eBay MAKO P8

Ford Granada, Mako P: zu verkaufen, V8, Porsche, Preis

Seltener Ford Granada mit Porsche-V8 zu verkaufen

Der sehr seltene Mako P ist von außen fast ein normaler Ford Granada, aber mit Fünfliter-V8 von Porsche. Jetzt wird eine Limo verkauft, allerdings ist eine wichtige Frage offen!
Update: Nach dem Veröffentlichen dieses Artikels wies uns ein Leser auf Bilder eines verunfallten Mako P im Internet hin, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das hier beschriebene Fahrzeug zeigen. Dies ist daher die revidierte Fassung des Artikels.
P steht für Porsche! Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Ford Granada II aussieht, war vor 40 Jahren eine der schnellsten Limousinen der Welt: der Mako P! Angetrieben von einem Porsche-V8 und nur mit den feinsten Materialien ausgerüstet, hat der Mako P nicht mehr viel mit dem Basisfahrzeug zu tun. Neutrale Angaben zu den Stückzahlen gibt es nicht, der Verkäufer spricht von vier hergestellten Fahrzeugen. Heutzutage wäre der Mako P damit seltener als die meisten Supersportwagen. Jetzt wird ein Exemplar bei eBay verkauft!
Wenn selbst ein Alpina noch zu sehr Massenware ist, für den dürfte der Mako P das richtige Auto sein. Sogar Profis erkennen diese Rarität erst auf den zweiten Blick. Anstelle des Ford-Schriftzugs befindet sich auf dem blauen Oval im Kühlergrill ein Hai, der Mako. Dabei handelt es sich um eine Art, die eng mit dem Weißen Hai verwandt ist und passenderweise das Markenlogo von Mako-Automobile ist. Der eingetragene Fahrzeughersteller wurde von Gerd Knözinger gegründet, der jahrelang für Fords Rennabteilung tätig war. Vor dem Granada kümmerte sich Knözinger bereits um den Capri, dem er unter anderem einen 302-ci-V8 verpasste. Doch mit dem Granada setzte er noch einen drauf!

Understatement ist Trumpf

Der massive Doppelauspuff ist nicht original. Abgesehen davon ist der Mako P optisch dezent.

©eBay/streetbull734

Der Mako P sieht aus wie ein Ford Granada ist aber eher ein "Forsche", denn unter der Haube arbeitet der V8 aus dem Porsche 928. Doch der Reihe nach: Sowohl beim Capri als auch beim Granada blieb es natürlich nicht beim Motortausch – die Umbauten gingen weit darüber hinaus. Der besondere Clou von Mako: Optisch bleiben die Modelle dezent. Wilde Spoiler oder die in den 80er-Jahren beliebten Extrem-Breitbauten sucht man hier vergebens. Ab Werk trug der Mako P einen sehr markanten Frontspoiler, allerdings konnte dieser auf Wunsch auch abgewählt werden.

Ist dieser Mako P ein reparierter Unfallwagen?

Dieser im Schweizer Kanton Thurgau angebotene Mako P trägt keinen Frontspoiler, leider kommt das Inserat auch beinahe ohne Beschreibung daher. Der Verkäufer erklärt lediglich, dass es sich um einen originalen Mako P mit Schweizer Zulassung und lediglich 33.500 Kilometern auf dem Tacho handelt. Alle weiteren Informationen solle man am besten ergoogeln. Wer das tut, stößt allerdings auf einer polnischen Seite auf Fotos eines weißen Mako P mit deutlichem Frontschaden vorne links, eingedrückter Frontschürze, hochgewölbter Haube und beschädigter Fahrertür. Ist das der Grund, warum der Frontspoiler des Mako P fehlt? Fotos dieses Fahrzeugs zeigen fast den gleichen Kilometerstand wie das auf eBay angebotene Fahrzeug, das Zurüstradio ist vom gleichen Typ. Daher deutet alles darauf hin, dass der hier angebotete Mako P ein reparierter Unfallwagen ist. Vor dem Kauf sollte man auf jeden Fall dazu weitere Informationen vom Verkäufer verlangen.
Selten ist der Wagen auf jeden Fall: Die Angaben zu Stückzahlen variieren von 50 über lediglich zwölf fertiggestellte Kundenfahrzeuge bis hin zu nur fünf noch existierenden Mako P. Der eBay-Verkäufer spricht von Herstellerangaben über nur vier produzierte Autos. So oder so lässt sich feststellen: Der Mako P ist eine echte Rarität, die es übrigens auch als Kombi Mako PE (E steht für Estate) gegeben haben soll.
Besonderes Augenmerk wurde bei Mako auf die Zuverlässigkeit gelegt. Trotz des unkonventionellen Antriebs stammten alle verbauten Teile letztendlich aus der Großserie, was Service-Intervalle von 20.000 Kilometern ermöglichen sollte. Im originalen Prospekt steht wortwörtlich: "So bleibt ein Mako P trotz individuellem Autobau durch und durch zuverlässig. Vernunft pur." Einen Ford Granada mit Fünfliter-V8 und 390 PS als vernünftig zu bezeichnen ist definitiv Auslegungssache.

Porsche-Motor aus dem 928

Womit wir zum Herzstück des Mako P kommen, dem Porsche-V8. Im 928 kam anfangs eine Version mit 4,5-Litern Hubraum und 240 PS zum Einsatz, die erst durch eine 4,7-Liter- und später durch einen 5,0-Liter-Version ersetzt wurde. Die maximale Leistung betrug 330 PS, wobei es auch noch den 928 GTS mit 5,4-Liter-V8 und 350 PS gab. Den Mako P gab es ebenfalls in unterschiedlichen Leistungsstufen, wobei schon die schwächste Version mit 240 PS über 230 km/h Topspeed und eine Beschleunigungszeit von unter sieben Sekunden auf 100 km/h erreichen sollte. Die Fahrleistungen der 5,0-Liter-Version wurden schlichtweg mit "deutlich darüber" in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit beziehungsweise "deutlich darunter" für die 0-100-Zeit angegeben. Die Leistung des in der Schweiz angebotenen Mako P wird sogar mit 390 PS beziffert, was darauf schließen lässt, dass der Motor womöglich sogar noch getunt wurde.

Im Porsche 928 leistete der 5,0-Liter-V8-Sauger maximal 330 PS. In diesem Mako sollen es 390 PS sein.

©eBay/streetbull734

Die Kraftübertragung übernimmt eine Fünfgang-Handschaltung von ZF. Wer es damals komfortabler mochte, konnte auch ein Automatikgetriebe von Mercedes ordern. Ebenfalls optional gab es ein Sperrdifferential. Damit die enorme Leistung auch auf die Straße gebracht werden konnte, entwickelte Mako Automobile ein neues Fahrwerk mit Einzelradaufhängungen und Dreiecks-Querlenkern. Die Bremsanlage mit Vierkolben-Sätteln an der Vorderachse stammt von Porsche und wurde in abgewandelter Form auch im legendären Porsche 917 eingesetzt. Michelin steuerte einst speziell entwickelte Reifen im Format 220/55 R14 bei, die bei dem hier gezeigten Exemplar ganz offensichtlich gegen größere Räder getauscht wurden. Auch die Abgasanlage mit den zwei XXL-Endrohren ist nicht original.

Recaro-Einzelsitze im Fond

Dafür befindet sich der luxuriöse Innenraum ganz offensichtlich in exzellentem Zustand. Mako verwendete einst nur feinste Materialien wie Conolly-Leder, Wurzelholz und natürlich Porsche-Rundinstrumente. Besonderes Highlight sind gegen Aufpreis elektrisch verstellbaren Recarositze nicht nur in der ersten Reihe, sondern auch im Fond. Wahlweise konnte der Mako P als Vier- oder Fünfsitzer bestellt werden.
Da nur sehr wenig Mako P gebaut wurden, ist es eine absolute Ausnahme, dass ein Fahrzeug auf dem Markt auftaucht. Zuletzt wurde 2019 ein Mako P für 150.000 Schweizer Franken angeboten. Verglichen damit sind die aufgerufenen 56.500 Euro für das hier gezeigte Exemplar fast schon ein Schnäppchen. Vielleicht ist der Preis auch durch den reparierten Unfallschaden begründet? Wer jedoch auf der Suche nach einer extravaganten Limousine mit ordentlich Power ist, der dürfte mit dem Mako P glücklich werden und nicht vergessen: P steht für Porsche!

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Fotos: eBay/streetbull734

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