähler wurde mal getauscht, wahrscheinlich während der Restaurierung.
Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Der M1 war 1978 der erste BMW mit einem M im Namen – denn für ihn und für den BMW 3.0 CSL hatte BMW die BMW Motorsport GmbH gegründet, aus der 1993 die Firma BMW M wurde.
Dieses Exemplar wurde 1980 in Aachen ausgeliefert, als Nummer 265 von 399 M1-Straßensportwagen (die Rennwagen nicht mitgerechnet.) 1999 bis 2015 stand der Wagen in einer Sammlung in Spanien, dann kam er zurück nach Deutschland und wurde restauriert – für 93.000 Euro. Damals wurde er schwarz lackiert. Weiß wurde er später, 2018 kam er in die M-Sammlung des BMW-Fans in Dänemark.
Schätzpreis von RM Sotheby's war 500.000 bis 600.000 Euro – der höchste Schätzpreis aller M-Modelle in dieser Auktion. Das Ergebnis: 567.500 Euro.
Der Luxusartikel: BMW M3 Cabrio, Baureihe E30

BMW M3 Cabriolet, Baujahr 1992, in "Diamantschwarz". Sitze mit Nappaleder im Farbton "Silber" bezogen. 215 PS.
Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Fahrgestellnummer WBSBB05030EB86370. Abgelesener Kilometerstand: 41.583 km.
Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Anfangs waren die Modelle der M GmbH ernsthafte Sportgeräte, jeder eine Basis für Motorsport (für den das M ja auch steht). Aber sie gerieten in Mode und lockten auch Kunden an, die alles haben wollten: Power, Luxus, etwas zum Herzeigen. So entstand 1988 das erste Cabrio von M: auf Basis des M3. Als Boulevardcruiser chronisch unterfordert und das Gegenmodell zum BMW M3 Sport Evo, aber 786 Kunden fanden sich dann doch.
Anfangs hatte der M3 195 PS. Dieser offene M3 ist von 1991 und damit eines der 480 M3 Cabrios mit 215 PS.
Schätzpreis von RM Sotheby's: 90.000 bis 120.000 Euro. Der Meistbietende muss mehr überweisen: 143.750 Euro.
Der Überraschungserfolg: BMW M3 Cabrio, Baureihe E36

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Die Zahl klingt noch nach: Nur 786 M3 Cabrio wurden vom ersten M3 gebaut. Da könnte man als Marketingmensch sagen: ein Flop – baut bloß keinen Nachfolger. Hat die BMW M GmbH aber trotzdem gemacht. Dieses Mal mit durchschlagendem Erfolg: Vom M3 Cabrio auf E36-Basis bauten sie 12.114 Stück! Damit waren 17 Prozent aller E36-M3 damals Cabrios.
Das gelbe Exemplar wurde zunächst in Hallstadt in Franken ausgeliefert. Der zweite Halter war auch der bislang letzte: 2015 ging das 286 PS starke Sechszylinder-Cabrio nach Dänemark.
Schätzpreis von RM Sotheby's war 50.000 bis 70.000 Euro. Der Endpreis ist mehr als doppelt so hoch wie erwartet: saftige 161.000 Euro.
Der Z3 ohne Z: BMW M Roadster, Z3-Baureihe E36/7S

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
"Ah, ein Z3!" Stimmt im Prinzip, aber die BMW-Leute haben sich ausgedacht, die M-Varianten vom Z3 nicht Z3 zu nennen. Dieser hier heißt also "BMW M Roadster".
Der gelbe Renner wurde ursprünglich in Funabashi im Großraum Tokio ausgeliefert – in Japan also, einem Land mit Linksverkehr, trotzdem als Linkslenker. Denn in Japan gilt es als Statussymbol, Linkslenker zu fahren.
2017 kam er in die dänische Sammlung; seitdem hat er nur vier Kilometer zurückgelegt!
Schätzpreis von RM Sotheby's: 60.000 bis 80.000 Euro exkl. MwSt.; das Auktionshaus meldet 97.750 Euro. In diesem Falle aber haben auch der Bundeshaushalt, Länder und Gemeinden etwas davon: Denn bei allen Autos, die noch keine 6000 Kilometer runter haben, fällt auch noch Mehrwertsteuer an. Ob die Mehrwertsteuer in dem Preis, den RM Sotheby's gemeldet hat, inbegriffen ist, haben wir bis Redaktionsschluss nicht herausgefunden.
Der für den speziellen Geschmack: BMW M Coupé, Z3-Baureihe E36/8S

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
"Ah, ein Z ..., äh, ein M Coupé!" Richtig gelernt. Das Z3 Coupé, Spitzname "Turnschuh", ist schon ein gesuchter Klassiker, zumal natürlich in der Topvariante namens M Coupé.
Der Erstkunde in Frankreich muss einen besonderen Geschmack gehabt haben: Das Design spaltete schon damals glühende Fans und vor den Kopf gestoßene Ablehner, das Gleiche dürfte für die Farbe "Phoenixgelb" gelten. Auf den Innenraum können sich die meisten dann wieder einigen: schwarzes Leder, Soundsystem von Harman Kardon, Fünfgang-Handschaltung.
Schätzpreis von RM Sotheby's: 80.000 bis 100.000 Euro. Auch das wurde vom Endpreis übertroffen: 126.500 Euro.
Der motorisierte Fernseher: BMW M3 Cabrio, Baureihe E46

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Langsam kristallisiert sich eine Konstante in dieser Sammlung heraus: Es gibt von bisher jeder M3-Baureihe ein Cabrio und ein besonders spitzes, sportliches Coupé. So auch beim E46.
Dieses Cabrio verbindet den Hochdrehzahlmotor, der bis 8000/min dreht, mit dem automatisierten Schaltgetriebe SMG – nicht der Traum traditioneller Sportwagenfahrer, aber die automatischen Gasstöße beim Runterschalten haben ihren eigenen Reiz.
Das BMW M3 Cabrio, das 2002 zuerst in Chemnitz ausgeliefert wurde, ist mit elektrisch verstellbaren Sitzen, Einparkhilfe und Fernsehempfang wiederum ein Luxusschlitten. Und wiederum stand es seit seinem Einzug in die dänische Sammlung 2016 hauptsächlich herum: Nur etwa 35 Kilometer sind seitdem hinzugekommen.
Schätzpreis von RM Sotheby's: 50.000 bis 70.000 Euro ohne Mehrwertsteuer. RM meldet ein deutlich höheres Ergebnis: 132.250 Euro.
Der Grünkernige: BMW M3 GT, Baureihe E36
Und auch hier balanciert eine Sportversion der Sportversion das Luxuscabrio aus: Von Dezember 1994 bis Juni 1995 baute M vom M3 Coupé das Sondermodell GT – mit etwas mehr Leistung (295 PS), tieferer Frontschürze und höherem Heckspoiler.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Auch dieses Exemplar, eins von 356 gebauten, ist erst in zweiter Hand. Und auch dieser Wagen hat einen sensationellen Preis erzielt – welchen, darüber berichten wir hier.
Der Kohlenstoff-Kracher: BMW M3 CSL, Baureihe E46

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Hier der heiße Sportwagen dazu: vom M3 Coupé die Leichtbau-Variante M3 CSL ("Coupé Sport Leicht"), von der nur 1383 Stück gebaut wurden. Dank großzügigem Einsatz von Carbon (also kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff), reduzierter Geräuschdämmung und leichten Sportsitzen wiegt der CSL laut BMW 110 Kilogramm weniger als der normale M3 E46.
Klar, dass diese Variante besonders begehrt ist. In den letzten paar Jahren hat sich ihr Wert vervielfacht.
Aus Gewichtsgründen waren Klimaanlage und Radio nicht serienmäßig; der Erstbesitzer aus Neusäß bei Augsburg (Bayern) gönnte sich 2003 aber für seinen M3 CSL beide Extras. Vom zweiten Besitzer in Augsburg zog der CSL 2015 nach Dänemark um.
Schätzpreis von RM Sotheby's: 120.000 bis 160.000 Euro ohne Mehrwertsteuer. 178.250 Euro muss der Käufer berappen.
Von M zum Offenfahren entwickelt: BMW Z4 M Roadster, Baureihe E85

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Aha, es geht also doch: eine M-Variante eines Z-Modells zu verkaufen, ohne das Z zu verstecken. "Anders als die Cabrioversionen von M3, M4, M6 und M8", schreibt RM Sotheby's über den BMW Z4 M Roadster, "wurden Z3 M und Z4 M Roadster von Grund auf mit dem Open-Air-Vergnügen im Sinn entwickelt."
Dieser Roadster wurde zuerst in Schweden zugelassen. Neben der verständlichen Sitzheizung kreuzte der Erstkäufer auch Einparkhilfe, Klimaautomatik, Xenon und Navi an. Seit dem Umzug in die "Best of M Collection" in Dänemark vor zehn Jahren wurde der Z4 M Roadster noch rund 900 Kilometer gefahren.
Schätzpreis von RM Sotheby's war 50.000 bis 70.000 Euro. Das untere Limit hat der Z4 gerade so erreicht: 51.750 Euro.
Der Sizilianer: BMW Z4 M Coupé, Baureihe E86

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Der Roadster ging anfangs nach Schweden, ins Land der langen Winter – das Z4 M Coupé ins sonnige Italien, nach Caltanissetta auf Sizilien.
"Nach einem kurzen Verbleib im deutschen Salz Mitte der 2010er-Jahre", so RM Sotheby's, ging das Z4 M Coupé im August 2016 nach Dänemark.
Das Auktionshaus hatte den Preis auf 60.000 bis 80.000 Euro geschätzt, das Ergebnis liegt knapp über dem oberen Wert bei 80.500 Euro.
Die Orangenhaut: BMW M3 GTS, Baureihe E90
Moment mal, hier fehlt was: Wo ist das M3 Cabrio? Das gab's ja auch von der Baureihe E90. Mit dem Metallklappdach war es noch schwerer als die Vorgänger mit Stoffverdeck – 1885 Kilogramm, 230 kg mehr als das Coupé mit seinem Dach aus Sichtcarbon. Vielleicht hatte der Sammler deshalb keine Lust auf ein M3 Cabrio dieser Baureihe.

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Noch mal 50 Kilogramm leichter als das normale M3 Coupé ist der BMW M3 GTS. Und statt der vier Liter und 420 PS des normalen M3 hat der M3 GTS sogar 4,4 Liter und 450 PS. Nur 150 Stück wurden davon gebaut, alle individuell nach Kundenbestellung.
Statt Rücksitze hat das angebotene Auto einen Überrollkäfig. "Dieses Exemplar wird wohl das erste der 135 Exemplare des M3 GTS sein", mutmaßt RM Sotheby's, denn die Seriennummer 001 prangt auf dem Armaturenträger.
230.000 bis 280.000 Euro hatte RM Sotheby's angesetzt, wobei auch hier Mehrwertsteuer anfällt. RM meldet 269.375 Euro.
Der Unterschätzte: BMW M3 CRT, Baureihe E90

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Noch seltener ist der BMW M3 CRT ("Carbon Racing Technology"): 67 Stück baute die BMW M GmbH davon. Basis ist die Limousine, wieder senkte sie das Gewicht mit Hilfe von Carbon, hier um ca. 70 Kilogramm. Der Motor ist der gleiche wie der im M3 GTS (oben).
So heiß und sportlich der M3 CRT ist, so unauffällig sieht er auf den ersten Blick aus: Er ist eine Limousine, der leicht matte Lack macht den Eindruck eines ungewaschenen Leasingwagens, Spoiler und Räder könnten auch von einer Tuningbude sein. Aber die Hutze in der Motorhaube, die Luftauslässe hinter den Vorderrädern und die vier Endrohre verraten dann doch den M3.
Wir haben hier die Nummer 37 von 67, erstmals ausgeliefert in Norwegens Hauptstadt Oslo und seitdem kaum gefahren.
"Estimate" von RM Sotheby's war 170.000 bis 220.000 Euro, am Ende wurden es 258.125 Euro.
Der verhinderte M1: BMW 1er M Coupé, Baureihe E82

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Es gab den BMW Dreier als M3, den BMW Fünfer als M5, den BMW Sechser als M6, und 2011 kam die M-Variante vom BMW Einser. Der folgerichtige Name wäre M1 gewesen. Aber da der erste M1, der Mittelmotor-Supersportwagen (siehe ganz oben), so eine Sonderstellung in der BMW-Geschichte einnimmt, hat BMW sich dafür entschieden, dem kleinen Basis-M-Modell mit Frontmotor nicht den gleichen Namen zu geben. Sondern BMW 1er M Coupé, auf Englisch 1 Series M Coupe, manche nennen ihn kurz 1M.
Geplant hatte BMW mit 2700 Exemplaren – aber der leichte Einser mit Reihensechszylinder, Biturbo, Handschaltung und Hinterradantrieb traf den Geschmack der in der Wolle gewirkten BMW-Fans, und so wurden rund 6300 Stück bestellt.
Der erste Besitzer des kleinen Störenfrieds saß in Deutschland. 2018 stand das 1er M Coupé bei einem Händler in Helsingborg in Schweden – in Sichtweite von Dänemark, also wissen Sie schon, wie die Geschichte weitergeht.
Den Schätzpreis von 70.000 bis 90.000 Euro verpasste der Kleine ganz knapp: Es wurden 69.000 Euro.
Der bessere Zweier: BMW M2 Coupé, Baureihe F87

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Beim direkten Nachfolger hatte sich das eine Namensproblem erledigt, denn das kleine Coupé hieß von 2013 an BMW 2er Coupé. Dafür trat neue Verwirrung auf: Denn unter dem Namen "BMW 2er" gab es ab 2014 auch Vans und ab 2020 Viertürer – mit Frontantrieb. Für BMW-Traditionalisten eine nachgerade schreckliche Vorstellung.
Aber, Entwarnung: Das Coupé (Baureihe F22), das Cabrio (F23) und der M2 (F87) haben weiterhin Hinterradantrieb.
Von den angebotenen Autos in dieser Versteigerung ist der schwarze M2 das erste, das der dänische Sammler neu ab Werk gekauft hat, das war 2016. Im Januar 2017 wurde es ausgeliefert. Ob elektrische Sitze, Leder (schwarz mit blauen Nähten), Carbon-Deko, beheizbares Lenkrad, Schiebedach, Einparkhilfe, Tempomat, Klimaautomatik, Xenon: Er setzte fleißig Kreuze.
Aus dem Schätzpreis von 50.000 bis 70.000 Euro, wurden in der Motorworld München tatsächlich 63.250 Euro plus Mehrwertsteuer, also 75.268 Euro.
Die Wasserpistole: BMW M4 GTS, Baureihe F82

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Von 2013 an nannte BMW neue 3er-Coupés nicht mehr 3er, sondern 4er. Wie beim M3 gilt auch beim M4: Die M-Version ist nicht genug. Nicht für unseren Sammler. Es muss schon der BMW M4 GTS sein, nicht mit den 431 PS des ordinären M4, sondern dank Wassereinspritzung mit bis zu 500 PS. Und mit schaufelweise Carbonteilen: vom Frontsplitter über die Motorhaube über Dach, Kofferklappe, dem fest installierten Heckflügel bis zum Heckdiffusor ist alles aus Kohlefaser. Die Bremsen sind aus Carbon-Keramik.
Gebaut wurde das schwarze M4-Coupé mit Zierteilen in "Acid Orange" 2016. Als der Sammler es 2021 ergatterte, konnte man es kaum "Gebrauchtwagen" nennen: Bis heute hat es erst 63 Kilometer runter.
RM Sotheby's hatte vorher 120.000 bis 160.000 Euro geschätzt, es wurden 120.750 Euro – plus Mehrwertsteuer. Unterm Strich also 143.693 Euro.
Das Extrem-Stehzeug: BMW M3 "30 Jahre Edition", Baureihe F80

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Nach dem alten Muster "M3 immer als Cabrio und als extrascharfes Coupé" hat unser Sammler nun offenbar ein neues Muster gefunden: M3/M4 immer als extrascharfe Limousine und extrascharfes Coupé.
Nach dem Coupé aus erster Hand (oben) hat er hier die M3-Limousine direkt neu bei BMW bestellt. Es ist nicht nur das Sondermodell "30 Jahre Edition", limitiert auf 500 Stück, es ist auch die Competition-Variante mit 450 statt 431 PS.
Mit einer Laufleistung von – laut Zähler – 15 Kilometern hält dieses Auto in der Sammlung den Rekord.
Diesen Quasi-Neuwagen hatte das Auktionshaus auf 70.000 bis 90.000 Euro geschätzt; tatsächlich fiel der Hammer erst überraschend spät. Aus 126.500 Euro plus Mehrwertsteuer werden 150.535 Euro.
Bugs Bunny: BMW M4 CSL, Baureihe G82

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Als BMW auf der IAA 2019 die Studie BMW Concept 4 vorstellte, sah fast niemand, was für ein elegantes Coupé BMW hier ankündigte, mit was für klassischen Proportionen. Denn alle starrten schockiert auf den Kühlergrill aus zwei riesigen Nieren wie das Kaninchen auf ... nein, wie die Karotte auf das Kaninchen. Denn die übergroßen Nieren kamen mit der Baureihe G22 zurück. Manch einer nannte den BMW Vierer spöttisch "Bugs Bunny".
Die meisten Kunden in Deutschland, so scheint es, bestellen den Vierer in dunklen Farben und die Nieren in Schwarz – so fallen sie kaum noch auf. Nicht so unser Däne: schwarze Nieren, ja, aber umgeben vom Farbton "Frozen Brooklyn Grey" sind sie deutlich sichtbar. Die roten Zierstreifen betonen die Nieren noch, die schwarzen Flächen in der Motorhaube scheinen sogar auf sie zu zeigen.
Der Sammler kaufte als Neuwagen natürlich nicht irgendeinen M4, sondern den auf 1000 Stück limitierten CSL. Es ist der dritte CSL in der BMW-Geschichte nach 3.0 CSL (E9) und M3 CSL (E46). Das bedeutet: Hinterrad- statt Allradantrieb, Titan-Auspuff, Carbon in Dach und Spoiler-Heckklappe, dünne Carbon-Sitze, keine Rücksitzbank, weniger Schalldämmung. Ergebnis: gut 100 Kilogramm gespart. Auf der anderen Seite leistet der Motor nicht 480 PS wie der Basis-M4, sondern 550 PS.
150.000 bis 200.000 Euro war der Schätzpreis ohne Mehrwertsteuer. Der Auktionator ließ schon früh den Hammer fallen, deutlich unter dem Estimate. Der Käufer muss 120.750 Euro plus Mehrwertsteuer überweisen: 143.693 Euro.
Die Geburtstagstorte: BMW M4 Coupé "Edition 50 Jahre BMW M", Baureihe G82

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Auch der andere M4 derselben Baureihe bleckt selbstbewusst die Beißerchen. Das Besondere an diesem Auto: 2022 feierte die BMW M GmbH ihr 50-jähriges Bestehen und gab aus dem Anlass das Sondermodell "Edition 50 Jahre BMW M" heraus. Auf Basis der jeweiligen Competition-Modelle entwickelten sie einen Dreiliter-Reihensechszylinder mit Biturbo und 510 PS. Auf 700 Stück limitierten sie den Sonder-M4.
Das rote Exemplar rollte vom Transporter zum Händler in Haderslev und von da aus schnurstracks in die Sammlung. Das war 2023 – dies ist also das jüngste Auto aus dieser Sammlung, das hier versteigert wurde.
Auch dieser M4 blieb hinter der Erwartung des Auktionators zurück: Statt bei geschätzten 90.000 bis 120.000 Euro hallte das hölzerne Klacken des Hämmerchens schon unerwartet früh durch den Saal. Sodass der Käufer inkl. Mehrwertsteuer mit 88.953 Euro davonkommt.
BMW ohne Extra-M: 2002 turbo, Z1 und Alpina Roadster V8 auf Z8-Basis

Bild: Tom Wood / RM Sotheby’s
Der 2002 turbo war einer der ersten Pkw mit Turbolader. Mit 170 PS war er Mitte der 70er-Jahre der König der linken Spur. Dieses späte Exemplar von 1975 hat schon das Fünfgang-Schaltgetriebe von Getrag und den fast mittigen Auspuff. Wie die meisten hat er nicht den spiegelverkehrten "turbo"-Schriftzug auf dem Frontspoiler, über den sich der Eisenbahner und Bundestagsabgeordnete Helmut Lenders 1973 so furchtbar aufregte. Als einer von 1672 Stück ist so ein BMW 2002 turbo ein begehrtes Sammelobjekt.
100.000 bis 140.000 Euro hatte RM Sotheby's geschätzt, es wurden 126.500 Euro.
Der Z1 ist das einzige Basismodell in dieser Reihe. Tja, BMW baute den Z1 ausschließlich mit 2,5 Litern und 170 PS. Ein Alpina hätte gut in die Sammlung gepasst, aber den muss man erst mal finden. Dieser Z1 aber erfüllte das andere Kriterium blendend: geringe Laufleistung. Nur 63 Kilometer zeigt die Walze an.
Wie kommt's? Der BMW Z1, einer von 8000, "wurde über den italienischen Vertragshändler Autosalone La Scala in Florenz ausgeliefert", schreibt RM Sotheby's. "Doch scheint der Wagen eine ganze Weile keinen Erstbesitzer gefunden zu haben, denn die Erstzulassung erfolgte erst Ende 1994. Der Wagen blieb bis in den Sommer 2009 in Florenz, als ihn ein neuer Besitzer erwarb." Ein Stehrümchen erster Klasse.
90.000 bis 120.000 Euro setzte RM Sotheby's an, viel für einen Z1. Mit 80.500 Euro kam der Preis dem einigermaßen nah. Hier fällt Mehrwertsteuer an, so summiert es sich auf 95.795 Euro.
Alpina schmiss aus dem Z8 den Fünfliter-V8 und das Schaltgetriebe heraus und baute einen drehmomentstärkeren 4,9-Liter mit 381 PS und ein Automatikgetriebe ein. Von den 555 Exemplaren gingen 450 in die USA. Eins fand den Weg über die Schweiz nach Dänemark.
Es sollte, so taxierte das Auktionshaus, für 300.000 bis 380.000 Euro netto weggehen. Der Hammer fiel etwas darunter. Wiederum muss der Käufer das Aufgeld (hier nur 12,5 Prozent) und die Mehrwertsteuer bezahlen – insgesamt 360.719 Euro. Dafür hätte er auch einen M3 Sport Evo mit Vierzylinder haben können.
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